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Neues Baugebiet mit knapp 10.000 Quadratmetern

Albaching: Bebauungsplan sorgt für Diskussion im Gemeinderat

Zwischen dem Sportplatz und dem ehemaligen „Kreuzwirt“, wo momentan noch grüne Wiese ist, soll das neue Baugebiet „Albaching-Ost“ entstehen.
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Zwischen dem Sportplatz und dem ehemaligen „Kreuzwirt“, wo momentan noch grüne Wiese ist, soll das neue Baugebiet „Albaching-Ost“ entstehen.
  • VonIrmi Günster
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Diskussionen gab es im Albachinger Gemeinderat über ein neues Baugebiet.

Albaching – Für das geplante neue Baugebiet „Albaching-Ost“, das zwischen dem ehemaligen „Kreuzwirt“ und dem Sportplatz auf einer Fläche von knapp 10.000 Quadratmetern entstehen soll, war der Flächennutzungsplan samt Landschaftsplan zu ändern und in einem weiteren Tagesordnungspunkt der Bebauungsplan aufzustellen. Dem ersten Vorhaben stimmte der Gemeinderat geschlossen zu.

Schwierige Sitzung

Bei der Aufstellung des Bebauungsplans wurde es zunehmend schwierig: Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA), dem anzumerken war, dass ihm an einer möglichst baldigen Beschlussfassung gelegen war, da nach eigenem Bekunden „schon Zeit verloren“ gegangen sei, betonte auf mehrfache Einwände von Gemeinderäten immer wieder, dass mit diesem Beschluss noch „nichts festgeschrieben“ sei, sondern er nur die „Basis“ darstelle und man „momentan nur über einen Entwurf“ spreche. Überzeugen konnte er damit aber nicht alle Gemeinderäte.

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Bernhard Mayer (alle im Gremium gehören der GWA an, Anm. d. Red.) etwa fasste seine Haltung so zusammen: „Das verstehe ich alles, aber es gibt noch zu viele Ungereimtheiten“. Dennoch konnte der Aufstellungsbeschluss am Ende mit neun gegen drei Stimmen gefasst werden. Die während der Sitzung besprochenen Änderungen werden eingearbeitet. Die Diskussion erstreckte sich über mehr als zwei Stunden.

Zunächst stellte Martin Niedermeier von der Verwaltung anhand eines Plans die auf einer „Vorstudie“ basierende Aufteilung für den Flächennutzungsplan vor: Das Areal westlich ortseinwärts gelegen, das sich in Privatbesitz befindet und mit 13 Kleinparzellen zur Eigenbebauung vorgesehen ist, soll als „Wohngebiet“ dargestellt werden; für das „Misch- und Gewerbegebiet“ im mittleren Bereich der Fläche, das die Gemeinde erhalten soll, könne man sich eine Senioreneinrichtung vorstellen, wie Bürgermeister Schreyer auf Anfrage mitteilte; allerdings gebe es hierzu noch „keine konkreten Ideen“.

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Ob nach dieser Festlegung im Wohngebiet für einen Einzelnen die Möglichkeit bestehe, in seinem Wohnhaus beispielsweise eine Versicherungsagentur zu betreiben, wollte zweiter Bürgermeister Sebastian Friesinger wissen. Dies hänge vom Umfang des Publikumsverkehrs ab, antwortete Niedermeier. Gewisses „Kleingewerbe“ sei möglich. Allerdings sei dies in einem Wohngebiet „sehr eng definiert“. Im Bebauungsplan könne man bestimmtes Gewerbe „textlich erlauben“.

Bei der Aufstellung des Bebauungsplans äußerten einzelne Räte Bedenken wegen einer kleinen Einzelhausparzelle und den Stellplätzen.

Die 19 Linden sollen bleiben

Sebastian Friesinger bemängelte, dass im Plan kein Geh- und Radweg eingezeichnet sei, obwohl dies mit dem Planer so vereinbart gewesen sei. Wichtig war ihm auch, dass die 19 Linden, die vom Ortsteil Berg Richtung Sportplatz herunter mit öffentlichen Mitteln bezuschusst worden seien, stehen bleiben.

