Albaching hat einen Masterplan für Leerrohre

Leerrohre für den Breitbandausbau sollen in Albachingbeim Umbau der Dorfstraße gleich mit verlegt werden – und dafür gibt es dann auch noch eine Förderung, freut sich die Gemeinde.
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Leerrohre für den Breitbandausbau sollen in Albachingbeim Umbau der Dorfstraße gleich mit verlegt werden – und dafür gibt es dann auch noch eine Förderung, freut sich die Gemeinde.

Um einen „Leerrohrmasterplan“ und eine „Gigabitrichtlinie“ ging es kürzlich in der Albachinger Gemeinderatssitzung. Im öffentlichen Teil wurde kein Beschluss dazu gefasst, dieser müsse im nichtöffentlichen Teil erfolgen, erklärte Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA).

Von Irmi Günster

Albaching – Die sperrig wirkenden Begriffe füllte Paul Roither vom Büro Corwese mit Leben. Dem Fachmann zufolge soll laut einem Plan der Bundesregierung bis 2025 jedes Haus mit Glasfaseranschluss versorgt werden. Der Großteil des Ortes Albaching sei derzeit mit 100 bis 250 Megabit versorgt, aber außerhalb gebe es auch Anwesen, die nur über 50 Megabit verfügten.

Förderung auch für Privathaushalte

Warum diese Pläne jetzt dem Gemeinderat vorgestellt wurden, hat einen ganz bestimmten Grund, wie Bürgermeister Schreyer jetzt auf Anfrage erklärte: Wenn etwa Mitte bis Ende nächsten Jahres die Baumaßnahmen in der Dorfstraße erfolgen sollen (wir berichteten), dann würde es dieser Plan erlauben, gleich Leerrohre für den Breitbandausbau mit zu verlegen, und zwar mit Förderung. Ansonsten gebe es diese nur für gewerbliche Zwecke, nicht aber für Privathaushalte.

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Wie hoch die Fördersumme ausfallen werde, könne aber momentan noch nicht abgeschätzt werden, dafür müsse unter anderem eine Bedarfsanalyse im Vorfeld durchgeführt werden.

Auch innerorts, wo derzeit die Datenübertragung noch über Kupferleitungen erfolgt, soll auf Glasfaserversorgung und damit Breitband umgestellt werden. Für die „momentane Situation“ sei die Versorgung nach Einschätzung des Bürgermeisters innerorts zwar „ausreichend abgedeckt“, aber angesichts der Tatsache, dass die Glasfaserleitungen aufgrund der Beschlussfassung der Regierung ohnehin für alle ermöglicht werden sollen, sei bereits jetzt ein gewisses Vorausdenken wichtig, so Schreyer.

Homeoffice gewinnt durch Corona an Bedeutung

Man könnte es also gewissermaßen als Glücksfall und Herausforderung gleichermaßen bezeichnen, dass durch den geplanten Umbau der Dorfstraße die Gemeinde jetzt einschätzen muss, was wird wann wo am ehesten gebraucht und: „Übersehen wir auch nichts für später?“, wie der Bürgermeister es formulierte.

„Die Zukunft wird Veränderungen mit sich bringen“ ist sich das Gemeindeoberhaupt im Hinblick auf das schnelle Internet sicher, denn nicht nur aufgrund der Corona-Krise werde immer mehr auf Homeoffice umgestellt, das in mehrere Richtungen gewisse Vorteile mit sich bringe.

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Vonseiten der Bürger habe er bezüglich der Übertragungsgeschwindigkeit bis dato zweierlei Echo erhalten: Bei Privathaushalten gebe es hierbei offenbar keine Probleme, aber bei gewerblicher Verwendung, etwa wenn große Datenmengen verschickt werden müssten, gebe es „schon Schwierigkeiten“. August Seidinger junior (GWA) stellte die kritische Frage, ob die Verlegung von Kupferkabeln seinerzeit vielleicht „überschätzt“ worden sei. Dass „diese Entwicklung kommt, war abzusehen“, erklärte Paul Roither. „Die Tendenz geht aber zu Glasfaser – keine Frage“, stellte er fest.

Markterkundungfür weitere Bereiche

Christian Thomas von der Verwaltung wusste, dass der Ausbau mit Glasfaser seinerzeit nicht gefördert worden wäre. Roither stellte zudem klar, dass eine Förderung nur für die Planung gelte. Der Plan sei „bezahlbar“ stellte Bürgermeister Schreyer fest und fand es „auf alle Fälle erforderlich“, in allen restlichen Gemeindebereichen Glasfaser zu verlegen, auch im Hinblick auf immer mehr Personen im Homeoffice. Die sogenannte „Gigabitrichtlinie“ löse das alte Förderprogramm ab, erläuterte Roither; damit könne man „graue Flecken“ mit Fördermitteln ausbauen. In Albaching seien dies etwa Stockamühle, Furth und Zell. Mit einer Karte werde „sehr genau festgelegt“, welche Bereiche privat oder gewerblich seien, und eine „Markterkundung“ sei dann erforderlich. „Alles was heute privat ist, kann morgen schon geschäftlich sein“, gab Sebastian Friesinger (CSU) zu bedenken.

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