Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Wissenschaft zum Anfassen

Am Wasserburger Gymnasium gibt es eine Lehrstunde in Sachen Corona-Pandemie und Impfen

Dr. Michael Schön (links), einst Schüler am Luitpold-Gymnasium in Wasserburg (LGW) und heute Forscher am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universitätsklinik Ulm, hielt auf Einladung von Dr. Johannes Hain, Lehrer und Zweiter Vorsitzender der Luitpoldiana-Studiengemeinschaft, einen Vortrag an seiner alten Schule.
+
Dr. Michael Schön (links), einst Schüler am Luitpold-Gymnasium in Wasserburg (LGW) und heute Forscher am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universitätsklinik Ulm, hielt auf Einladung von Dr. Johannes Hain, Lehrer und Zweiter Vorsitzender der Luitpoldiana-Studiengemeinschaft, einen Vortrag an seiner alten Schule.
  • Winfried Weithofer
    VonWinfried Weithofer
    schließen

Das Beispiel von Bayern-Star Joshua Kimmich zeigt, wie kontrovers das Impfen gegen Corona nach wie vor debattiert wird. Wie kann eine Schule die Problematik thematisieren? Am besten rein wissenschaftlich, bewiesen zwei Vorträge mit Diskussion am Luitpold-Gymnasium Wasserburg (LGW).

Wasserburg – Am Gymnasium Wasserburg fand quasi eine Lehrstunde in Sachen Corona und die Arbeit der Wissenschaft statt: Dr. Michael Schön (39), einst Schüler am Luitpold-Gymnasium in Wasserburg, heute Forscher am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universitätsklinik Ulm, trat als Experte zum Thema Impfen in der Corona-Pandemie auf. Eingeladen hatte ihn Dr. Johannes Hain, Lehrer und zweiter Vorsitzender der Luitpoldiana-Studiengemeinschaft, bei der auch Schön Mitglied ist. Der Vortrag fand im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche am LGW statt.

+++ Aktuelle Nachrichten und Artikel rund um das Thema Coronavirus in der Region finden Sie auf unserer OVB-Themenseite +++

Hain machte im Vorfeld klar, welche Bedeutung der Vortrag habe: „Das ist ein fächerübergreifendes Projekt, eine simulierte Vorlesung, mit der die Schüler aufs Studium vorbereitet werden sollen.“ Schulleiterin Verena Grillhösl erklärte bei der Begrüßung, Schön sei eingeladen worden, damit er an seiner früheren Schule einen Einblick darüber vermittele, wie wissenschaftliche Arbeit funktioniere.

Kein Zweifel am Nutzen der Impfung

Diese Aufgabenstellung erfüllte der Referent. Seine Darstellung war klar strukturiert, anschaulich, sachlich – und trotz des unvermeidlichen medizinischen Fachvokabulars gut verständlich. Auf einer Tafel skizzierte Schön den Weg des Virus in die Zelle und wie sie sich zur Wehr setzen kann.

+++ Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier. +++

Didaktisch geschickt band er die Schüler mit Fragen in seinen Vortrag ein, erklärte die hohe Infektiosität, mögliche gesundheitliche Folgen wie Atembeschwerden, Geruchs- und Geschmacksstörung, Müdigkeit und anderes mehr. An der Nützlichkeit der Impfung ließ Schön keinen Zweifel, zeige sie sich doch zu 95 Prozent erfolgreich.

Lesen Sie auch: Corona im Schullandheim: Gesundheitsamt weist Kritik Wasserburger Eltern zurück

Kam bei den Schülern am Luitpoldgymnasium in Wasserburg gut an: Dr. Michael Schön, der an seiner alten Schule einen wissenschaftlichen Vortrag zu Corona hielt.

Mit seinen Ausführungen weckte der ehemalige Wasserburger Gymnasiast großes Interesse bei den jungen Zuhörern aus den Jahrgangsstufen zehn, elf und zwölf. Sie stellten auch viele kritische Fragen. „Wie ernst muss man bei der Impfung mögliche Nebenwirkungen wie Herzmuskelentzündungen nehmen“, beispielsweise. Diese seien viel zu selten, um auf die Immunisierung zu verzichten, so der Wissenschaftler.

„Ich bin ein großer Fan der Freiheit“

Zur möglichen Einführung einer Impfpflicht sagte er: „Ich bin ein großer Fan der Freiheit.“ Daher sei er eher dagegen. Zugleich wies der Wissenschaftler jedoch darauf hin, dass das Impfen viele Menschenleben gerettet habe. Doch auch die Spritze könne das Virus nicht total stoppen, räumte er ein.

Was er vom Totimpfstoff halte, den Impfskeptiker leichter akzeptieren könnten? „Wer weiß, wann er kommt, und vielleicht ist er auch weniger wirksam“, lautet die Antwort des Wissenschaftlers. Das Mittel der Wahl sei eben der „sehr, sehr sichere“ mRNA-Impfstoff. „Gerade mal bei einem von 100.000 Geimpften gibt es eine schwere Nebenwirkung.“

Kritischen Fragen aus der Schülerschaft gestellt

„Wurde bei der Zulassung des Impfstoffs nicht zu sehr aufs Tempo gedrückt?“, fragten einige Schüler. Nein, fand Schön, man habe das Verfahren lediglich vom Ablauf her beschleunigt. Und er betonte noch einmal die aus Sicht der Wissenschaft langfristige Sicherheit: Auffälligkeiten würden sich ja schon nach relativ kurzer Zeit zeigen. Auch einen Einfluss auf das Erbgut hält er für praktisch ausgeschlossen.

„Wann wird die Pandemie beendet sein?“, wollten die Schüler auch wissen. Mitte nächsten Jahres, schätzte Schön, „wenn nicht Varianten kommen, die unser Immunsystem überwinden.“

Mehr zum Thema

Kommentare