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Nach Beschwerden

„Die muss weg“ - Anwohner gegen Skater: Wohin soll die Mini-Rampe in Wasserburg umziehen?

Chris Wiesbeck, Vorsitzender des Skate-Vereins Movinn Forward, in Aktion auf der Mini-Rampe.
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Chris Wiesbeck, Vorsitzender des Skate-Vereins Movinn Forward, in Aktion auf der Mini-Rampe.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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Die Mini-Rampe unter der Rampe. Es war das Herzensprojekt des Wasserburger Skatevereins. Nach Beschwerden der Anwohner soll die Holzrampe nun umziehen, doch das ist gar nicht so einfach.

Wasserburg – Die Minirampe unter der großen Rampe, es war das Herzensprojekt von Chris Wiesbeck, Vorsitzender des Skatevereins Movinn Forward. Eine Holzkonstruktion, übergangsmäßig am Parkplatz aufgestellt, bis der Skatepark am Badria bezugsbereit ist. Ein Treffpunkt für die inzwischen 70 Mitglieder des knapp drei Jahre alten Vereins. Nun sollte die Rampe eigentlich umziehen, Anwohner hatten sich über die Lautstärke beim Befahren beschwert. Doch das ist gar nicht so einfach. Der Verein hofft nun auf eine zweite Chance.

Bauausschuss hat Umzug beschlossen

„Das ist erst das vierte Mal, dass ich hier fahre“, sagt Wiesbeck, während er das Skateboard auf die Rampe platziert. Er klingt enttäuscht. Seit April steht die Mini-Rampe. Eigentlich hatten er und die anderen Skater geplant, hier einen Treffpunkt vor allem für junge Wasserburger zu gestalten. Lockeres Beisammensein, Kurse für Mädchen und für Menschen mit Behinderungen waren hier geplant. Termine gab es ebenfalls schon. „Wir mussten das alles absagen.“ Die Beschwerden der Anwohner über die Lautstärke waren massiv. So massiv, dass der Bauausschuss den Umzug der Minirampe beschlossen hatte ( wir berichteten ). Doch die von der Stadt vorgeschlagenen Alternativstandorte unterhalb des Badria-Parkplatzes oder am Umspannwerk stellten sich nun als nicht umsetzbar heraus. Beim Badria befürchtet Wiesbeck genau wie die Ausschussmitglieder erneute Beschwerden von Anwohnern.

„Wir brauchen eine Überdachung“

Doch das größere Problem ist eigentlich die Mini-Rampe selbst. „Sie wurde perfekt für diesen Standort eingeplant“, sagt Wiesbeck. Ein Umzug sei da gar nicht so einfach. Die Räumlichkeiten am Umspannwerk seien zu klein. Und die Mini-Rampe draußen aufzustellen sei keine Lösung. „Wir brauchen eine Überdachung. Wir brauchen einen witterungsgeschützten Ort.“ Deshalb sei man ja überhaupt erst auf die Rampe gekommen. Von einem Vorschlag der Stadt, die Rampe mit einer Plane zu überziehen, hält Wiesbeck auch nichts. „Dann schwitzt mir das Holz von unten.“ Eine andere Idee, ein Zelt aufzustellen, könnte funktionieren, sagt er. „Aber das ist halt teuer.“

Hoffnung auf Lösung mit den Anwohnern

Eigentlich hoffe er darauf, dass es doch noch zu einer Lösung mit den Anwohnern kommen könnte. „Wir sind bereit, die Öffnungszeiten auf zwei, drei Tage in der Woche zu beschränken“, sagt er, „jeweils für zwei, drei Stunden.“ Wichtig sei ihm nur, dass diese am Abend sein könnten, damit die berufstätigen Skater ebenfalls eine Chance hätten, die Rampe zu nutzen.

Lärmschutz wurde verbessert

In den vergangenen Wochen habe der Verein am Lärmschutz gearbeitet. Mit Teppichen und Sand wurde die Rampe ausgestattet. Eine zweite Lage an Teppichen sei noch geplant. Denn grundsätzlich habe er Verständnis für die Beschwerden der Anwohner. „Wir hatten eigentlich gehofft, dass unser Lärm zwischen dem Autokrach untergeht, aber das ist nicht so“, sagt er. „Trotzdem wir wollen ja nichts Böses. Wir wollen nur co-existieren.“ Es tue ihm auch leid, wie sehr der Konflikt zwischen dem Verein und den Anwohnern in den vergangenen Wochen eskaliert sei. „Da sind auch von unserer Seite Kommentare gekommen, die so nicht in Ordnung waren. Aber ich hoffe trotzdem, dass wir das Problem irgendwie lösen können.“

Noch einmal schwingt sich Wiesbeck auf sein Board. Ein Junge kommt vorbei mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Kann man da jetzt endlich fahren?“, fragt er. Er sei zwölf und fahre Scooter. Vor Kurzem sei er erst nach Wasserburg gezogen und seitdem auf der Suche nach einem Skatepark. Dann habe er die Mini-Rampe entdeckt, aber die sei ja immer abgesperrt. „Wann wird die denn wieder geöffnet?“ Wiesbeck zuckt mit den Schultern. „Ja, das ist eine gute Frage., meint er. “

Das sagen die Anwohner

Auf Anfrage erklären zwei betroffene Anwohnerinnen, die namentlich nicht genannt werden möchten, dass die Mini-Rampe für sie weiterhin eine Belastung darstelle. Für beide Frauen ist klar: „Die getroffenen Maßnahmen sind kein Lärmschutz. Das sind nur Teppiche.“ Zudem werde der Schall immer noch über die Betondecke weitergeleitet. Für sie komme nichts anderes als der Umzug der Rampe in Frage. „Die muss weg“, sagt eine der Frauen und betont dabei: „Wir sind nicht gegen die Jugend oder gegen den Sport.“ Im Gegenteil, der Verein sei sehr engagiert, was gern gesehen werde. „Aber hier wurde eine Fehlentscheidung getroffen.“

Auch der Kompromissvorschlag, dass die Anlage nur zwei bis drei Tage in der Woche geöffnet werde, komme für sie nicht infrage. „Das kann hier nicht auf Kosten der Anwohner gehen. Wir können nicht einmal unsere Fenster öffnen, so laut ist es.“ Zudem hinterfragen die beiden Kritikerinnen die Rechtslage einer solchen Anlage auf diesem Platz: „Das ist an dieser Stelle nicht genehmigungsfähig.“ Chris Wiesbeck von Movinn Forward erwidert, dass die Anlage auf einem Parkplatz keine Baugenehmigung benötige. Das habe ihm die Stadt so bestätigt.

Skatepark am Badria lässt noch auf sich warten

Beim Projekt Skatepark am Badria steht der Verein Movinn Forward bereit. Derzeit hängt die Umsetzung aber noch an der EU-Förderung. Denn die Prüfung des LEADER-Zuschusses ist noch nicht fertig, wie Chris Wiesbeck, Vorsitzender der Skate-Vereins erklärt. Erst wenn diese durch ist, kann das Projekt umgesetzt werden. „Wir wären bereit“, versichert er.

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