Die alte Textilfabrik „Fiedler“ wird in Babensham wiederbelebt

Der Entwurf für die Kita-Gruppen im Fiedler-Haus plus Anbau. Grafik: Architekturbüro Jocher

Gemeinde Babensham treibt Kita-Planung voran. Um- und Anbau für Kindergarten, Kinderkrippe und Speisesaal sind geplant. Das 4,25-Millionen- Projekt war vorherrschendes Thema im Gemeinderat.

Von Winfried Weithofer

Babensham – Der Bau der neuen Kindertagesstätte war abermals beherrschendes Thema des Gemeinderats Babensham. Es ist ein millionenteures Projekt: Der Architektenplan sieht vor, dass 4 Kindergartengruppen im Bestandsgebäude, dem sogenannten Fiedler-Haus, untergebracht werden. In einem angeschlossenen Neubau finden 2 Kinderkrippengruppen Platz. Zudem wird im „Fiedler“, vormals eine Textilfabrik, ein Speisesaal mit Küche neu gebaut, der auch der Schule zur Verfügung steht.

Lesen Sie auch: Bei schweren Unfälle im Raum Wasserburg ist oft Alkohol im Spiel

Für den Kindergarten werden nach neuen Angaben 2,25 Millionen Euro veranschlagt, für den Küchen- und Speisesaal gut 1 Million und für die Krippe noch 1 Million Euro (wir berichteten). Der Gesamtbetrag liegt bei 4,25 Millionen Euro brutto, inklusive aller Nebenkosten.

Förderzusage entscheidet über weitere Planung

Der Babenshamer Kindergarten besteht bisher aus 5 Gruppen für insgesamt 125 Kinder. 2 Gruppen sind provisorisch untergebracht und nur befristet genehmigt.

Bürgermeister Sepp Huber (Wählergemeinschaft Babensham) rechtfertigte im Gemeinderat den Umfang der geplanten Baumaßnahmen: „Das Fiedlergebäude allein reicht trotz seiner Größe nicht aus, um den Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken, deshalb ist der separate Anbau für 2 Krippengruppen unbedingt notwendig.“ Nach seinen Worten „eine kostenintensive, aber auch hochwichtige Geschichte“.

Architekt Stephan Jocher sagte, sein Büro sei in der Schlussphase der Eingabeplanung – also der Planung, die dem Landratsamt und der Regierung von Oberbayern zur Feststellung der Förderung zugeleitet werden soll. Jocher sprach von einer „umfangreichen und intensiven“ Planung, die den künftigen Bedarf berücksichtige. Um so viele Fördermittel wie möglich abzuschöpfen, seien für alle 3 Bereiche – Kindergarten, Krippen und Speisesaal – verschiedene Vorgaben einzuhalten: ein „komplexer Vorgang“.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:3,1 Millionen Euro für Straße nach Penzing

Bei einer Gemeinderatssitzung im März hatte Huber den geförderten Anteil auf grob 1 Million Euro geschätzt. Jetzt präzisierte der Bürgermeister, er gehe von einer Mindestförderung der zuwendungsfähigen Kosten von 70 Prozent aus. „Wenn wir das nicht kriegen, müssen wir schauen, wie wir das Ganze finanzieren“, sagte Huber und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Momentan schmeißen sie mit den Milliarden um sich, dass es eine wahre Freude ist.“

Die Schaffung von Betreuungsplätzen sei ohnehin alternativlos, auch die Politik würde dem Rechnung tragen. „Aber an der Förderzusage hängt die ganze Planung“, so Huber. Jocher kündigte seine Beteiligung an der europaweiten Ausschreibung an und nannte seine Chance, zum Zug zu kommen, „relativ groß“.

Im Herbst soll mit dem Bau begonnen werden, Ende 2022 soll er fertiggestellt sein.

Kommentare