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Motto: „Maria von Leid geprüft“

Andacht am KZ-Denkmal in Schnaitsee: „Es wurde vielfach Leben vernichtet“

Pfarrer Mario Friedl und Kirchenpflegerin Elisabeth Heiß sprachen Gebete bei der Maiandacht am KZ-Mahnmal
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Pfarrer Mario Friedl und Kirchenpflegerin Elisabeth Heiß sprachen Gebete bei der Maiandacht am KZ-Mahnmal
  • VonJosef Unterforsthuber
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Bei einer denkwürdigen Feier mit Maiandacht erlebten rund 100 Gläubige am Denkmal für die ermordeten KZ-Häftlinge in Sandgrub bei Schnaitsee noch einmal die dunklen Zeiten rund um 1940 mit. Mit Marienliedern umrahmte der Musikverein unter der Leitung von Rupert Schmidhuber die Erinnerung an damals.

Schnaitsee – Pfarrer Mario Friedl begleitete mit Gebeten das Gedenken. Dabei stellte er die Maiandacht unter das Thema: „Maria von Leid geprüft“ passend zu dem Leid vieler Mütter, die damals den Tod ihrer Kinder miterleben mussten.

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Zudem berichtete der Pfarrer aus seiner Heimat in Niederbayern. Er zitierte die Inschrift der Gedenktafel in Eging am See „Namenlose, die niemand kennt, Gott dereinst beim Namen nennt, gibt keinen verloren.“ Damals waren 171 Menschen in den niederbayerischen Steinbrüchen ermordet worden.

Gedenken als Solidarität mit der Demokratie

Altbürgermeister Vitus Pichler freute sich im Namen des Heimatvereins über so viele Gäste bei der Maiandacht. Ein besonderer Gruß galt den Gästen vom Dorfforum Mittergars und dem ehemaligen Leiter der Stiftung Ecksberg, Johann Hertkorn. Er nannte das Gedenken eine Solidarität mit der Demokratie in unserer Heimat. „Viele Extremisten stellen die Demokratie auch bei uns in Frage.“ Ortsheimatpfleger Reinhold Schubeck blickte kurz auf die Geschichte des Mahnmals zurück. „Heute vor 77 Jahren wurden KZ-Häftlinge durch Schnaitsee getrieben. Und hier ganz in der Nähe wurden zehn Menschen durch Genickschuss ermordet.“

Schwestern des dritten Ordens mit ihren Zöglingen Mitte der 1930er Jahre in der „Kretinenanstalt Berg“.

Denkmal wurde mehrmals geschändet

Er erinnerte an die Einweihung des Denkmals im Jahr 2000 und dass es mehrmals geschändet wurde. „Diese Verbrechen, an die dieses Mahnmal erinnert, wurden von einem heutigen Politiker als „Vogelschiss in der Geschichte“ bezeichnet. Diese Menschen hassen die Erinnerung. Aber wir wollen nicht vergessen“ Dazu zitierte Schuhbeck den früheren Bundespräsidenten Johannes Rau: „Nur wer seine Vergangenheit kennt und annimmt, kann den Weg in eine gute Zukunft finden.“

In seinem Rückblick auf die dunkle Vergangenheit von 1933 bis 1945 berichtete Schuhbeck von der Euthanasie.

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Sie bezeichnete den Mord an Menschen, deren Leben nach NS-Ideologie „nicht lebenswert“ war. Damals hatte diese Euthanasie auch in der sogenannten Kretinenanstalt in Berg bei Schnaitsee ihre schlimmen Folgen.. „1940 wurden Meldebögen eingeführt. Darin hieß es bei 20 Berger Zöglingen ´blöd, schwachsinnig, idiotisch, taubstumm gelähmt…´ und so weiter. Nach diesem vernichtenden Zeugnis erfolgte unweigerlich der Abtransport. Am 24. Januar 1941 wurden diese Berger Bewohner nach Hartheim bei Linz gebracht. Hier gab es eine Gaskammer und ein Krematorium. Keiner kam mehr zurück.“ Auch vor behinderten Kindern oder gar vor unangepassten Schülern machte die Vernichtung nicht halt. Schuhbeck zitierte einen Zehnjährigen aus Tüssling: „Ich hatte Glück. Mein Vater hatte eine Uniform getragen. Sonst ist keiner wieder heim gekommen. Umgebracht hat sie der Hitler, der Bazi.“

Das Töten geht wieder los

„Und heute geht es in der Ukraine mit dem Töten der „schlechten Menschen“, wie Putin sie nennt, schon wieder los.“ Nach diesen bedrückenden Worten, wirkten das abschließende „Vater unser“ und das Marienlied „Segne du Maria“ wie eine Erlösung und der Blick weitete sich wieder aus der Vergangenheit auf die herrliche Natur rund um das Mahnmal.

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