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Schwerwiegendere Einwände hatte die stellvertretende Bürgermeisterin Jessica Vital-Robarge: Eine „Hüttenwirtschaft“ befürchtete sie im Hinblick auf Gartenzubehör und Kinderspielzeug im Wohngebiet, und die Anzahl der Stellplätze bereitete ihr nach eigenen Angaben „Bauchschmerzen“. Generell regte sie an, darüber nachzudenken, ob die Festsetzungen, die jetzt getroffen würden, dann auch konsequent umgesetzt würden. Ihr erscheine das Wohngebiet „sehr gedrungen und eng“. Der Bereich für das Mischgebiet gefiel ihr aber gut.

Uneinig über die „Dichte“

„Die Durchlässigkeit kann man noch planen“, wandte der Bürgermeister ein. Bezüglich der Bebauungsdichte finde er nicht, dass es „überdicht“ sei; er meinte: „Wir hatten schon dichtere Bebauungspläne“. Auch Bernhard Mayer (GWA) wollte den Plan „auflockern“, ihm sei das aufgrund der vielen Häuser „zu städtisch für Albaching“. Ob mit dem Sportverein bereits Gespräche geführt worden seien bezüglich der Stellplätze wollte er zudem wissen. Dies würde in nächster Zeit erfolgen, so Schreyer, dies sei jetzt „untergeordnet“.

Einheimische oder Zugezogene?

Andreas Heinz sprach noch ein weiteres Problem an: So wie es jetzt eingezeichnet sei, erscheine ihm das Ganze wie eine „autonome Wohnanlage“. Damit schaffe man seiner Meinung nach aber „keinen Wohnraum für Albachinger, sondern wir fördern den Zuzug“. „Das wird uns noch einholen“, zumal dann auch die Mietpreise „anziehen werden“. Außerdem bemängelte er, dass zum Mischgebiet „eigentlich keine Zufahrt“ eingeplant sei.

Mit Biegen und Brechen“ sollte man das Vorhaben „nicht umsetzen“, fand er. Dem widersprach das Gemeindeoberhaupt deutlich: Hierzu gebe es sehr wohl eine „breite Zufahrt“, allerdings sei ihm klar, dass die „Zufahrts- und Stellplatzsituation“ insgesamt noch „gemeinsam geplant“ werden müsse. Stefan Schwimmer sah den Vorteil der engen Bebauung darin, dass man damit dem „Flächenfraß“ etwas entgegensetze.

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Jessica Vital-Robarge schlug vor, die Anregungen aus der Sitzung zusammenzustellen und in einer gemeinsamen weiteren Sitzung mit dem Planer durchzusprechen. Wenn es sich nur um ein paar kleinere Details handeln würde, „ginge es ja, aber das sind so elementare Dinge, dafür sollten wir uns Zeit nehmen, damit am Schluss alle zufrieden sind“.

Zu spitzfindig bis in die Details?

„Die Kollegen gehen mir zu sehr ins Detail“, wandte Sebastian Friesinger ein. Ein „Grundbaurecht“ sei da, und „in der Gänze bin ich froh, wenn wir das auf den Weg bringen“, so Friesinger weiter.

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Etwas unübersichtlich gestaltete sich anschließend die Zahl der Beschlussfassungen: Der „Antrag zur Geschäftsordnung“ von Jessica Vital-Robarge, wonach dieser Tagesordnungspunkt zurückgestellt werden sollte, „um die Vielzahl der öffentlichen Fragen und Anregungen zu klären und Orientierungsgespräche“ zu führen, wurde mit acht gegen vier Stimmen abgelehnt. Weitere Beschlüsse betrafen Änderungen bei den Nebenanlagen, die Wandhöhenfestsetzungen, die Einfügung eines öffentlichen Geh- und Radwegs, die alle mehrheitlich befürwortet wurden. Zweiter Bürgermeister Sebastian Friesinger wollte per Beschluss festlegen, dass noch Gespräche mit dem Sportverein bezüglich der Planung abgehalten werden, was ihm auch gelang, da alle Räte dem zustimmten.

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