Anwohner haben Einwände zum Bebauungsplan „Lexenberg“ in Reichertsheim

Fünf Häuser sind in Reichertsheim-Lexenberg entlang der Straße geplant.
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Fünf Häuser sind in Reichertsheim-Lexenberg entlang der Straße geplant.

Gewerbe- oder Mischgebiet – der Unterschied dieses Begriffes hat zwei Reichertsheimern einen gehörigen Schrecken eingejagt. Sie suchten daher Rechtsbeistand. In der Gemeinderatssitzung entspannte sich die Situation.

Reichertsheim –Zur Diskussion stand eine Erweiterung des Ortsbereiches in westlicher Richtung entlang der Straße, im Bebauungsplangebiet „Lexenberg“, um fünf Häuser. Architekt Johann Schmuck erläuterte die Rückmeldungen von Trägern öffentlicher Belange sowie von Bürgern. Mit dem Satzungsbeschluss hätte der Plan eigentlich in Kraft treten können, doch trafen jetzt die Einwände der Anwohner ein.

Das Landratsamt hatte in seiner Stellungnahme nur noch Details angemerkt. So sei eindeutig festzulegen, ob Garagen Sattel- oder Pultdächer haben dürfen. Beide Begriffe werden verwendet, um den Bestand zu schützen, erklärte Architekt Schmuck.

Lärmgutachten muss ergänzt werden

Ein Punkt betraf den Immissionsschutz gegenüber des Baubetriebes auf der anderen Straßenseite. Nicht nur morgens und abends sei mit Lärm zu rechnen, sondern auch tagsüber, hieß es in der neuen Festsetzung. Das sei bei den Fenstern der Wohnhäuser zu berücksichtigen, wobei auch ein Wintergarten zur lärmzugewandten Seite möglich sei. Das diene dem Schallschutz. Betroffen sei davon aber nur das letzte Haus in der Reihe. Die nahe Bundesstraße spielt dabei keine große Rolle, zumal sie seit dem Bau der Autobahn weniger frequentiert ist. Insgesamt sei aber ein vorhandenes Lärmgutachten zu ergänzen, beschlossen die Mitglieder des Gemeinderates einstimmig.

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Im Sinne des Naturschutzes sei auf insektenfreundliche Lampen ohne UV-Anteil in deren Licht zu achten. Zäune sollen durchlässig sein und Kleintieren das Wandern ermöglichen, wobei die Höhe beim vorhandenen Baubetrieb festgeschrieben werden soll. Auch gelte die Planung zur Ortsrandeingrünung, bekräftigte der Architekt.

Allgemein, so versicherte der Gemeinderat in seinem Beschluss, sei angesichts des Gebots der Flächenreduzierung keine Alternative vorhanden. Andernorts sei nichts verfügbar, lautete die Antwort auf einen Hinweis der Regierung. Dieses Vorhaben sei „eher eine Abrundung“, stellte Schmuck fest. Das Amt für Ländliche Entwicklung verwies auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 2011. Daher, das stellte der Rat fest, bleibe es ein Mischgebiet und kein Dorfgebiet. Der Beschluss lautete einstimmig.

Die Abteilung Wasserwirtschaft sah in dem Gelände ein „Abschwemmungsgebiet“, doch liegen die vorgesehenen Häuser oberhalb, gab der Architekt Entwarnung. Dieser Hinweis liege an einer Bezeichnung, die vor 29 Jahren einmal verwendet wurden.

Für Verunsicherung sorgte die Bezeichnung Gewerbegebiet bei zwei Anwohnern. Diese wollten an der Bezeichnung Mischgebiet festhalten, da dies auch den Bau eines Wohnhauses gestatte. Architekt Schmuck erklärte, dass die aktuelle Nutzung festgeschrieben war, nicht die mögliche Nutzung. Das sei nun korrigiert. Leider gelang es nicht, dieses Missverständnis früher auszuräumen, sodass die Schreiben von zwei Anwälten verlesen wurden. Die Besitzer der Flächen befürchteten einen Wertverlust.

Nun wird der Plan noch einmal ausgelegt, damit er im Herbst in Kraft treten könnte, beschloss der Rat einstimmig. kg

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