Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Einsatz für den Umweltschutz

„Langweilig wird´s nicht“: Jannik Nowanskowski über sein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Attl

Unter Anleitung von Florian Linsner (links) verrichtet der 19-jährige Jannik Nowakowski sein Freiwilliges Ökologisches Jahr am Attler Hof.
+
Unter Anleitung von Florian Linsner (links) verrichtet der 19-jährige Jannik Nowakowski sein Freiwilliges Ökologisches Jahr am Attler Hof.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
    schließen

Es gibt nicht viele Betriebe in der Region, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) anbieten. Am Attler Naturlandhof ist dies möglich. Derzeit absolviert der 19-jährige Jannik Nowakowski sein FÖJ an dem landwirtschaftlichen Bio-Betrieb. Hier erzählt er über seine Arbeit am Attler Hof.

Attel – Wie bist Du auf die Idee gekommen, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr am Attler Hof zu machen?

Jannik Nowakowski: Ich wollte unbedingt etwas in der Landwirtschaft machen und bei anderen Bio-Betrieben war der Andrang an Mitbewerbern groß. Auf die Stiftung Attl und den Attler Hof wurde ich eher zufällig über den Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) aufmerksam. Der vermittelt unter anderem auch Einsatzstellen für das Freiwillige Ökologische Jahr. Die Arbeit auf einem Bio-Bauernhof reizte mich und ich habe mich dann darüber informiert. Die Stelle in der Stiftung Attl fand ich gleich interessant. Ich bin froh, mich dafür entschieden zu haben, obwohl das alles Neuland für mich war.

Welche Aufgaben übernimmst Du in dem Naturland-Betrieb?

Nowakowski: Im Moment arbeite ich hauptsächlich im Kartoffellager. Ich nehme die Bestellung vom Attler Markt auf, bearbeite sie und organisiere die Lieferung. Zudem bin ich noch für die Schafe am Hof verantwortlich - von der Fütterung bis zum Ausmisten. Von September bis November vergangenen Jahres half ich außerdem bei der Saftpresse aus. Dort verarbeitet der Attler Hof für seine Kunden mitgebrachtes Obst zu Saft, und ich koordinierte die Termine.

Was hat Dir bis jetzt am meisten Spaß gemacht?

Nowakowski: Das war ganz zu Beginn meines Einsatzes die Kartoffelernte. Auf der Erntemaschine arbeitete ich gerne. Aber es gibt noch viele weitere schöne Tätigkeiten. Unser Lehrling bringt mir gerade das Traktorfahren bei. Ich kann am Attler Hof viel lernen. Es gibt eine große Rinderherde und Mastschweine für die Fleischproduktion. Auch die zwei großen Hühnerställe müssen versorgt werden. Die Tiere sind alle sehr zutraulich, was für mich eine völlig neue Erfahrung war. Ich habe hier zum Beispiel zum ersten Mal ein Huhn gestreichelt. Schön ist auch, dass zu jeder Jahreszeit andere Aufgaben und Tätigkeiten anfallen. Außerdem arbeitet man hier mit Menschen mit einem Handicap zusammen und lernt viel im Umgang miteinander.

Jannik Nowakowski macht sein Freiwilliges Ökologisches Jahr am Attler Hof.

Was erwartet einen FÖJ-ler, wenn er sich in Attl um eine entsprechende Stelle bewirbt?

Nowakowski: Es gibt hier eine große Bandbreite an Aufgaben - langweilig wird‘s nicht. Der Hof hat viele Einsatzbereiche und die Arbeiten sind entsprechend vielfältig. Es ist zudem eine große Herausforderung, dass man hier mit Menschen mit Assistenzbedarf zusammenarbeitet. Ich musste erst den Umgang miteinander kennenlernen und mich auf das Arbeitstempo der einzelnen Beschäftigten einstellen. Am Anfang wollte ich alle Arbeiten möglichst schnell erledigen, aber das hat sich bald geändert.

Welche Voraussetzungen sollte man als FÖJ-ler am Attler Hof mitbringen?

Nowakowski: Man sollte auf alle Fälle mit Menschen umgehen wollen. Auch sollte man natürlich die Motivation haben, die nicht so schönen Arbeiten auf dem Hof zu erledigen und es gleichzeitig schaffen, die Beschäftigten ebenso dazu zu motivieren. Teamgeist ist sehr wichtig. Jeder muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Das ist vor allem wichtig, wenn man mit mehreren Beschäftigten draußen zum Beispiel im Wald unterwegs ist. Aber ich konnte mich hier gut einarbeiten und wuchs schnell in meine Aufgaben hinein.

Weißt Du schon, wohin dich dein Weg nach dem FÖJ führen wird?

Nowakowski: Entweder studiere ich danach Landwirtschaft und Agrarwissenschaften oder aber Mathematik auf Lehramt. Momentan tendiere ich eher wieder zu Letzterem. Das liegt daran, dass ich in der Landwirtschaft für mich wenig Perspektiven sehe. Meine Eltern besitzen keinen Hof, den ich übernehmen und weiterführen könnte. Und dann wird es für einen Landwirt schwer, eine Arbeit zu finden. Trotzdem kann ich so ein FÖJ am Attler Hof nur empfehlen. Weil ich aus Aschaffenburg komme, konnte ich in Attel ein WG-Zimmer beziehen. Auch die Arbeitszeiten passen: Ich arbeite zu geregelten Zeiten, was in einem landwirtschaftlichen Betrieb alles andere als selbstverständlich ist. Das ist schon sehr komfortabel.

Ulli Winkler vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend über das FÖJ:

Etwa 230 Plätze für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) gibt es in Bayern, wie Ulli Winkler vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) erklärt. Der Verband ist einer von drei Träger, die FÖJ in Bayern organisieren. Bei den anderen beiden handelt es sich um die Evangelische Jugend in Bayern und um die Jugendorganisation des Bund Naturschutz.

„Voraussetzung, um ein FÖJ anbieten zu können, ist, dass die Einsatzstelle etwas mit Natur, Umweltschutz oder Umweltbildung zu tun hat.“ Typische Anbieter seien deshalb gemeinnützige Organisationen, bei Jugendverbänden oder in Umweltstationen. Aber auch Behörden, wie die Untere Naturschutzbehörde in Ebersberg, Waldkindergärten oder Biohöfe können ein FÖJ anbieten, so Winkler. „Es muss aber eine Bio-Landwirtschaft sein, eine konventionelle ist nicht möglich.“ Ob eine Organisation oder ein Unternehmen als FÖJ-Anbieter infrage komme, werde anschließend mit einem Antragsverfahren entschieden. Dazu werde eine Besichtigung vor Ort organisiert und überprüft, ob die Tätigkeit tatsälich mit Umwelt und Natur zutun habe. „Bei Eine-Weltläden ist beispielsweise immer die Voraussetzung, dass die Freiwilligen dann nicht nur im Verkauf tätig sind“, erklärt Winkler weiter.

Die Vergütung für ein FÖJ erfolge ähnlich, wie bei einem Freiwilligem Sozialen Jahr (FSJ) über ein monatliches Taschengeld. Zusätzlich müsse eine Unterkunft gestellt oder ausbezahlt werden.

Interessenten für ein FÖJ am Attler Hof erhalten mehr Informationen bei Josef Kurz unter der Telefonnummer 08071/102-114 und der E-Mail: josef.kurz@stiftung.attl.de