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Was Behörden und Bürger damit zu tun haben

„Alles für die Katz“: Klostercafé in Gars schließt

Das Garser Klostercafé bleibt ab sofort geschlossen.
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Das Garser Klostercafé bleibt ab sofort geschlossen.
  • VonAnja Leitner
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Michaela und Jens Droppelmann werfen das Handtuch und schließen das beliebte Klostercafé in Gars. Das sind die Gründe.

Gars – Das Klostercafé in Gars schließt. Nachdem Michaela und Jens Droppelmann aus Soyen das Café übernommen haben, müssen sie jetzt das Handtuch werfen. „Es geht einfach nicht mehr. Nach über zwei Jahren Corona sind wir einfach fertig“, bedauert die Inhaberin.

Viel haben sich die Droppelmanns von der Gaststätte versprochen. Im April 2018 startete das Ehepaar: Torten und Kuchen aus eigener Herstellung, Frühstück an Sonn- und Feiertagen, Mittagstisch. Und das Konzept kam bei den Garsern an. „Im März 2020 war der Terminkalender voll, wir waren das restliche Jahr ausgebucht“, berichtet die Wirtin. Doch dann kam Corona.

Familie hält sich mit „To go“ über Wasser

„Alles, was wir bis dahin erwirtschaftet hatten, war umsonst. Wir haben uns so reingehängt. Werbung geschaltet und viel Geld ausgegeben. Alles für die Katz“, so Droppelmann. „Und vor allem musste ich das Personal in Kurzarbeit schicken, eine Vollzeitkraft und mehrere Aushilfen auf 450-Euro-Basis. Wir standen alleine da und versuchten, so gut es ging, das Café zu führen“, resümiert die 53-Jährige.

Die Familie hielt sich mit Torten und Kuchen „to go“ über Wasser. Aber auch dieses Unterfangen gestaltete sich schwierig. „Wenn das Wetter schön war, waren wir oft ausverkauft, aber wenn es schlecht lief, bin ich mit den Torten und Kuchen wieder nach Hause gefahren. Da sind mir oft die Tränen gekommen“, erzählt sie.

Michaela Droppelmann muss das Klostercafé in Gars schließen.

Zusätzliche Belastung kam durch die Bürokratie, die die neuen Coronaregeln mit sich brachten: „Es war Wahnsinn. Kurzarbeitergeld, Coronahilfen, 3G, 2G. Da hat ja keiner mehr einen Durchblick“, schimpft die Inhaberin, „aber die Gäste erwarten natürlich, dass man auf dem neuesten Stand ist. Für uns war es der reine Stress.“

Und obwohl die Droppelmanns viele verständnisvolle Gäste hatten, gab es auch uneinsichtige Bürger. „Was wir uns da alles von den Leuten anhören mussten. Es war ja nicht unsere Entscheidung, dass wir nicht aufmachen oder keine Ungeimpften ins Café lassen durften. Wir hätten ja die Strafe bezahlen müssen. Aber das war vielen egal. Das fand ich sehr schade, dass wir teilweise auf so viel Unverständnis gestoßen sind“, bedauert die Wirtin. Ausschlaggebend für die Schließung sei auch das vergangene Jahr gewesen. „Es hieß, es gebe keinen Lockdown mehr. Und im November mussten wir trotzdem schließen, weil die Inzidenz im Landkreis Mühldorf über 1.000 war“, erinnert sie sich. „Wir können ja nicht den ganzen Sommer hindurch ackern, damit wir im Winter von unseren Ersparnissen leben können. So funktioniert das einfach nicht.“

Und wieder musste das Klostercafé geschlossen werden, wieder gingen die Angestellten in Kurzarbeit oder suchten sich neue Stellen. „Ich hatte erst im September 2021 einen neuen Koch eingestellt. Doch er musste sich eine andere Arbeit suchen, von 60 Prozent des Lohns kann niemand leben“, so die Inhaberin.

Letztendlich entschied sich die Familie für die Schließung des Cafés. „Wer garantiert uns, dass wir dieses Jahr im Winter nicht wieder schließen müssen? Wir können das nicht mehr stemmen. Und so geht es vielen. Ich denke, die Gastronomielandschaft wird sich in den nächsten Jahren stark verändern“, meint die 53-Jährige. „Ich möchte die Zeit in Gars nicht missen. Aber wir können nicht mehr weitermachen. Wieder zu öffnen hieße für uns auch, neue Mitarbeiter einzustellen – alles wieder auf Anfang. Das schaffen wir nicht. Wir sind am Ende unserer Kräfte.“

Die Familie will sich fortan auf das Gasthaus Brandmühle in Soyen konzentrieren, das ebenfalls von den Droppelmanns geführt wird. Das Kloster Gars sucht nun wieder nach einem neuen Pächter für das Café.

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