Ärger: Immer wieder Beschädigungen

„Liebe Kinder, bitte bis hierhin und nicht weiter“, appelliert Herbert Rothbucher am Eingang zu seiner Firma.  Günster
+
„Liebe Kinder, bitte bis hierhin und nicht weiter“, appelliert Herbert Rothbucher am Eingang zu seiner Firma. Günster

Herbert Rothbucher aus Edling reicht es. Immer wieder hat er mit Beschädigungen auf seinem Betriebsgelände zu kämpfen. Grundsätzlich ist es derzeit allerdings ruhig in Edling in Sachen Vandalismus. Aus Gemeindesicht gibt es aktuell keine Vorfälle, zeigte sich Bürgermeister Matthias Schnetzer im Gespräch mit unserer Zeitung erleichtert.

Edling – Um seinem Ärger Luft zu machen, geht Herbert Rothbucher jetzt an die Öffentlichkeit. Ihm gehört die Firma „Rothbucher Furniere GmbH“ in der Römerstraße in Edling.

In der Nachbarschaft sind weitere Betriebe, aber auch eine verhältnismäßig neue Siedlung gleich gegenüber. Die entstand vor etwa acht Jahren, seitdem „verlaufen“ sich offensichtlich immer wieder Kinder bei ihm. Woher er weiß, dass es Kinder sind? Er hat schon öfter welche an Wochenenden gesehen, sie angesprochen und auch weggeschickt.

Es habe zum Teil brenzlige Situationen gegeben, erinnert er sich, etwa dass ein Mädchen auf einem höheren Holzpaletten-Stapel umeinander geturnt sei. Sollte dabei etwas passieren, sieht sich der Unternehmer dafür in der Haftung. Er hält es nämlich für möglich, dass sich auch „für jede noch so obskure Rechtssituation noch ein Anwalt findet“.

Aus demselben Grund hat der Firmeninhaber zuletzt eine kleinere Grube bei seiner Halle vorsorglich eingezäunt.

Herbert Rothbucher mag Kinder, das betont er. Fünf hat er selber großgezogen, deshalb käme er nie auf die Idee, hart durchzugreifen, im Gegenteil: „Wo sollen sie denn hin?“, zeigt er dafür auch noch Verständnis. Kindern würde sowieso zu wenig Raum gegeben, ist seine Überzeugung.

Er ist selbst in mehreren Vereinen und kennt damit die Problematik, dass die Buben und Mädchen oft nicht wissen, wo sie hinsollten. Er hätte noch nicht einmal etwas dagegen, wenn seine asphaltierte Fläche am Wochenende zum Spielen benutzt würde, aber „die sollen bitte nichts kaputt machen“.

Das war aber leider nicht so: Regelmäßig sind ihm Scheibenwischer von seinen Fahrzeugen gerissen worden, Glasscheiben in den Toren und in den Dachkuppeln gingen zu Bruch, von einem Wohnmobil ist eine Plastikschürze abgetreten und das Fahrzeug zerkratzt worden. Dass es Kinder aus der Nachbarschaft waren, davon ist Rothbucher überzeugt, denn im Laufe der Jahre war nach ausgiebigem Schimpfen stets erst einmal Ruhe.

„Die Kinder können eigentlich nichts dafür, für mich sind die Eltern in der Pflicht“, meint er, die sollten ihrem Nachwuchs „Respekt vor fremdem Eigentum beibringen“. Über die Polizei kann er „nichts Schlechtes“ sagen, denn als die hier eine Zeit verstärkt Streife fuhr, habe sich die Lage ebenfalls beruhigt. Einzäunen mag er sein Gelände nicht, stattdessen plant er nun Überwachungskameras für sein Firmenareal. Verständnis für die Verärgerung Rothbuchers hat Edlings Bürgermeister Schnetzer: „Uns ist das Problem seit geraumer Zeit bekannt, aber wir haben leider keine Handhabe, da es sich um Privatgelände handelt.“ Schnetzer: „Das Einzige, was uns bleibt, ist an die Vernunft zu appellieren.“

Grundsätzlich bezeichnet der Bürgermeister die Lage in Sachen Vandalismus derzeit als ruhig im Gemeindegebiet. „Wir hatten schon schlimmere Zeiten, als wir mit Schmierereien zu kämpfen hatten“, erinnert er sich. Seit etwa zwei Jahren sei diesbezüglich Ruhe eingekehrt, einzig vergangenes Jahr hätten Hakenkreuz-Schmierereien am Bahngelände für Ärger gesorgt.

Übeltäter mussten im Bauhof mitarbeiten

Und vor zwei Jahren hatte die Gemeinde das Problem flugs selbst gelöst: Jugendliche hatten den Jugendraum mit Schmierereien verunstaltet – als klar war, wer zu den Übeltätern zählte, habe er, Schnetzer, diese samt Eltern ins Rathaus einbestellt. „Wir haben damals von einer Anzeige abgesehen, da Ersttäter, aber die jungen Leute zur Mitarbeit im Bauhof verpflichtet, das hat gewirkt“, schmunzelt der Rathaus-Chef. Und: Die Jugendlichen hätten den Schaden natürlich beseitigen müssen. „Beim nächsten Mal würden wir allerdings Anzeige erstatten“, unterstreicht der Bürgermeister.

ÄRGER: IMMER WIEDER BESCHÄDIGUNGEN

VANDALISMUS AUF EDLINGER FIRMENGELÄNDE

Kommentare