Amerangs Triebfedern geehrt: Verdiente Einwohner erhalten die Bürgermedaille

Die neuen Bürgermedaillenträger, ausgezeichnet von den Bürgermeistern von Amerang (von links): Rupert Rußwurm, Ernst Freiberger (erhielt bereits die Bürgermedaille), Werner Fröwis, Sonja Herbst, Gust Voit, Hans Ruhrseitz und Konrad Linner. Auer
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Die neuen Bürgermedaillenträger, ausgezeichnet von den Bürgermeistern von Amerang (von links): Rupert Rußwurm, Martin Rechl, Werner Fröwis, Sonja Herbst, Gust Voit, Hans Ruhrseitz und Konrad Linner.

In einer Feierstunde hat die Gemeinde Amerang Rupert Rußwurm, Martin Rechl, Hans Ruhrseitz und Sonja Herbst für ihr ehrenamtliches Engagement mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Mit einem Eintrag haben sie sich im Goldenen Buch der Gemeinde verewigt.

Amerang – Es war ein sehr freudiger Anlass – wie Bürgermeister Gust Voit feststellte, zu dem sich Gemeinderäte sowie Freunde und Familien der neuen Bürgermedaillenträger im Ameranger Rathaus eingefunden hatten. Zu ehren waren vier „Herzblut- Ameranger“, die sich mit ganzer Kraft für die Entwicklung der Gemeinde und das gesellschaftliche Miteinander eingesetzt hätten. „Verdiente Leute muss man zu Lebezeiten ehren“, betonte Voit, besonders wenn sie so unglaublich viel für die Gemeinde geleistet hätten. Dieser Überzeugung waren auch die beiden stellvertretenden Bürgermeister Konrad Linner und Werner Fröwis und der Gemeinderat, der sich einstimmig für die Ernennung der neuen Würdenträger ausgesprochen hatte.

Gemeinsam hätten sie über Jahrzehnte hinweg viel zum Wohl der Gemeinde erreicht, betonte Voit, deshalb sei es ihm auch ein Bedürfnis gewesen, die Ehrung noch in seiner Amtszeit vorzunehmen.

Rupert Rußwurm: der Bürgermeistermacher

Rupert Rußwurm aus Amerang war von 1978 bis 1984 und dann ununterbrochen von 1990 bis 2020 im Ameranger Gemeinderat. „Du warst ein Bürgermeistermacher, denn du hast mich damals motiviert, die immense Herausforderung anzunehmen“, sagte Voit. Rupert Rußwurm sei ihm in seiner 20-jährigen Amtszeit ein loyaler aber auch kritischer Weggefährte und Ratgeber gewesen. In seiner 36-jährigen Gemeinderatszugehörigkeit habe er immer meinungsstark und ganzheitlich ausgerichtet entscheidende Impulse in der Gemeindeentwicklung und der Ortskerngestaltung gesetzt. Er habe aktiv in der Ausweisung und Entwicklung von Wohnbauland und Gewerbegebieten mitgewirkt. Rußwurm habe einen maßgeblichen Anteil an der Entschuldung und Konsolidierung des Gemeindehaushalts. Mit dem Mut zu antizyklischen Entscheidungen habe man so der maroden Finanzlage entgegengewirkt und den Schuldenberg abgebaut. Darüber hinaus habe Rupert Rußwurm großen Anteil am Bau der Grund- und Teilhauptschule und der neuen Gemeindehalle. Als gefürchteter Revisor habe er dabei stets die Finanzlage der Gemeinde im Blick gehabt, so Voit.

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Martin Rechl aus Amerang hatte große Verdienste bei der Ansiedlung von Gewerbebetrieben und der damit verbundenen erfolgreichen Entwicklung als Gewerbestandort. Er setzte sich maßgeblich für die Belebung der Ortsmitte mit dem Erhalt der Gastwirtschaft und den Umbau der Metzgerei zur Eisdiele ein. „Seiner Überredungskunst ist es zu verdanken, dass das Rathaus da steht, wo es jetzt steht“, sagte Voit.

Martin Rechl: der Gewerbeförderer

Rechl habe in der Zeit klammer Gemeindefinanzen in vielen Gesprächen mit dem Eigentümer des damals bestehenden Gebäudes und Ernst Freiberger den Ankauf und späteren Weiterverkauf an die Gemeinde initiiert. Zudem machte sich Martin Rechl als Initiator des Fördervereins des SV Amerang verdient, in dessen Vorstandschaft er 15 Jahre aktiv war. 19 Jahre war Martin Rechl als Gründungsmitglied Vorsitzender des Ameranger Gewerbevereins und treibende Kraft legendärer Veranstaltungen wie das Ameranger Dorffest, Gulpturtage und Varieté Festival.

Hans Ruhrseitz: das Urgestein

Hans Ruhrseitz aus Kammer ist als Ameranger Urgestein ebenfalls fest im Gemeindeleben verankert. 1999 war er maßgeblich an der Gründung der Ameranger Dorfmusik beteiligt, deren Geschicke er als Vorsitzender bis 2017 lenkte. Große Verdienste hat er sich auch in der musikalischen Ausbildung von Schülern und Jugendlichen und der Förderung des Musikantennachwuchses erworben. Im Trachtenverein war er insgesamt 31 Jahre in der Vorstandschaft und zudem als Jugend- und Musikwart und sechs Jahre als Vorplattler aktiv.

Er hat den Jugendhoagascht ins Leben gerufen und jahrelang organisiert. Darüber hinaus habe er sich insgesamt 50 Jahre lang im Sanitäts- und Rettungsdienst zum Wohl seiner Mitmenschen engagiert, berichtete der zweite Bürgermeister Konrad Linner. Das gehe weit über das übliche Maß im Ehrenamt hinaus.“ Zudem habe sich Ruhrseitz wichtige Verdienste im Ameranger Sportverein als Schiedsrichter, Jugendtrainer (zehn Jahre) und Betreuer der ersten Mannschaft (15 Jahre) erworben.

Sonja Herbst: die Seniorenbeauftragte

Sonja Herbst hat sich seit 2007 offiziell als Senioren- und Behindertenbeauftragte maßgeblich für das gesellschaftliche Miteinander eingesetzt, doch die engagierte Amerangerin war bereits vorher in diesem Bereich tätig. Sie fungiert als Ansprechpartnerin und Bindeglied zwischen Bürgern, Gemeinde und Landkreis.

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Die Aufgaben der Ameranger Senioren- und Behindertenbeauftragten Sonja Herbst sind umfangreich. Ihr Einsatzspektrum ist vielfältig und reicht unter anderem von Besuchen daheim und in Betreuungseinrichtungen über die Unterstützung im täglichen Leben wie Besorgungen, der Organisation von Lebensmittellieferungen oder Haushaltshilfen bis hin zu Arzt- oder Seniorenheimempfehlungen.

Darüber hinaus beriet Herbst auch bei Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten, Barrierefreiheit im Wohnumfeld und der Nachlassabwicklung auswärtiger Angehöriger. Zudem initierte sie Spielenachmittage initiiert und Ausflüge. Dieses Engagement sei für die Gemeinde von unschätzbarem Wert, lobte Fröwis.

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