Auflagen für alle Teilnehmer

Am Samstag Kundgebungen in Wasserburg: Corona-Skeptiker vs. „wasserburg.bunt“

So sah es vergangenen Freitag in Mühldorf am Stadtplatz bei einer entsprechenden Veranstaltung von Franz Stemmer aus.
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So sah es vergangenen Freitag in Mühldorf am Stadtplatz bei einer entsprechenden Veranstaltung von Franz Stemmer aus.
  • Andrea Klemm
    vonAndrea Klemm
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Mit einer künstlerischen Performance, einem „Aufzug“, will Franz Stemmer aus Haag am Samstag, 14. November, um 12 Uhr in der Altstadt von Wasserburg auf die „Unverhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen“ aufmerksam machen. Anschließend soll eine Kundgebung stattfinden. Das Bündnis „wasserburg.bunt“ kündigt Gegenwind an.

Wasserburg – Stemmer hat bereits in Mühldorf und Haag Versammlungen unter dem Titel „Bürger im Dialog für Frieden und Freiheit - Pandemie ohne Ende? Offenes Mikrofon, lasst uns reden!“ veranstaltet. Angemeldet ist ein Aufzug für 20 Personen. „Wir wollen satirisch und mit deutlich überzeichneten Mitteln darstellen, wie wir die Maßnahmen sehen. Das Ganze ist künstlerischer Natur“, sagt Stemmer auf Nachfrage der Wasserburger Zeitung.

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Ursprünglich wollte man sich dafür in der Hofstatt treffen, dort findet jedoch der grüne Markt statt. Darum werde man in Absprache mit der Stadt Wasserburg auf den Marienplatz ausweichen, dort startet der „Aufzug“ durch die Altstadt und endet auch wieder dort, wo dann die eigentliche Versammlung für die Corona-Skeptiker stattfindet. Diese ist für 200 Personen beim Landratsamt angemeldet. „Die Platzverhältnisse geben das her“, findet Stemmer.

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Auf Nachfrage beim Landratsamt in Rosenheim bestätigt Sprecherin Ina Krug, dass es drei Anmeldungen für Samstag gebe, sie bestätigt auch die angegebenen Personenzahlen. „wasserburg.bunt“ wolle sich etwa mit 80 Personen an der Touristinformation zusammenfinden. „Alle drei Anmeldungen werden derzeit geprüft, es gab vor Ort Besichtigungstermine, ob die Platzverhältnisse ausreichen. Die Genehmigungsbescheide sind in Arbeit, bzw. in Prüfung“, sagte Krug Donnerstag, 12. November, gegen 15 Uhr zur Wasserburger Zeitung.

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Die Polizei Wasserburg war bei den Ortsterminen dabei. Nachgefragt bei PI-Chef Markus Steinmaßl erklärt dieser, es handle sich um eine Versammlung nach dem Versammlungsgesetz, „und es ist unsere Aufgabe die Versammlung zu begleiten und zu schützen. Als Polizei gilt für uns, jeden Anmelder gleich zu bewerten und seine Veranstaltung nach dem Grundgesetz zu schützen – solange alles friedlich und ohne Straftaten vor sich geht“. Natürlich müssen sich alle Teilnehmer an die entsprechenden Auflagen halten, den Abstand einhalten und einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Die Polizei Wasserburg werde Unterstützungskräfte anfordern, da solche Einsätze sonst personell nicht zu stemmen wären. „Es ist schwer einzuschätzen, wie viele Bürger am Samstag dem Aufruf folgen werden. In Wasserburg ist das ja die erste Versammlung in Zusammenhang mit Corona.“

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Das Bündnis „wasserburg. bunt“ (dazu gehören u.a. SPD, Linke, Grüne, evangelische Gemeinde, Künstler und diverse Vereine) schreibt auf seiner Facebook-Seite, dass seit beginn der Pandemie deutschlandweit Kundgebungen von Corona-Rebellen stattfinden. Zunächst sei es um einen Protest gegen die staatlich verordneten Maßnahmen und Einschränkungen Pandemie gegangen.

„Mittlerweile tummeln sich auf diesen Veranstaltungen nicht nur besorgte Bürger, sondern auch Anhänger von Verschwörungsmythen, Reichsbürger und Rechtsextreme, um sich solche Veranstaltungen zunutze zu machen. Wir als Bündnis „wasserburg.bunt“ stehen auf gegen rechtsoffene, unsolidarische und wissenschaftsfeindliche Hetze und deren Verbreitung. Denkt bitte an einen Mund-Nase-Schutz und beachtet die Abstandsregeln.

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Wer hilft mit bei „wasserburg.bunt“?

Amnesty International, die Arbeiterwohlfahrt, der Arbeitskreis 68, das Asylpatenprojekt, die Autoteiler, das Bürgerforum, der Bund Naturschutz, die CSU, der DGB, Donna libera, die evangelische Kirchengemeinde, Foto Hochwind, die Grünen, das Jugendzentrum, zwei Kinderarztpraxen, der Kindergarten Gänseblümchen, das Kino Utopia, die Linken, die Musikproduktion Rüsse, die Gewerkschaft NGG, ProBahn, die SPD, das Tanzstudio Belacqua, das Theaterbüro Herwegh, das Theater Wasserburg, die Volkshochschule und der Wasserburger Block u. a.

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