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Attler Orchester veröffentlicht Hommage an das „Anders-Sein“

Nach acht langen Jahren können Fans des Orchesters der „Attler Bunten Mischung“ das neue Album kaufen.
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Nach acht langen Jahren können Fans des Orchesters der „Attler Bunten Mischung“ das neue Album kaufen.

Acht lange Jahre mussten sich die Fans des Orchester der Attler Bunten Mischung (ABM) gedulden. Nun erschien gestern das vierte Album der außergewöhnlichen Band aus der Stiftung Attl. „Anders“ lautet der Titel, der aufwendig produzierten CD.

Wasserburg– Wie die Vorgängerproduktion enthält sie ausschließlich Eigenkompositionen in bayerischer Mundart. Stilistisch bewegt sich das Album zwischen wuchtigem Rock, Folk, Blues und Swing und findet sogar Anleihen in afrikanischer, lateinamerikanischer und irischer Musik. Bei „Anders“ hat das ABM-Orchester enorm viel Liebe zum Detail bewiesen. Das betrifft nicht nur die einzelnen Tracks, sondern auch das von der Wasserburger Künstlerin Anna Schöll aufwendig gestaltete CD-Cover, das neben einem eingenähten 20-seitigen Booklet ein handgefaltetes Himmel-und-Hölle-Spiel enthält.

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Dies soll das Album auch für Sammler attraktiv machen. Während die meisten Songs aus der bewährten Feder des Wasserburger Singer-Songwriters Ben Leinenbach stammen, haben auch Band-Gitarrist Harry Schuster sowie Trompeterin und Sängerin Betty Hintermayr Stücke zum Album beigetragen. Drei Jahre dauerte die Arbeit unter der Leitung von Ben Leinenbach und Slavko Spionjak im UE-Studio in Tötzham bei Schnaitsee. Im Frühjahr 2020 war das Werk abgemischt und vom renommierten Produzenten Stephan Zeh in Riedering gemastert.

„Das Aufnehmen ging relativ schnell“, erinnert sich Ben Leinenbach, Leiter des ABM-Orchesters. „Aber jeder, der Musik produziert, weiß, wie viel Arbeit erst anschließend anfällt.“ Corona-bedingt verzögerte sich die Produktion dann doch noch in der Endphase. „Aber ich freue mich riesig, dass wir den Tonträger endlich in den Händen halten können“, sagt der ABM-Leiter. Vor 18 Jahren wurde das Orchester von Ben Leinenbach, damals als Projekt während seiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, gegründet. Seitdem hat die Formation, in der bis zu zehn Menschen mit Assistenzbedarf spielen, weit mehr als 300 Auftritte absolviert. Eine öffentliche CD-Präsentation wird es wegen der Pandemie-Lage nicht geben.

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„Wir haben lange gehofft, dass eine Release-Feier möglich sein wird“, so Leinenbach. „Aber leider ist dies momentan nicht absehbar. Und jetzt wollten die Veröffentlichung noch in diesem Jahr und vor Weihnachten hinbekommen.“ „Stäcklschuah“ heißt einer der Titel auf dem Album. Zu diesem ließ das ABM-Orchester auch ein Video produzieren, welches auf der eigenen Homepage und auf Youtube zu sehen ist. „Anders“ ist eine Hommage an das „Anders-Sein“, die „Viel-Falt“, das „Zeit-Verschwenden“ und an die Liebe – ein Statement für Achtsamkeit, Akzeptanz und Inklusion, wie die Musiker finden.

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