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Ulrich Hutter stellt im Bauernmarkt aus

Amtsrobe aus – Schreinerkittel an: Ein Haager Richter wird zum Kunsthandwerker

Der Hobbykünstler Ulrich Hutter war Hauptberuflich als Richter tätig. Nun widmet er sich ganz seiner Kunst.
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Der Hobbykünstler Ulrich Hutter war Hauptberuflich als Richter tätig. Nun widmet er sich ganz seiner Kunst.
  • VonLudwig Meindl
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Früher war er Richter, jetzt arbeitet er künstlerisch unter anderem mit Holz. Im Haager Bauernmarkt-Gebäude stellt Ulrich Hutter jetzt seine Werke aus. Er hat auch die „Hofgarten-Linde“ in ein Kunstwerk umgearbeitet. Portrait eines Mannes, der die Kunst entdeckte.

Haag – Holzkunstwerke und Bilder in Acryl bereichern die aktuelle Ausstellung im Haager Bauernmarkt. Die Objekte stellte der Hobbykünstler Ulrich Hutter zur Verfügung, der auch die „Hofgarten-Linde“ in ein Kunstwerk umgearbeitet hatte. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Bauernmarktes jeden Freitag, von 11 bis 16.30 Uhr, frei zugänglich.

Neben den Schnitzereien zeigt Hutter, den man auch von den Wasserburger Kunstausstellungen kennt, in Haag erstmals seine Gemälde in Acryl. Im Großformat von eineinhalb bis zwei Meter hielt er seine Impressionen vom „Carneval in Rio“ fest. Er hatte die vorbeiziehenden Sambaschulen von der Bühne aus betrachtet und die farbenfrohe Bewegung eingefangen. In Costa Rica konzentrierte er seine Urlaubseindrücke auf einen abstrakten „Nebelwald“.

Die Titel „Lancarote“, „Madeira“ und gespachtelte Porträts in Öl belegen die schillernde Vielfalt. Ein aktuelles Thema bannte er zwischen ein düsteres graues Chaos mit wenigen Farbtupfern in die „Suche nach dem Impfstoff“.

Leidenschaft Holzbildhauerei

Vor dem Prunkstück der einstigen „Hofgarten-Linde “ zieren die Wände die Werke aus Hutters Holzbildhauerei. Ein Objekt fordert ihn mindestens 15 Stunden. Er beginnt mit der Suche nach dem passenden, meist verwitterten Holzklotz und überlegt sich eine „Fantasieform“ heraus. Dann erst setzt er das Schnitzmesser an, poliert mit Schleifmaschine und Schmirgelpapier, um das neue Kunstwerk schließlich mit wachshaltiger Flüssigkeit einzulassen.

Ulrich Hutter holt besondere Formen aus Holzklötzen.

Zu bewundern sind das „Mammut“, das „Füllhorn“, „Herzkranzgefäß“, der „schlafende Wal“, Holzschalen, Stelen aus Ästen und eine Stehlampe, die auf dem Fundament eines antiken Gebälktorsos von einem Südtiroler Hof steht.

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Heute kann sich Hutter als Rentner seine Stunden im Atelier ohne Engpässe einteilen. Zeitlebens begleiteten den einstigen Richter die Gemälde und Holzkunstwerke als willkommener Kontrast zum Berufsalltag. Bis vergangenes Jahr noch verfasste er für einen Münchener Steuerfachverlag Einkommenssteuerkommentare. Früher zog er die Amtsrobe aus, um in den Schreinerkittel zu schlüpfen und für die gesamte Verwandtschaft Holzbänke zu zimmern. Ein privates Stück gönnte er sich mit einem Schachtisch und geschnitzten Figuren.

Das Auftreten ihres Vaters als Schreiner prägte sich einst auch seiner Tochter ein, als sie noch den Kindergarten besuchte. Da wurde sie einmal nach dem Beruf ihres Vaters gefragt, der damals als Richter am Finanzgericht München und etwas später am Bundesfinanzhof wirkte. Sie gab an: „Schreiner.“

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