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„Frechheit“ – „Unverschämtheit“

Ahorn an der B 304 in Wasserburg erneut Opfer eines Baumfrevels – Umweltreferent ist sauer

In einer Nacht- und Nebel-Aktion wurde der Ersatzbaum mit der Axt gefällt.
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In einer Nacht- und Nebel-Aktion wurde der Ersatzbaum mit der Axt gefällt.
  • Heike Duczek
    VonHeike Duczek
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Empörung hatte 2021 die Tatsache ausgelöst, dass ein gesunder Ahorn in voller Laubpracht an der B 304 in Wasserburg gefällt wurde – unrechtmäßig. Bis heute ist der Täter nicht gefasst. Hat er jetzt wieder zugeschlagen? Es scheint so, denn jetzt ist der Ersatzbaum mit der Axt umgehauen worden.

Wasserburg – Empörung hatte im vergangenen Jahr die Tatsache ausgelöst, dass ein gesunder Ahorn in voller herbstlicher Laubpracht an der B 304 in Wasserburg gefällt wurde – unrechtmäßig. Bis heute ist der Täter nicht gefasst. Hat er jetzt wieder zugeschlagen? Es scheint so, denn der Ersatzbaum ist ebenfalls mit der Axt umgehauen worden. Der Umweltreferent der Stadt, Lorenz Huber, ist fasssungslos und spricht von einer „idiotischen“ Tat.

Im Oktober 2021 hatte ein Unbekannter mit einer Motorsäge den mittelgroßen Laubbaum über Nacht gefällt. „Wieso, weshalb, warum konnte bisher nicht ermittelt werden“, bedauert Wasserburgs Polizeichef Markus Steinmaßl..

An der Stelle des Gefällten hatte das Straßenbauamt Rosenheim einen neuen Jungbaum gepflanzt. Wobei: So jung ist er auch nicht mehr, denn er wurde laut Huber mehrfach „verschult“, gezogen und mit Ballen eingepflanzt. Er ist laut Staatlichem Bauamt Rosenheim bei der Pflanzung etwa zehn Jahre alt gewesen. Die Gesamtkosten der Neupflanzung (inklusive der Entfernung des Wurzelstockes des gefällten Baumes) beliefen sich laut Sprecherin Ursula Lampe auf rund 1700 Euro.

Polizei sucht Zeugen

In der Nacht von Montag, 21., auf Dienstag, 22. März, wurde auch der neue Baum durch einen Unbekannten gefällt. Dieses Mal sei zur Tatausführung eine Axt verwendet worden, teilt die Polizeiinspektion Wasserburg mit. Sie ermittelt wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung unter Telefon 08071/9177-0. „Das ist ein Straftatbestand, der gerichtlich geahndet werden kann“, erklärt Huber die Rechtslage.

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Warum genau an dieser Stelle bereits der zweite Baum gefällt wurde, bleibt laut Polizei vorerst ein Mysterium. „Eine logische Erklärung scheint ausgeschlossen“, so die Inspektion Wasserburg. Huber sieht zwei Erklärungsansätze: Entweder störe genau dieser Baum eine Person so sehr, dass sie sich persönlich in irgendeiner Weise eingeschränkt fühle. „Oder die Person ist einfach ein Depp.“ Der Umweltreferent empfindet die Vorgehensweise auf jeden Fall „schockierend“. „Da kann man nur den Kopf schütteln und sich ans Hirn langen“, nimmt er verärgert kein Blatt vor den Mund.

Schon im ersten Fall hatte die Fällung für große Aufregung gesorgt. Leser Andreas Puhr hatte das Geschehene bei der Redaktion der Wasserburger Zeitung gemeldet. Der frühere Stadtrat Peter Stenger erstattete Anzeige gegen Unbekannt. Gestern reagierte Stenger geschockt, als er erfuhr, dass auch der Ersatzbaum gefällt worden ist. „Das ist eine Unverschämtheit. Ich bin sehr betrübt“, sagte er. Ähnlich bestürzt zeigte sich Sebastian Kolodziejczak (31), in Reitmehring wohnhaft: „Also, ich finde es schrecklich. Diese Bäume haben ein Recht darauf, an der Straße zu stehen. Dass sich jemand ohne Befugnis das Recht herausnimmt, einen Baum zu fällen, ist eine Schande.“

Er gehört zu einer ganzen Reihe von Ahornbäumen, die die Bundesstraße säumen. Im Sommer bilden sie eine grüne Allee, im Herbst aufgrund des Blattwerks in kräftigem Gelb besonders schön anzusehen.

Mit der Motorsäge ging der Täter 2021 ans Werk.

Dass es beim ersten Mal um einen Umweltfreve l handelte, wird schon aus der Tatsache ersichtlich, dass der Baum eine Zeit lang quer über dem Radweg lag und so eine Gefahrenquelle für die Radler darstellte. Beim Fall im Herbst 2021 war das Staatliche Bauamt schon davon ausgegangene, dass es sich um „reiner Vandalismus“ handele.

Bei Problemen, die von Bäumen ausgehen – etwa Schatten- oder Laubwurf – werde normalerweise das Gespräch mit den Anliegern gesucht. „Dass einer eigenmächtig zur Säge greift, ist noch nie vorgekommen“, hieß es damals aus dem Staatlichen Bauamt.

Pressesprecherin Lampe zeigt sich auf Anfrage der Wasserburger Zeitung schockiert über den zweiten Vorfall in einem Jahr: „Es ist dem Staatlichen Bauamt Rosenheim völlig unverständlich und unerklärlich, warum der Baum neuerlich, mutwillig gefällt wurde. Wie beim ersten Mal wird das Bauamt Rosenheim auch diesmal Anzeige gegen Unbekannt erstatten. Über das weitere Vorgehen, ob an selber Stelle neuerlich ein Baum gepflanzt wird, muss noch entschieden werden.“

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