Alternative: "Isener Tisch"

Zur Gründung einer Tafel ist es bei der Veranstaltung, zu der Angela Dressel und Wolfgang Lange Interessierte aus Isen und Umgebung einluden, nicht gekommen. Dafür könnte statt einer selbst verwalteten Ausgabestelle eine Zweigstelle einer bestehenden Tafel betrieben werden.

Isen - "Isener Tisch" soll diese angedachte Einrichtung heißen, die Bedürftige aus dem Gebiet Isen, St. Wolfgang, Haag, Forstern, Pastetten und Lengdorf wöchentlich mit Lebensmitteln versorgen soll. Den ursprünglich geplanten Namen Tafel dürfen die Initiatoren ihrem Projekt nicht geben: der ist Vereinen vorbehalten, die zum Dachverband der Bundestafel gehören. "Wir werden uns an die Auflagen halten, die der Bundesverband stellt, aber eine Mitgliedschaft ist erst später möglich", informierte Dressel die Besucher.

Er informierte, dass mit Investitionen von mindestens 60 000 Euro bei der Bundestafel zu rechnen sei, um die lebensmittelrechtlichen Vorgaben und damit die Aufnahmekriterien des Dachverbandes erfüllen zu können, "Ausgaben, die zu Beginn nicht zu stemmen sind".

Vor allem Wolfgang Lange gab sich optimistisch, die nötigen Spendengelder zur Gründung des Isener Tisches aufbringen zu können. Als Isenes Bürgermeister Siegfried Fischer und Johannes Pfennig, der bei der Isener Flüchtlingshilfe für die Finanzen verantwortlich ist, die Möglichkeit, Spenden im benötigten Umfang zu genieren, kritisch bewerteten, ruderte er zurück. "Die Ausstattung über Spenden zu finanzieren, war vielleicht etwas blauäugig gedacht. Aber ich weiß, dass man mit guter Vereinsarbeit viel erreichen kann", sagte er.

Einig waren sich Initiatoren, Unterstützer und Gäste - unter ihnen Fischers Bürgermeisterkollegen aus Lengdorf, Forstern und St. Wolfgang -, dass zunächst ein Verein gegründet werden muss. Um das vorzubereiten, will man sich demnächst in kleiner Runde treffen. Gleichzeitig soll eruiert werden, wie es um die Bereitschaft etablierter Tafeln steht, in Isen oder einer der anderen Gemeinden eine Außenstelle zu errichten. Ulrich Gaigl, Bürgermeister aus St. Wolfgang, hatte diese Möglichkeit ins Gespräch gebracht. Damit werde nicht nur verhindert, dass man zur "Konkurrenzveranstaltung" werde, es könne auch die bestehende Logistik genutzt werden. "Probleme, die durch Lebensmittelkonkurrenz und Kühlkette auftreten, würden sich dadurch aufheben", sagte er.

Kein Problem sahen die Bürgermeister im Bedarf: Der sei, auch wenn keine verlässlichen Zahlen vorliegen, vorhanden. Sie machten aber auch klar, dass keine der Kommunen bereit ist, die Trägerschaft zu übernehmen. Maitenbeth und Haag, die zum Einzugsbereich des "Isener Tisches" zählen sollen, haben zudem nur "ideelle Unterstützung" zugesichert. Entsprechend den Vorschlägen von Forsterns Bürgermeister Georg Els sollen nach der Vereinsgründung Kontakte zu möglichen Trägern und Lebensmittelmärkten aufgenommen werden. "Es wird eine schwierige Geburt", hatte Isens Bürgermeister Fischer zu Beginn der Veranstaltung prophezeit. Doch die Initiatoren wollen sich nicht entmutigen lassen. "Wir schaffen das", sind Dressel und Lange überzeugt. ane

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