Albachings Ringen um die neue Ortsdurchfahrt

Ein Blick auf die idyllische Albachinger Dorfstraße beim Kreisel an der Kirche. Gar nicht so einfach ist es, bei der Umgestaltung die Bedürfnisse der Landwirte und Fußgänger unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig den dörflichen Charakter zu erhalten.
+
Ein Blick auf die idyllische Albachinger Dorfstraße beim Kreisel an der Kirche. Gar nicht so einfach ist es, bei der Umgestaltung die Bedürfnisse der Landwirte und Fußgänger unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig den dörflichen Charakter zu erhalten.

Nach der Fertigstellung der Umgehung wird die bisherige Ortsdurchfahrt zurückgebaut. Dabei gilt es, die Interessen von Anliegern, Autofahrern und Fußgängern unter einen Hut zu bringen. Nun wurden im Gemeinderat die bisherigen Planungen präsentiert.

Albaching – Zwischen dem Edeka-Markt und dem Kreuzwirt in Albaching soll die Ortsdurchfahrt, bisher eine Kreisstraße, zurückgebaut und umgestaltet werden, da die Umgehung fertiggestellt ist. Es ist gar nicht so einfach, die unterschiedlichen Interessen von Anliegern, Autofahrer, Fußgängern und Landwirten unter einen Hut zu bringen.

Die Arbeiten für die Umgestaltung der Dorfstraße sollen bereits im kommenden Jahr beginnen. Momentan ist die Planung, die seit rund eineinhalb Jahren läuft, noch im Gange. Sie soll noch dieses Jahr fertiggestellt werden. Zu diesem Thema fand jetzt eine gemeinsame Sitzung des Gemeinderats mit der Teilnehmergemeinschaft (TG) Albaching statt, bei der die bisherigen Planungsergebnisse vorgestellt und verschiedene Beschlüsse zu den Details gefasst wurden.

Kosten von rund zwei Millionen Euro

Die Gemeinde ist hier nur beteiligt als Auftraggeber, koordiniert wird das Vorhaben vom „Amt für ländliche Entwicklung“ (ALE). Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro.

In der Sitzung waren wenige Besucher anwesend, darunter auch Anwohner, sowie der beauftragte Planer Gerhard Hajer vom Büro plg (Planungsgruppe Strasser), sowie Mitglieder des „Arbeitskreis Dorfentwicklung“, die teilweise auch im Gemeinderat oder der TG vertreten sind.

Ausweichflächen für Landwirte

Verschiedene Anregungen wurden eingebracht – etwa zu zusätzliche Ausweichflächen für landwirtschaftlichen Verkehr im Bereich der kritischen Engstellen an der Kirche. Hierzu konnte sich der Planer vorstellen, den Gehweg im Bereich des Mittelbords auf gute eineinhalb Meter zu verengen. Gewünscht wurden auch Parkflächen für den Schwerlastverkehr im Bereich des Edeka--Markts. Dies sei jedoch laut Gerhard Hajer „nicht zielführend“. Der Einbau von großformatigem Granitpflaster anstatt des Kopfsteinpflasters, vor allem, um Rollstuhl- und Rollatorfahrern das Vorankommen leichter zu machen, stellte sich aufgrund der höheren Kosten als schwierig dar. Als Alternative, vor allem auch hinsichtlich der Kosten, käme aber Betonsteinpflaster in Frage.

Grundsätzliche Zustimung

Nach kurzer Diskussion fassten die Mitglieder der TG mehrere Beschlüsse: Sie stimmten der im Arbeitskreis besprochenen und in der Sitzung präsentierten Vorplanung grundsätzlich zu. Aber auch Änderungen hierzu wurden jeweils durch mehrheitlichen Beschluss gewünscht: Beim Anwesen Sewald soll die Planung so bleiben wie vorgeschlagen, aber vor Ort soll noch geklärt werden, wie weit der bestehende Hochbord nach Westen hin abgesenkt werden kann. Beim Anwesen Brich und Kopp soll die Gehwegbreite wie in der Planung vorgesehen bestehen bleiben. Jedoch sprachen sich die TG-Mitglieder mit knapper Stimmenmehrheit gegen ein Mittelbord mit acht Zentimetern Höhe aus. Stattdessen soll ein Flachbord entstehen. Beim Anwesen Steil soll der Gehweg geringfügig verschmälert werden, um etwas mehr Straßenbreite zu gewinnen; der Mittelbord bleibe indes bestehen.

Lesen Sie auch: „Ärger mit der Verkehrsleitung in Albaching“

Auch der Gemeinderat fasste Beschlüsse zu den betreffenden Stellen: Auch er stimmte der Vorplanung grundsätzlich zu. Bezüglich des Bords beim Anwesen Sewald war er auch einstimmig der Meinung der TG. Jedoch sprach sich das Gremium bezüglich des Anwesens Brich/Kopp mehrheitlich gegen die von der TG favorisierte Lösung aus, anstatt des Mittelbords ein Flachbord einzusetzen. Stattdessen stimmte die Ratsmehrheit mit neun zu drei Stimmen dafür, die Gehwegbreite im Bereich des Anwesens Kopp und Brich auf 1,70 Meter zu verkleinern. Das geplante Mittelbord soll aber zur Ausführung kommen. Einstimmig sprach sich der Rat dafür aus, den Gehweg beim Anwesen Steil auf eineinhalb Meter zu verschmälern, um etwas mehr Straßenbreite zu gewinnen. Auch hier soll das Mittelbord bestehen bleiben.

Da es im Bereich der Planung für die Anwesen an der Hohenlindener Straße 3 und 6, also den Anwesen Kopp und Brich, voneinander abweichende Beschlüsse und keine einhellige Meinung des Gemeinderats und der TG gab, sollen bei einem gemeinsamen Ortstermin am 11. August diese Punkte noch geklärt werden.

Punktuell wird Straße verschmälert

Insgesamt zeigte sich Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA) mit dem bisherigen Planungsstand zufrieden, und er sprach von „einem guten Ergebnis“. Für die Einwände und Wünsche der Landwirte, die sich für abgeflachte Gehwege einsetzen, um sie bei Bedarf mit ihren Fahrzeugen und Maschinen auch überfahren zu können, zeigte er zwar Verständnis. Er betonte aber auch. dass zum Schutz der Fußgänger dann doch „die Vernunft siegen muss“. Die Anregungen und Wünsche der Anlieger, die direkt mit einbezogen worden seien, hätten weitgehend berücksichtigt werden können, freute er sich. Generell sei eine punktuelle Verschmälerung der Ortsdurchfahrt sinnvoll, zum Einen, um den Dorfcharakter zu erhalten, aber auch um die Geschwindigkeit zu regulieren und Fußgängern mehr Sicherheit zu geben.

Kommentare