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Aus dem Gemeinderat

„Ich bin schockiert“: Wie steht es um den Artenschutz beim umstrittenen Albachinger Baugebiet?

Hier soll das Gewerbegiebt „Oberdieberg“ entstehen. Die Pläne sind vielen Bürgern ein Dorn im Auge.
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Hier soll das Gewerbegebiet „Oberdieberg“ entstehen. Die Pläne sind vielen ein Dorn im Auge.
  • VonIrmi Günster
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Das Baugebiet „Oberdieberg“ in Albaching ist umstritten. Nun lag der Abschlussbericht der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung vor. Für einige Beteiligte war er schockierend.

Albaching – Im über zweistündigen Tagesordnungspunkt zur Flächennutzungsplanänderung eines Teilbereichs des Gewerbegebiets „Oberdieberg“ musste sich der Gemeinderat auch mit Ergänzungsbeschlüssen befassen, die sich aus dem Abschlussbericht der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung (saP), dem Ergebnis der Prüfung der bestehenden Ortsrandeingrünung und der Prüfung der Aufforstungsfläche als Ausgleich ergaben.

Der Bericht zur Artenschutzprüfung kam zu dem Schluss, dass bei Einhaltung der Eingriffsregelung und anderer spezieller Maßnahmen „keine artenschutzrechtlichen Konflikte und Verbote zu erwarten“ seien. Als solche „konfliktvermeidenden Maßnahmen“ wurden etwa die Einhaltung der üblichen Fristen für die Eingriffe in Gehölze und der Erhalt von Nestern „hügelbauender Waldameisen“ erwähnt.

Grünflächen müssen „möglichst naturnah“ sein

Da die Untersuchung ergab, dass gefährdete Vogelarten während der Brutzeit das geprüfte Areal als „Nahrungshabitat“ nutzten zog man den Schluss, dass bei den aufgrund der Rodungen entstandenen Einbußen an Nahrungsflächen ein Ausgleich geschaffen werden müsse; konkret heißt das: geplante Grünflächen müssen „möglichst naturnah“ gestaltet werden, wobei hierfür „eine standorttypische Wildpflanzenmischung mit samentragenden Blühpflanzen“ festgelegt wurde. Für Ersatzpflanzungen kommen nur „einheimische Gehölzarten“ in Frage. Hierzu fiel ein Beschluss mit allen Stimmen des Rats.

Bezüglich der Prüfung der Ortsrandeingrünungen wurde im Anschluss Folgendes verfügt: Bei den bisherigen Ortsrandeingrünungen der „Huber-Grundstücke“ in den Bereichen „Oberdieberg“ und „Oberdieberg 2“ seien Nachpflanzungen vorzunehmen. Der Detailplan mit genauen Pflanzanordnungen der Bäume und Sträucher muss der Unteren Naturschutzbehörde vorgelegt und auch mit dieser abgestimmt werden. Der Beschluss erfolgte ebenfalls einstimmig.

Weiteres Areal für Ersatzaufforstung

Ein weiterer Beschluss, ebenfalls mit allen Stimmen aus dem Gemeinderat, betraf die Ersatzaufforstungsflächen:

Zusätzlich zu den im Juli gefassten Abwägungsbeschlüssen wurde nun festgestellt, dass im Rahmen des Verfahrens zur Flächennutzungsplanänderung „Art, Lage und Umfang der Ausgleichsmaßnahmen“ geklärt werden soll. Rodungsflächen müssen „grundsätzlich in vollem Umfang an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden“. Ein anderer Ausgleich sei „nicht zulässig“. Eine weitere Vorgabe für den Ausgleich: Er soll „möglichst ortsnah“ stattfinden.

Zusätzlich zur bisherigen Ersatzaufforstungsfläche steht nun noch ein weiteres Areal östlich von Aign mit einer Fläche von rund 3100 Quadratmetern für eine Ersatzaufforstung zur Verfügung. Dieses Areal befindet sich nun näher am Eingriffsort und auch innerhalb der „Jagdgenossenschaft Albaching“.

In Absprache mit den Fachbehörden, insbesondere mit der Unteren Naturschutzbehörde, soll dies als alternative Fläche geprüft werden. Dadurch könnte die bisherige Aufforstungsfläche verkleinert und der Abstand zu den Kiebitzflächen vergrößert werden. Sollten noch weitere verfügbare Flächen besser zur Aufforstung geeignet sein, können diese in Absprache mit den Behörden eingearbeitet werden.

Schockiert, enttäuscht und platz

Gemeinderat Andreas Heinz (GWA) wunderte sich darüber, dass von amtlicher Stelle schon alles begutachtet und für in Ordnung befunden worden sei und jetzt trotzdem so viel fehle.

„Ich bin schockiert, enttäuscht und platt“, meinte auch Ratskollegin Jessica Vital-Robarge (GWA). „Mir wurde zwei Jahre lang bestätigt, dass alles passt. Wenn man dann in einer Sitzung erfährt, es ist nicht so, „wie soll ich dann vernünftige Entscheidungen treffen?“ fragte sie. Das Planungsbüro sehe die „Grundsituation jetzt anders“ erwiderte Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA) auf ihren Einwand.

Bei den Bäumen fehlten „nicht überaus viele“, es seien zwischenzeitlich auch „einige kaputtgegangen“. Sebastian Friesinger erläuterte, dass die genannten Zahlen „nicht willkürlich“ festgesetzt worden seien, dies sei ein „normaler Vorgang“, zumal unterschiedliche Sachbearbeiter auch unterschiedliche Ansätze hätten. August Seidinger (GWA) meinte, er habe gedacht, dass dies „vom Verfahren her gut genug ausgearbeitet“ sei: „Ich wüsste nicht, was wir da jetzt noch machen sollten“.

Für eine Zurücksetzung sei er in jedem Fall nicht, da das wiederum so viel Zeit kosten würde. „Wie stellen wir sicher, dass das jetzt zeitnah umgesetzt wird?“ hakte Vital-Robarge noch nach. „Die Bestellungen laufen, und die Umsetzung findet statt“, antwortete der Bürgermeister. Er fügte an: „Im Februar oder März sollte das umgesetzt sein“.

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