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Auto brennt komplett aus - Vollsperre der A94 bei Ampfing

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A94 - Am frühen Donnerstagabend (30. Juni) steht der Verkehr auf der A94 bei Ampfing. Der Grund ist …
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Begeisterung – und ein Dilemma

Altstadtbahn Wasserburg: Radl statt Züge? Die Stadt will Fördertopf anzapfen

Die Altstadtbahn auf einer alten Postkarte von 1950, fotografiert von Alois Hochwind. Wird sie jemals wieder fahren? Die Hoffnung bleibt, obwohl jetzt ein Radweg auf der Gleisstrecke angedacht ist.
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Die Altstadtbahn auf einer alten Postkarte von 1950, fotografiert von Alois Hochwind. Wird sie jemals wieder fahren? Die Hoffnung bleibt, obwohl jetzt ein Radweg auf der Gleisstrecke angedacht ist.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Radl statt Züge: Die Gleisstrecke der Altstadtbahn soll ein Fahrradweg werden. Die Stadt Wasserburg hat dafür ein Auge auf einen attraktiven Fördertopf des Freistaates geworfen. Im Hauptausschuss löste der Vorschlag Begeisterung der Mehrheit aus, doch es gab auch Kritik.

Wasserburg – Was für ein Dilemma: Die Grünen fordern seit Langem ein besseres Radwegenetz in Wasserburg. Jetzt soll es eine neue Verbindung zwischen Altstadt und Reitmehring geben. Alles gut? Mitnichten: Dem grünen Mitglied im Haupt- und Finanzausschuss, Steffi König, war trotz Maske anzusehen, dass den Grünen, die seit der Stilllegung der Altstadtbahn für ihre Wiederbelebung kämpfen, dieser Radweg nicht passt. Auch Armin Sinzinger (Wasserburger Block) stimmte gegen den Vorschlag der Stadt, sich für das Förderprogramm Radoffensive zu bewerben.

Schnell, sicher, ohne Steigungen

Alle anderen Ausschussmitglieder zeigten sich begeistert bis euphorisch. Denn die Chancen stehen nicht schlecht, dass Wasserburg von dem Zuschusstopf des bayerischen Verkehrsministeriums profitieren könnte. Er fördert im Rahmen der Offensive Klimaland Bayern auch Radwege an Bahnlinien, mit Zuschüssen in Höhe von 80 bis 90 Prozent, gab Bürgermeister Michael Kölbl (SPD) bekannt.

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Die stillgelegten Gleise könnten einem Radweg weichen.

Die Altstadtbahnstrecke wäre ideal, ist er überzeugt. Sie ist, wie berichtet, stillgelegt, zuletzt hatte diese Entscheidung das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigt, der Freistaat hatte im Dezember (wir berichteten) eine Reaktivierung erneut abgelehn t. Trotzdem bleibt eine winzige Chance: Denn die Gleise sollen nicht entwidmet werden, das heißt: Sie bleiben eine Eisenbahnstrecke. Einer anderweitigen quasi „temporären“ Nutzung – für einen Radweg beispielsweise – steht laut Kölbl trotzdem juristisch nichts entgegen. Dafür gebe es viele Beispiele im Bundesgebiet.

Bereits 2010/2011 hatte ein Ingenieurbüro festgestellt, dass ein Radweg auf der Gleisstrecke grundsätzlich machbar sei. Allerdings ist eine artenschutzrechtliche Prüfung notwendig, denn Flora-Fauna-Habitat-Flächen sind tangiert, berichtete Kölbl.

Weiter keine Umwidmung geplant

Der Bürgermeister sieht in der Umwandlung in einen Radweg eine große Chance für Wasserburg. Denn es könne eine attraktive Verbindung zwischen Altstadt und Reitmehring entstehen – ohne Steigungen (der Köbingerberg würde umfahren), sicher, schnell, alltagstauglich. Wenn es gelinge, hier einen Radweg zu realisieren, und zusätzlich den Kapuzinersteg zu verwirklichen, dann sei Wasserburg top aufgestellt für das Verkehrsmittel der Zukunft: das Fahrrad, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt.

Umwidmung nicht notwendig

Werner Gartner (SPD) sprach von einer „super tollen, fantastischen Sache“. Heike Maas, Fraktionsvorsitzende von CSU/Freie Wähler/Wasserburger Block, sieht in einer Umwandlung ebenfalls einen sehr guten Weg – vor allem, weil eine Umwidmung nicht notwendig sei. Schließlich gebe es Befürworter der Altstadtbahn, die ihre Wiederbelebungspläne nicht aufgeben wollten.

Steffi König (Grüne) gehört zu den Altstadtbahnfans. Dass sie über die Pläne der Stadt nicht so begeistert sei wie ihre Ratskolleginnen und -kollegen liege da auf der Hand, sagte sie im Ausschuss. „Ich möchte auf einer Bahnlinie eine Bahn fahren sehen, nicht ein Fahrrad.“ König erinnerte daran, dass Fördergelder auch Steuergelder seien. Darauf würden die Stadträte bei anderer Gelegenheit ja gerne hinweisen. Es werde eine große Summe in eine temporäre Radweglösung gesteckt. Wasserburg habe eine lange Radweg-Mängelliste, da gebe es andere Strecken, die eine Ertüchtigung notwendiger hätten.

Lesen Sie auch: Altstadtbahn Wasserburg: „Stadt hat Verfahren zur Stilllegung ordnungsgemäß durchgeführt“

Edith Stürmlinger (Bürgerforum) zeigte sich verwundert über Königs Aussagen. Der geplante Radweg über die Gleisstrecke sei begrüßenswert. Es könne eine schöne, schnelle Verbindung–- auch zum neuen Großklinikum – entstehen. Maas zeigte sich überzeugt, die Fördergelder seien, falls sich die Stadt erfolgreich bewerbe, gut angelegt, denn die Stadt allein könne die hohe Investition nicht schaffen. „Wir sollten uns bücken und versuchen, die Mittel aufzuheben“, so Maas.

„Riesengeschenk für Wasserburg“

Auch Josef Baumann, Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg, setzte sich vehement für die Bewerbung um eine Förderung ein. Hintergrund bei ihm: Dann seien die Radler weg von der Straße, sie würden vor allem mit ihren E-Bikes „wie die Irren in Horden fahren“, meinte er und sorgte mit dieser Aussage mal wieder für einen humorvollen Beitrag. Ein Riesengeschenk für Wasserburg wäre eine hohe Förderung für dieses Projekt, so Georg Machl (CSU): „Das wäre wie Ostern und Weihnachten zusammen.“

Reaktivierung nicht in absehbarer Zeit

Gartner wollte trotzdem vom Bürgermeister wissen, wie tot die Altstadtbahn sei. Gebe es in absehbarer Zeit doch eine Chance, dass sie aus dem Grab wieder auferstehe? Kölbl vertrat die Meinung, damit sei in den nächsten 20 Jahren nicht zu rechnen. Schließlich habe auch der Freistaat klar ausgesagt, dass er eine Reaktivierung ablehne.

Hoffnung stirbt zuletzt

Trotzdem wollen nicht nur die Grünen die Hoffnung nicht aufgeben. Neben König stimmte auch Armin Sinzinger gegen die Bewerbung um eine Förderung. Er erklärte auf Anfrage der Wasserburger Zeitung seine Ablehnung damit, ein großer Fan der Altstadtbahn zu sein.

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