„Abschied von der guten Seele unserer Geschäftsstelle“

Johanna Dunst aus der Geschäftsstelle der Wasserburger Zeitung hat heute ihren letzten Arbeitstag. Klemm

Wasserburg – 23 Jahre war sie das Gesicht der Wasserburger Zeitung: Heute geht Johanna Dunst aus der Geschäftsstelle am Marienplatz in den Ruhestand.

Redaktion, Anzeigenverkauf und Vertrieb verabschieden sich von einer Frau, die für viele von uns mehr war als nur eine Kollegin: Johanna Dunst war Vorbild, Freundin, Fels in der Brandung.

Den Beginn ihres Ruhestands hatte sie sich anders vorgestellt: Sie wollte noch mehr reisen als bisher, denn noch viele Länder stehen auf der Fernwehliste. Sie wollte noch intensiver ihrem Lieblingshobby, dem Besuch von Flohmärkten, nachgehen. Doch daraus wird nichts. Corona hat dem Un-Ruhestand einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Die während des Lockdowns übergangsweise geschlossene Geschäftsstelle hat Johanna Dunst viel früher als erwartet aufgezeigt, wie es ist, nicht mehr zur Arbeit zu gehen. Sie hat – gezwungenermaßen – schon Wochen vor dem Beginn des Ruhestands am 1. Juni in diese neue Zeit hineingeschnuppert. Und erstaunt festgestellt: „Ja, auch der Ruhestand hat seine Qualitäten.“ Mehr Zeit für das liebevoll mit Flohmarktschätzen dekorierte Haus in Rott, für die Pflege des wild-romantischen großen Bauerngartens, in dem die Lieblingsblumen, Rosen in allen Sorten und Farben, prächtig blühen.

Doch auch die Pandemie geht einmal vorbei. Dann wird Johanna Dunst auch wieder in ihrem Stammlokal einkehren: im Stechl Keller. Dort hat sie mittags in den vergangenen Jahren oft die Redaktion um sich versammelt – sozusagen als „Mutter der Kompanie“ dafür gesorgt, dass der Teamgedanke und die Kollegialität auch außerhalb des Schreibtisches gepflegt wurden.

In der Geschäftsstelle war sie eine stabile Größe: Immer unaufgeregt, kaum aus der Ruhe zubringen – nicht einmal in einem Winter, als an einem Tag gleich drei Zeitungsausträger in drei Zustellgebieten auf Glatteis stürzten und zu ersetzen waren. Die Rotterin mit den langen roten Haaren und dem ausgefallenen Vintage-Look ließ sich nicht erschüttern – eine Zeitungsfrau durch und durch, ausgestattet mit starken Nerven. Diese haben ihr auch geholfen, die vielen technischen Neuerungen zu meistern, die in den vergangenen vier Jahrzehnten ihren Berufsalltag prägten.

Johanna Dunst hat vor 40 Jahren im Vorgängerverlag der OVB-Heimatzeitungen, der Druckerei Karl Neuburger, angefangen, ist dann am 1. Februar 1997 zu den OVB-Heimatzeitungen gewechselt. Sie ist mit ihrer Geschäftsstelle in Wasserburg dreimal umgezogen: von der Ledererzeile am Karl-Borromäus-Brunnen in die Ledererzeile neben der Raiffeisenbank und zum jetzigen Standort am Marienplatz 16.

Johanna Dunst hat die Entwicklung vom Bleisatz bis ins Computerzeitalter miterlebt. Sie kennt viele Leser mit Namen, hat Tausende Klein-, Glückwunsch- und Traueranzeigen aufgenommen und perfekt in die Zeitung gebracht sowie Tausende Bücher verkauft.

Heute verabschieden wir uns von der Seele der Geschäftsstelle unserer Zeitung. Und wünschen ihr weiterhin eine gute Gesundheit und natürlich noch viele Schnäppchen auf den Flohmärkten in der Region sowie inspirierende Reisen.

Heike Duczek, Andrea Klemm, Petra Maier, Ulrike Vonau, Juliane Wehringer, Manfred Reischl, Stefan Koch, Sylvia Hampel und Nachfolgerin Nicola Zajac.

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