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679 Maitenbether geben ihre Blut

Auf der Spur des Borna-Virus: Gibt es im Dorf potenzielle Infektionsorte?

676 Maitenbether kamen in die Mehrzweckhalle, um an der Studie zur Erforschung des Borna-Virus teilzunehmen – eine sehr gute Resonanz.
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679 Maitenbether kamen in die Mehrzweckhalle, um an der Studie zur Erforschung des Borna-Virus teilzunehmen – eine sehr gute Resonanz.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Die Maitenbether haben das ihre getan, um der Forschung zum seltenen, aber lebensgefährlichen Borna-Virus zu helfen. Sie gaben ihr Blut für eine Studie. Warum auch Bodenproben gezogen wurden, erfahren Sie hier.

Maitenbeth – 679 Maitenbetherinnen und Maitenbether haben ihr Blut für die Erforschung des Borna-Virus (BoDV-1) gegeben. Eine „beeindruckende“ Resonanz, freut sich Bürgermeister Thomas Stark. Da nur über 18-Jährige dabei sein durften, verzeichnete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Sonntag und Montag – gemessen an der volljährigen Bevölkerung im Dorf – eine Teilnahmequote von 40 Prozent.

„Erwartungen übertroffen“

Die Erwartungen seien übertroffen worden, so LGL-Pressesprecher Aleksander Szumilas. Das Minimalziel von 200 Teilnehmern sei mit den über 670 Personen deutlich übertroffen worden. „Dies zeigt eine hohe Unterstützungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger“, freut sich das Landesamt.

Maitenbeth war, wie mehrfach berichtet, ausgewählt worden, weil es hier innerhalb von drei Jahren zu zwei Infektionen mit dem lebensgefährlichen, aber sehr seltenen Borna-Virus gekommen war. Aktuell ist eine Person schwer erkrankt, im gesamten Landkreis Mühdorf ist es bereits zu drei Fällen gekommen, zwei Infizierte sind im Landkreis verstorben. Zum Vergleich: Bundesweit infizieren sich im Jahr nur Personen in einer einstelligen Anzahl, so das Landesamt auf Nachfrage.

In den kommenden Wochen werden die Blutproben und die Nasenabstriche der Maitenbether im Labor untersucht und in Zusammenschau mit den Daten aus dem Fragebogen ausgewertet, teilt Szumilas zur weiteren Vorgehensweise mit. Das Ziel sei, im Herbst 2022 auf erste Ergebnisse blicken zu können.

Das LGL führt gemeinsam mit seinen Partnern zwei weitere Studien in Maitenbeth durch. Bei der Umweltuntersuchung nimmt ein Team des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) Proben, bei einer weiteren Studie werden unter der Federführung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) Spitzmäuse aus Maitenbeth auf das Virus BoDV-1 getestet, berichtet das LGL auf Anfrage der Wasserburger Zeitung. Koordiniert werde dies durch das Gesundheitsamt des Landkreises Mühldorf.

Die Umweltproben hat das Team des UKR am Montag, 25. Juli, in Maitenbeth gezogen. Ausgewählt für die Beprobung wurden laut LGL Stellen in Maitenbeth, die vorab als potenzielle Infektionsorte identifiziert worden seien – „zum Beispiel, weil sich die beiden an BoDV-1 erkrankten Personen dort häufig aufgehalten haben“. Die Umweltproben werden in den kommenden acht bis zehn Wochen auf das Vorhandensein von BoDV-1 getestet, so das LGL weiter.

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Die Bürgerinnen und Bürger hoffen laut Stark, mit ihren Blutproben und Nasenabstrichen zur Aufklärung beitragen zu können. „Wir wollen helfen, dass die Forschung vorankommt“, sagt Stark, der den „sehr gut organisierten Ablauf“ der Testtage in Maitenbeth hervorhebt.

Familien in Sorge

Die Stimmung im Dorf ist gefasst, doch vor allem Familien sind in Sorge. Es geht um die Frage, ob es im Ort einen Infektionsherd gibt, an dem die Gefahr einer Ansteckung besonders groß ist. Eltern fürchten, dass sich ihre Kinder durch Kontakt mit Katzen oder Spitzmäusen anstecken könnten.

Das rät das Landesamt für Gesundheit

Diesbezüglich rät das LGL, wie berichtet, jeglichen Kontakt mit Spitzmäusen und deren Ausscheidungen zu vermeiden. „Lebende oder tote Spitzmäuse sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden.“ Sollten sie im häuslichen oder Arbeitsumfeld identifiziert werden, gelte es, ihre Nahrungsquelle herauszufinden und sie ihnen zu entziehen. „Spitzmäuse akzeptieren zum Beispiel im Außenbereich angebotenes Hunde- oder Katzenfutter. Auch Komposthaufen oder andere Abfälle können durch das reiche Nahrungsangebot an Insekten für Spitzmäuse interessant sein.“

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