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Modellkommune mit ehrgeizigen Plänen

Altstadt Wasserburg will klimaneutral werden: Warum das wohl nicht ganz zu schaffen ist

Objektbesichtigung mit Blick von der Burg (von links): die Experten aus dem Landesdenkmalamt und der Politik, Judith Sandmeier, Dr. Sabine Weigand, Georg Sahner, Mechthild Herrmann und Steffi König.
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Objektbesichtigung mit Blick von der Burg (von links): die Experten aus dem Landesdenkmalamt und der Politik, Judith Sandmeier, Dr. Sabine Weigand, Georg Sahner, Mechthild Herrmann und Steffi König.
  • VonKarheinz Rieger
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Wasserburg ist bayernweit Modellstadt, wenn es darum geht, Photovoltaik auf einer historischen Dachlandschaft zu integrieren. Dazu fand eine hochkarätig besetzte Informationsveranstaltung im Rathaus statt. Im Fokus: der Stand der Dinge rund um den Spagat zwischen Energiewende und Denkmalschutz.

Wasserburg – Wie es um das laufende Kommunale Denkmalschutzkonzept (KD) in der Stadt steht, das sich schwerpunktmäßig mit Energiesparmaßnahmen sowie der Nutzung von Photovoltaik (PV) im Ensemble der Dachlandschaften befasst, erfuhren interessierte Bürger. Mit der Landtagsabgeordneten Dr. Sabine Weigand (Grüne), die aufzeigte, dass Energiesparen und Denkmalschutz sich nicht ausschließen müssten, informierten Christoph Scholter und Judith Sandmaier vom Landesamt für Denkmalpflege, Georg Sahner als Chef des Planungsbüros und Stadtbaumeisterin Mechthild Herrmann über die laufenden vier Auswahlprojekte. Eine Stadtführung zu den Objekten mit genauer Schilderung der jeweiligen Möglichkeiten schloss die Informationsveranstaltung ab.

Vier Musterobjekte ausgewählt

Schon im Oktober 2019 hatte die Fraktion der Grünen im Bauausschuss beantragt, den Satz, wonach sich Solaranlagen in ihrer Größe an Lichthofüberdachungen oder Dachausstiegen zu orientieren hätten, als eine massive Einschränkung bei der Energiegewinnung in der Gestaltungssatzung zu streichen. Damals war beschlossen worden, dass die Gesamtfläche einer Anlage maximal ein Drittel der Dachfläche betragen dürfe, die Anordnung der Module mit den Denkmalschutzbehörden abzustimmen sei.

Zwischenzeitlich sei man schon viel weiter, informierte die Stadtbaumeisterin. Auch sei es in Zukunft nicht allein mit einer Satzungsänderung getan, da die Thematik in der Altstadt zu komplex dafür sei. Die Stadt habe im zwischenzeitlich ins Leben gerufenen kommunalen Denkmalprojekt Phase vier erreicht, in der nach Bürgerwerkstatt und Festlegung von vier Musterobjekten, ausgewählt aus 20 Anträgen, die Umsetzung von verschiedenen energetischen Lösungen in Gang komme. Dazu zählen, so Herrmann, die Verwendung neuartiger, farblich angepasster Folien zur Stromerzeugung, aber auch die verbesserte Nutzung von Wärme über Speicher und die Nahwärmeversorgung. Bis Anfang 2023 wolle die Kommune in den Bereichen Wohnen und Gewerbe Ergebnisse mit den unterschiedlichen, an die Objekte angepassten Methoden präsentieren. Sie sollten helfen, die Stadt in die Zukunft zu führen.

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Das tue die Kommune in erster Linie für die Bevölkerung in Wasserburg, versicherte dazu Bürgermeister Michael Kölbl. Das Erscheinungsbild der Stadt sei ihr Kapital, das sei im Spannungsfeld Energieerzeugung, Denkmal- und Klimaschutz bei allen Entscheidungen zu berücksichtigen.

Erscheinungsbild erhalten

Christoph Scholter, Gebietsreferent im Landesamt für Dankmalpflege, bestätigte die Absicht, bei allen Maßnahmen das grundlegende Erscheinungsbild zu erhalten und Brüche zu vermeiden. Nicht alles, was wirtschaftlich optimal sei, könne allerdings genehmigt werden. Auch heiße es für ihn, besser weg von Photovoltaik-Anlagen auf Basis von Glasmodulen. Denn deren Gewicht könne bei diversen Dächern der Stadt zu Lastproblemen führen, bestätigte auch Planungsbüroleiter Georg Sahner, der sich ansonsten eher visionär in die Aussprache einbrachte. Er plädierte unter anderem für Hybridlösungen und neuartige Druckluftspeicherung also weg von konventionellen Batterien.

Dr. Sabine Weigand präsentierte eine moderne Photovoltaik-Folie.

Folien, die zwar etwas weniger Ertrag liefern würden, aber besser in die Dachflächen integriert werden könnten, sowie Synergieeffekte könnten seiner Meinung nach in der Stadt genutzt werden. Auch sollten Objekte bei Energiesparmaßnahmen, wie zum Beispiel in der Ledererzeile, zusammengeführt werden.

Appell: vernetzt denken

Dass die Altstadt nicht ganz klimaneutral werden könne, ließ die Referentin für das Kommunale Denkalkonzept, Judith Sandmeier, durchblicken. Nachhaltigkeit sei auch mit einer Materialschlacht nicht zu erreichen. Man müsse sich am tatsächlichen Bedarf, nicht am errechneten orientieren und vernetzt denken. Sie sei sich aber sicher, dass das laufende Projekt letztlich funktioniere, wenn man künftig nicht nur den Strom, sondern auch die Wärme im Blick behalte.

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