Als Corona noch kein Thema war: Ein satter Überschuss für die Gemeinde Amerang im Jahr 2019

Der Kauf neuer Grundstücke für Amerangs Sportanlagen machte mit 2,8 Millionen Euro einen wesentlichen Teil im Vermögenshaushalt aus.
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Der Kauf neuer Grundstücke für Amerangs Sportanlagen machte mit 2,8 Millionen Euro einen wesentlichen Teil im Vermögenshaushalt aus.
  • vonChrista Auer
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Die Gemeinde Amerang blickt auf ein finanziell gutes Jahr 2019 zurück. Das wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung deutlich, als der Bericht über das Haushaltsjahr 2019 auf der Tagesordnung stand. Sämtliche über- und außerplanmäßigen Ausgaben wurden einstimmig genehmigt.

Amerang – Um es mit den Worten von Kämmerer Anton Görgmayr zu sagen: „Sehr positiv“ sei das Haushaltsjahr 2019 verlaufen. Grund dafür waren erneut die sprudelnden Steuereinnahmen. Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt entwickelten sich seiner Aussage nach plangemäß. Bei der Gewerbesteuer konnte mit 3, 23 Millionen Euro ein außerordentliches Ergebnis erzielt werden. In den Vorjahren lag das Ergebnis durchschnittlich bei 2,5 Millionen Euro.

1,65 Millionen Euro in Vermögenshaushalt

Neben der Gewerbesteuer sind Steuerbeteiligungen, insbesondere der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, eine elementare Einnahme. Die Beteiligung lag mit 2,38 Millionen Euro fast um fünf Prozent über dem Vorjahresergebnis. In der Planung war ein positives Ergebnis mit einer Zuführung zum Vermögenshaushalt in Höhe von 530 000 Euro vorgesehen gewesen. Tatsächlich konnte wegen der erfreulichen Einnahmenentwicklung vom Verwaltungshaushalt (8 270 684,34 Euro) jedoch ein Überschuss in Höhe von 1,65 Millionen Euro dem Vermögenshaushalt (6 621 167,41 Euro) zugeführt werden.

Eine Million Euro für das Personal

Bei den Ausgaben im Verwaltungshaushalt wurden die Ansätze überwiegend eingehalten. Die Personalausgaben lagen bei rund einer Million Euro und damit um 42 000 Euro unter dem Haushaltsansatz. Größter Posten im Verwaltungshaushalt war die Kreisumlage, die mit satten 2,183 Millionen Euro rund ein Viertel der Ausgaben ausmacht. Die zentralen Ausgaben im Vermögenshaushalt entfielen auf den Erwerb der Grundstücke für die Sportanlagen mit 2,8 Millionen Euro beziehungsweise den Grunderwerb für die geplante Querspange mit 233 000 Euro. Weitere größere Posten bei den Ausgaben waren die Schlusszahlungen für die Generalsanierung der Gemeindehalle mit rund 669 000 Euro sowie Zahlungen für verschiedene Straßenerschließungen – Schonstetter Straße, Grünhofer Feld, Am Kroit, Eichenweg und weitere – mit insgesamt etwa 400 000 Euro.

Sanierung der Chiemgaustraße erst 2020

Die in der Haushaltsplanung vorgesehene und mit 1,4 Millionen Euro veranschlagte Sanierung der Chiemgaustraße mit Regenwasserkanal wird erst 2020 durchgeführt. Im Bereich der Abwasserentsorgung fielen im Zusammenhang mit den Straßenbaumaßnahmen Ausgaben für Kanalsanierungen beziehungsweise Neuerrichtungen in Höhe von 70 000 Euro und für die Erstellung der Phosphatfällstation an der Kläranlage rund 71 000 Euro an.

Wesentliche Einnahmen resultieren aus Erschließungsbeiträgen in Höhe von 463 000 Euro für das Kammerer Feld und Am Kroit sowie Herstellungsbeiträgen für den Schmutzwasserkanal mit 352000 Euro. Für die energetische Sanierung der Gemeindehalle erhielt die Gemeinden einen Tilgungszuschuss in Höhe von 221 000 Euro.

Deutlich weniger Kreditaufnahme

Zum Ausgleich des Vermögenshaushalts war im Haushaltsplan eine Rücklagenentnahme in Höhe von 1,104 Millionen Euro sowie eine Kreditaufnahme in Höhe von 3,2 Millionen geplant. Aufgrund der höheren Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt und Minderausgaben fiel die Kreditaufnahme mit zwei Millionen geringer aus. Der Schuldenstand zum 31. Dezember betrug knapp 3,2 Millionen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 873 Euro je Einwohner entspricht.

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Zudem war im vergangenen Jahr eine Zuführung zu den Rücklagen in Höhe von 208 000 Euro möglich. Im Jahresergebnis ist das Haushaltsvolumen mit 14 891 851 Euro dargestellt. Die allgemeine Rücklage betrug zum 31. Dezember 2 266 526 Euro.

Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Eintrübungen aus der Corona-Pandemie gehen auch an Amerang nicht spurlos vorbei. Zuletzt sprach Kämmerer Anton Görgmayr noch von einer „guten Haushaltslage“, mahnte aber zur Wachsamkeit. So sei die Steuerkraft der Gemeinde rückläufig. Zum Jahresende werden – so die Schätzung Anfang August – etwa 350.000 Euro weniger im Gemeindesäckl sein.

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