Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Singspiel beim Starkbierfest

Auf der Suche nach dem Maibaum – Inspektor Hiastl Brunner ermittelt in Frabertsham

Beim Derblecken der örtlichen Prominenz: (von links) Hias Schmidmaier, Andreas Hundseder, Thommy Mayer, Markus Hundseder, Franz Mußner, Alpen-Columbo Andreas Stübl und Mika Schmidmaier.
+
Beim Derblecken der örtlichen Prominenz: (von links) Hias Schmidmaier, Andreas Hundseder, Thommy Mayer, Markus Hundseder, Franz Mußner, Alpen-Columbo Andreas Stübl und Mika Schmidmaier.
  • VonChrista Auer
    schließen

Im Singspiel machte sich „Schneidig Hoibedoach“ beim Frabertshamer Starkbierfest auf die Suche nach dem verschwundenen Maibaum und derbleckte bei der Fahndung nach dem Täter äußerst humorvoll die örtliche Prominenz.

Frabertsham – Auch die Nachbargemeinden blieben nicht verschont. „Servus, Grüzei und Hallo“ – musikalisch schwungvoll begrüßten die Akteure von „Schneidig Hoibedoach“ die vielen Gäste, die „den beschwerlichen Weg auf die Hoabedoacher Höhe zum Feuerwehrheisl auf sich genommen haben“.

Besonders begrüßte Erzähler Mika Schmidmaier den „Albertaicher“ Bürgermeister, den Ameiser Sepp (Sepp Huber), der wieder schaue, dass die halbe Kiste Apfelschorle ihren Absatz finde und die Stellvertretende Bürgermeisterin Fanni Mayer, für die im Singspiel extra eine Pause eingebaut worden sei, damit sie dann Zeit zum Ratschen habe. Begrüßt wurden auch alle Gäste aus mehlig kochend Pittenhart, leitnhaxig Schnoatsee, geldig Amerang, aktuell Wirt besitzend Keaberg und bald schon wirtlos Obing. Dem Weißbräu wurde ein eigenes Lied gewidmet: „Der Otmar macht zua, dann gibt’s koa Grillfleisch und koane Himbeer-Panacotta-Palatschinken mehr hinterher“. Obing verliere damit einen, mit seiner gelassenen Art im Umgang mit Gästen und Preißn und seine legendäre und sehr bestimmte Ansage: „Acht Minuten“ werde fehlen.

Fahndung der Verdächtigen

Im knapp zweistündigen lustigen Singspiel machte sich Inspektor Hiastl Brunner alias Hias Schmidmaier, nachdem er in seiner gemütlichen Amtsstube „Beamten-Mikado“ gespielt hatte, mit dem Gendarmerie-Rad auf die Suche nach dem verschwundenen Maibaum von „Schneidig Hoibedoach“, der am 30. April im Biergarten des Gasthofs Reiter in Frabertsham aufgestellt werden soll. Um den Fall zu lösen und die Diebe dingfest zu machen, nahm er in unnachahmlicher Beamtenmanier auch manchen Umweg in Kauf, denn der „beste Weg ist nicht der kürzeste, sondern der schönste“. Er radelte dabei auch durch die Nachbarorte und traf in verschiedenen Szenen auf Thommy Mayer und Franz Mußner, die als Albertaicher Feuerwehrler, Maurer vom Schausbreitner, Hilfspolizisten, Stammtischbrüder und Kirchenbesucher für viele Lacher sorgten.

Ein Schuss sei gefallen

Fakt war: Der Hoabedoacher Stammtisch mit Gemeinderat Albert Löw hatte versucht, den Maibaum, der im Brunner Holz in Kafterbaum geschlagen wurde, um halb zwei Uhr nachmittags zu stehlen, doch andere Diebe waren schneller. Schneidig Hoibedoach rankte darum dann eine witzige Geschichte, bei der die lokalen Honoratioren auch musikalisch kräftig und pointenreich derbleckt wurden. Verantwortlich dafür waren Andreas und Markus Hundseder.

