Amerang bewilligt Vorschuss für Betriebsdefizit

Für das im aktuellen Haushaltsjahr zu erwartende Betriebskostendefizit der örtlichen Kindertagesstätten wurde beim Gemeinderat Amerang ein Vorschuss in Höhe von 75125 Euro beantragt. Diesen bewilligte das Gremium einstimmig.

Amerang/Evenhausen –„Die Summe hört sich aktuell gewaltiger an als sie am Ende sein wird“, betonte Christian Staber. In seiner Funktion als Verwaltungsleiter des Pfarrverbands erläuterte er dem Gemeinderat die vorübergehend prekäre finanzielle Situation. Demnach habe die Katholische Kirchenstiftung St. Rupert Amerang den Haushaltsplan 2020 für den Betrieb der beiden Kindertagesstätten St. Rupert Amerang und St. Peter und Paul Evenhausen aufgestellt. Bisher orientierte sich die Planung an dem Kindergartenjahr, nun wurde sie an das Kalenderjahr angepasst. Die Jahresrechnung 2018/19 werde deshalb für einen Zeitraum von 16 Monaten erstellt.

Mehr Kinder – mehr Ausgaben

Die finanzielle Schieflage sei durch die vergleichsweise niedrig angesetzten Einnahmen aus der Betriebskostenförderung begründet, sagte Staber. Zum Zeitpunkt der Haushaltsaufstellung ging der Träger von weniger Kindern und damit auch von geringeren Einnahmen aus. Mittlerweile habe die Einrichtung aber mehr Kinder als bei der Haushaltsplanung absehbar und beantragt.

Gebühren fallen derzeit weg

Die Ausgaben im Personalbereich waren dagegen damals bereits in der richtigen Höhe angesetzt gewesen. Erschwerend komme hinzu, dass die eingehenden Abschlagszahlungen aktuell geringer ausfallen und Gebühreneinnahmen wegen der coronabedingten Schließung ausblieben.

Um den vorübergehenden Liquiditätsengpass zu überbrücken, hat die Kirchenstiftung einen Vorschuss in Höhe der Hälfte des errechneten Defizits beantragt. Im vorgelegten Plan entsteht für das laufende Jahr ein Betriebskostendefizit in Höhe von 150 250 Euro. Effektiv werde sich der Fehlbetrag am Ende aber im Bereich der Vorjahre bewegen und deutlich geringer ausfallen, bekräftigte Staber.

In einer freiwilligen Vereinbarung zur Betriebskostenförderung verpflichtete sich die Gemeinde bereits 2007, hundert Prozent des Defizits zu übernehmen. Laut Kämmerer Anton Görgmayr erscheint die Berechnung plausibel. Trotz zusätzlicher Ausgaben aus der Endabrechnung der kindbezogenen Förderung in Höhe von 11 000 Euro liege das anteilig zu erwartende Defizit noch innerhalb des Haushaltsansatzes, betonte die Kämmerei. ca

Kommentare