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Qualität vor Quantität für die Kleinsten

Amerang gibt mit neuer Satzung einen Anschubser zum Spielplatzausbau

An der Schule in Amerang befindet sich dieser Spielplatz. Auch er könnte von der neuen Satzung in Amerang profitieren, weil in seinem „Einzugsgebiet“ weitere Wohnbauten geplant seien, führte Bürgermeister Linner aus.
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An der Schule in Amerang befindet sich dieser Spielplatz. Auch er könnte von der neuen Satzung in Amerang profitieren, weil in seinem „Einzugsgebiet“ weitere Wohnbauten geplant seien, führte Bürgermeister Linner aus.
  • VonChrista Auer
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  • Petra Maier
    Petra Maier
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Die neue Bayerische Bauverordnung gibt vor, dass bei einigen Wohnungsbauvorhaben künftig auch für Spielräume gesorgt werden muss. In Amerang hat man sich dafür entschieden, dass nicht viele kleine Spielplätze entstehen sollen, sondern bestehende ausgebaut werden sollen.

Amerang – Kleine Änderung mit großer Wirkung: Im Ameranger Gemeinderat wurde in der jüngsten Sitzung eine neue Satzung zur Errichtung von Kinderspielplätzen beschlossen – mit 7:6 Stimmen. Eine Änderung in der Bayerischen Bauordnung hatte diese Entscheidung möglich gemacht. Dadurch könnten in der Gemeinde Amerang bestehende Spielplätze, die von der Stadt gepflegt und umsorgt werden, noch schöner ausgebaut werden, meint Bürgermeister Konrad Linner (Gemeindeliste Amerang).

„Wir wollen mit der neuen Satzung die Bauträger nicht knebeln und sie zwingen, kleine Spielplätze in Eigenregie zu errichten, sondern wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, sich am Ausbau bestehender Spielplätze zu beteiligen. „Ein großer zentraler Spielplatz ist doch wesentlich sinnvoller als viele kleine“, erklärte Linner im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Als Beispiel nannte er ein Bauvorhaben in Evenhausen. Sechs Wohneinheiten sollen dort entstehen. Auf dem Grundstück wäre allerdings kein Platz für einen Spielplatz, so Linner. In unmittelbarer Nähe gibt es aber einen Spielplatz, den die Kinder, die hier möglicherweise zuziehen, doch prima nutzen könnten, verweist Linner.

Um zeitnah eine entsprechende Regelung zu schaffen, beriet der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ausführlich über mögliche Festsetzungen in einer neuen Satzung. Einig waren sich die Räte grundsätzlich darüber, dass sie ein wichtiges Steuerungselement sei, die Bauherren aber nicht über Gebühr belastet werden sollten. Einigkeit herrschte auch darüber, dass es zielgerichteter sei, wenn nicht in jeder Wohnanlage ein separater Spielplatz errichtet werde. Stattdessen sollten von der Gemeinde betriebene Spielplätze gegen Kostenbeteiligung der Bauherren genutzt werden, die dann auch mit mehr Spielfunktionen ausgestattet werden könnten. Die Bauherren könnten so Grundstücksflächen besser nutzen und die Kinder profitierten von verschiedenen Spielbereichen und gewarteten Anlagen.

Diskussion um die Ablösesumme

Diskussionen gab es nur über die festzulegende Größe des Kinderspielplatzes und die Höhe der Ablösesumme. Auf Wunsch des Rates wurden die im Satzungsentwurf festgesetzten mindestens sechs Quadratmeter je 100 Quadratmeter Gesamtwohnfläche auf drei Quadratmeter halbiert. Der ursprünglich vorgesehene Ablösebetrag von 700 Euro pro Quadratmeter Kinderspielplatz wurde nach zähen Verhandlungen auf 400 Euro festgelegt. Die Gegner fanden auch diese Summe noch zu hoch. Sie befürchteten, dass zu hohe Ablösekosten dazu führten, dass private Spielplätze errichtet würden. Der Gemeinderat beschloss mit 7:6 Stimmen die Satzung zur Errichtung von Kinderspielplätzen.

Bayerische Bauordnung mit neuer Verpflichtung für Bauherren

Mit der Änderung der Bayerischen Bauordnung wurde die Verpflichtung zum Bau von privaten Kinderspielplätzen für Bauvorhaben mit mehr als drei Wohnungen gesetzlich geregelt. Ausgenommen davon sind Boardinghäuser, Alten- oder Lehrlingswohnheime, Wohnungen unter 45 Quadratmetern oder geförderte Altenwohnungen. Darüber hinaus werden auch Wohnungen nicht mitgezählt, denen Gartenflächen mit mindestens 30 Quadratmetern unmittelbar und ausschließlich zugeordnet sind. Zur Umsetzung dieser Vorgaben bedarf es einer Satzungsänderung der Gemeinde.

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