Das könnte Sie auch interessieren: Endlich wieder Feiern: Die Obinger Festwochen finden statt – sogar ein Bierzelt gibt`s

„Wer stiehlt a erst um hoibe Zwoa an Maibaum? Die Uhrzeit zog sich als roter Faden durch die humorvolle Suche nach dem Korpus Delicti, das mittags gegen viertel nach Eins vermisst wurde. „Eins wars nicht mehr und halb Zwei gewiss noch nicht, denn „wer dad so spat no an Baam stehlen“, lautete die Vermisstenmeldung. Ein Schuss sei gefallen und eine neue Feuerwehrkappe am Tatort gefundenen worden. Das waren Indizien dafür, dass es nicht die Albertaicher Wehr gewesen sein kann, „denn der knickrige Girgl (Georg Mitterreiter) hat schon seit Jahren kein neues Gwand mehr für seine Mannschaft bestellt“. Die KSK Albertaich könne nicht geschossen haben. Die habe nicht einmal genug Geld, um sich eine Patrone zu kaufen. Der Batschari Verein hege zwar einen Groll, weil Schneidig Hoabedoach ihn als Ortsverein überflügelt habe, aber die Mitglieder hätten zum fraglichen Zeitpunkt an einem VHS-Kurs „ Smartphone-Benutzung für Senioren“ teilgenommen.

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Lesen Sie auch: Warum Obing mehr Wertschätzung fürs Land einfordert

Die Obinger KSKler hätten auch keine Zeit zum Stehlen gehabt, weil Ernst Hofstetter und Andreas Dieplinger an ihrer Fastenpredigt für Obing geschrieben hätten. „Sie wollten, dass es endlich mal so gut wird wie in Albertaich“. Der Kirchenchor schied auch als tatverdächtig aus, weil die wuiden Hena vom Hoabedoacher Chor es nicht fertigbrächten leise zu sein und sich irgendwo einzuschleichen. Manchmal höre man sie über den ganzen Friedhof gackern. An der Christmette hätten sie es wieder einmal nicht einmal geschafft, dasselbe Lied zu singen. A foischa Einsatz, jeder singe, was ihn grad freue – Kyrie, Gloria oder Halleluja – und sei überzeugt: Do kemma scho eine, do find ma scho zam. „Du singst ja wos foisch, sagt der Chorleiter. Na, du host wos foisch gspuit, sagt der Chor.“ Auch bei den Pittenhartern, die jedes Jahr gekochte Kartoffeln pflanzten und der Ameranger Haute Volee fanden sich keine Hinweise auf die Täter. Die Seeoner waren auch nicht tatrelevant. Die Leute dort seien vor ihren Häusern gesessen und hätten Leserbriefe zur letzten Bürgermeisterwahl geschrieben.

Obinger See geht langsam über

Bei der Obinger Ortseinfahrt über die Seeoner Straße wunderte sich der Inspektor über den Bergblick, der ihm bisher nie aufgefallen sei. Passend dazu das Lied: „Wir warn vom Woid dahoam, doch dann ist stürmisch wordn, die Baam hiweggefegt, der Bergblick freigelegt. Mir warn vom woid dahoam, der Woid war schee“. Dabei fiel der Blick des Gendarmen auch auf den Obinger See, „der sich unter der entscheidungsfreudigen Politik vom Bürgermeister stetig erweitert. Aber der Hochwasserschutz wird ja erst seit 2013 diskutiert“. Doch der Blick richtete sich auch auf das Baugebiet, die derzeitige Preisentwicklung und endete in der Forderung nach einer Leberkäsesemmelpreisbremse.

Am Ende wurden die Maibaumdiebe mithilfe des Sherlock Holmes von Oberbayern, dem Columbo aus dem Chiemgau, dem Top-Profiler, Andreas Stübl, schließlich gefasst.

Mehr zum Thema

Kommentare