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Neues Bauen baucht das Land

Amerang treibt das Vorzeige-Wohngebiet „Kammer“ voran

Im Ameranger Ortsteil Kammer entsteht ein Vorzeige-Baugebiet.
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Im Ameranger Ortsteil Kammer entsteht ein Vorzeige-Baugebiet.
  • VonChristl Auer
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Neues Bauen braucht das Land, findet Amerang. Die Kommune entwickelt ein neues Wohngebiet, das in puncto Nachhaltigkeit Akzente setzen soll. Im Gemeinderat ging es jetzt auch um die Grundstückspreise. Was kann die Kommune tun, damit das Bauen nicht unerschwinglich wird?

Amerang – In der Beratung gingen die Mitglieder des Gemeinderates davon aus, dass für das Baugebiet Kammer ein aktueller Bodenrichtwert beziehungsweise Verkehrswert von etwa 550 Euro pro Quadratmeter für Wohnbauland einschließlich Erschließungskosten anzusetzen ist. Unter Ansatz eines Nachlasses von etwa 30 Prozent auf den Nettogrundstückswert (ohne Erschließungskosten) ergäbe sich demnach ein vergünstigter Kaufpreis von brutto 415 Euro pro Quadratmeter.

Ziel: Kosten abfedern

Die hohen Grundstückspreise würden wohl dazu führen, dass zunehmend weniger Bewerber einen geförderten Eigenheimbau finanzieren können, war die Meinung im Gemeinderat. Um die Kosten ein wenig abzufedern, soll die Gemeinde deshalb künftig eine Differenzierung des Kaufpreises, in Form einer Preisstaffelung zwischen Einzelhaus- und Doppelhaus- beziehungsweise Baugruppengrundstücken vornehmen. Hierdurch könnte die Gemeinde gezielt Formen des flächensparenden Bauens fördern.

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Die Räte vertraten die Meinung, dass die gemeindliche Wohnbauförderung vor dem Hintergrund der aktuellen Erhöhung des Darlehenszinsniveaus künftig auch den Erwerb von Wohnungsteileigentum für Familien und auch für Einpersonenhaushalte erfassen sollte. Der beginnende Prozess des Umdenkens, weg von der Ausschließlichkeit freistehender Eigenheime und hin zu anderen Wohnformen, solle von der Gemeinde unterstützt werden.

Weiter regte der Gemeinderat an, dass die Gemeinde künftig und im Baugebiet Kammer nach Möglichkeit erstmals schlüsselfertige Konzepte ähnlich dem Reihenhausprojekt der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft anbieten können sollte.

Diese sollen Bewerbern Kostensicherheit für die Beschaffung von Wohnungsteileigentum in Geschoßwohnungsprojekten bieten. Insoweit sollte die Gemeinde die Umsetzung eines Projekts zum Zwecke der Veräußerung von Wohnungsteileigentum oder Vermietung mit Förderung im Rahmen des kommunalen Wohnungsbauförderprogramms anstreben.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass der Kaufpreis für die unvergünstigte Vergabe zum Verkehrswert 550 Euro pro Quadratmeter einschließlich Erschließung, ohne Nahwärmekostenanteil und Erschließungsanteil für Ausbau der Ortsdurchfahrt Kammer, betragen soll.

Das sind die Preise

Der Kaufpreis für die vergünstige Vergabe soll wie folgt gestaffelt werden: freistehende Eigenheimgrundstücke: 310 Euro pro Quadratmeter, Doppelhausgrundstücke: 270 Euro pro Quadratmeter und Reihenhäuser/Baugruppe: 250 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen in diesen Fällen noch die Erschließungskosten.

Der Umfang des auszuschreibenden Grundstücksangebots soll zunächst nicht beschränkt werden, sodass auch Anfragen für die Errichtung von Baugruppengebäuden zugelassen werden.

Anfragen privater Investoren für Grundstücke zur Errichtung von Mietwohnanwesen beispielsweise für Mitarbeiter, sollen an private Grundstückseigentümer verwiesen werden.

Unternehmen für Geschosswohnungsbau gesucht

Die Verwaltung wurde beauftragt, die erforderlichen Vorbereitungen zu treffen. Insbesondere soll Kontakt mit geeigneten Unternehmen aufgenommen werden, die für eine schlüsselfertige Erstellung von Geschosswohnungsbauten im Auftrag der Gemeinde zur Veräußerung als Wohnungseigentum für Eigennutzer in Frage kommen.

Das geschieht zum Hochwasserschutz

Im laufenden Bebauungsplanverfahren hatte das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim darauf hingewiesen, dass das Planungsgebiet im faktischen Überschwemmungsgebiet des Doblmühlbachs liegt und das Baugebiet kritisch gesehen wird. Der Gemeinderat hat hierzu in vorangegangener Sitzung, unter Abwägung aller Belange, entschieden, an der Bauleitplanung im Bereich „Kammer“ festzuhalten.

Durch die im Bebauungsplan getroffenen Festsetzungen und durch die Umsetzung der wasserwirtschaftlichen Maßnahmen kann aus Sicht des Gemeinderats die geplante Überbauung vor Überschwemmungen im Zuge von Hochwasserereignissen bis zu einer Jährlichkeit von HQ100 sicher geschützt werden.

Erhebliche Erdbewegungen notwendig

Nach Eingang einer neuerlichen Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes wurde das mit der Planung befasste Fachbüro nun beauftragt, die bisher nicht ausgearbeitete Planung des für den Hochwasserschutz erforderlichen Retentionsraums am südöstlichen Rand des Planungsbereichs zu erstellen. Die Planung soll auch den Wunsch des Grundstückseigentümers berücksichtigen, dass die gesamte Anlage weiter als landwirtschaftliche Grünfläche bewirtschaftet werden kann. Dies erfordert erhebliche erdtechnische Leistungen, da das Gelände von Doblmühle nach Kammer um etwa 2,50 Meter abfällt.

Das Planungsbüro hat hierfür Baukosten von 154.700 Euro ohne Nebenkosten ermittelt. Für die ergänzenden Planungsleistungen ergibt sich eine Erhöhung des voraussichtlichen Gesamthonorars um etwa 16.000 Euro auf etwa 275.200 Euro. Der Gemeinderat genehmigte einstimmig die ergänzende Planung für die Errichtung eines Hochwasserretentionsbeckens für den Doblmühlbach.

Tief- und Straßenbau

Bei der Ausschreibung für die Tief- und Straßenbauarbeiten gaben fünf Firmen ein Angebot ab. Der Gemeinderat erteilte einstimmig den Auftrag an das niedrigste Angebot mit 1,95 Millionen Euro. „Damit liegt das Ergebnis rund 650.000 Euro unterhalb der Kostenberechnung“, stellte Bürgermeister Konrad Linner erfreut fest. Mitausgeschrieben wurden die Lieferung und Einbau der Nahwärmeleitung ( 356.000 Euro) sowie die Tiefbauarbeiten für die Flutmulde (155.000 Euro).

So sieht der Plan des Baugebiets Amerang derzeit aus.

Nicht mitausgeschrieben wurden die Leistungen für Asphaltdeckschicht der Erschließungsstraßen, Tragschichten der Privatstellplätze, die Steuerung des Pumpwerks und der Zaun für das Regenrückhaltebecken (zusammen 128.000 Euro). Diese Leistungen werden im Bauverlauf gesondert beauftragt.

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