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Ein Club mit bewegter Geschichte

30 Jahre Tanzen, Feiern und Flirten: Das Wasserburger Universum feiert Geburtstag

Seit 30 Jahre wird im Universum gefeiert, getanzt, geknutscht und geflirtet. Dass dies nicht ganz selbstverständlich ist, zeigt ein Blick in die bewegte Geschichte des Clubs, denn eigentlich sollte es ihn gar nicht geben.
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Seit 30 Jahre wird im Universum gefeiert, getanzt, geknutscht und geflirtet. Dass dies nicht ganz selbstverständlich ist, zeigt ein Blick in die bewegte Geschichte des Clubs, denn eigentlich sollte es ihn gar nicht geben.
  • Sophia Huber
    VonSophia Huber
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30 Jahre „Uni“, 30 Jahre Party. 30 Jahre, in denen die Wasserburger hier getanzt, geschwitzt, geknutscht und geflirtet haben. Der Gang ins Universum am Wochenende war für ganze Generationen selbstverständlich. Dabei ist es nicht einmal selbstverständlich, dass der Club überhaupt gebaut wurde – , noch weniger, dass er weiterhin existiert.

Wasserburg – „Es ist ein kleines Wunder“, gibt Hans Enzinger, Geschäftsführer, Inhaber und Gründer des Universums, bei einem Gespräch mit Vertretern der Stadt zu. Denn eigentlich wollte Enzinger niemals Clubbesitzer werden. Er war und ist Betreiber des Fitnessstudios Fit & Fun. In der Discoszene habe er sich niemals gesehen. Doch als die Sportstätte 1990 in Flammen aufging, wurde Enzinger praktisch über Nacht zum Clubbetreiber.

Hans Enzinger wurde zur Gründung „gezwungen“

„Ich wurde mehr oder weniger gezwungen.“ Vom „Dominus Deus Doktor Martin Geiger“, wie Enzinger augenzwinkernd erklärt. Der ehemalige Bürgermeister habe sich eine Disco für das Mittelzentrum gewünscht. Nach dem Brand sah Geiger seine Chance gekommen, diesen Traum zu verwirklich. Kurzerhand knüpfte er an den von Enziger gewünschten Tausch eines Grundstücks an der Festplatzwiese die Bedingung, dass dieser dort einen Nachtclub eröffnen müsse. „Das war der Urknall, der das Universum erschaffen hat“, erklärt Enzinger.

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Erste Pletie Ende der Neunziger

Nach dem Bau des Gebäudes entschloss er sich, die Halle zu vermieten. Zunächst mit Erfolg. In den 90er Jahren boomte das Geschäft. „Das Universum leuchtete“, so Enzinger. Viele Stars traten in der Zeit auf. Es wurde getanzt und gefeiert. „Dann hat sich der Pächter aber übernommen.“ Mit einem anderen Club sei er pleite gegangen, was sich auch auf die Wasserburger Disco ausgewirkt habe. „Das Universum war tot“, erklärt Enzinger.

Zweite Pleite im Jahr 2006

Es folgten holprige Jahre. 1999 übernahm schließlich ein neuer Pächter. Es ging wieder ein wenig aufwärts. Doch schon 2006 folgte der nächste Schlag: Wieder stand das Uni vor der Pleite. Enzinger entschied sich daraufhin, den Betrieb selbst zu übernehmen, und gründete die Tochterfirma Inndiskotheken Betriebs GmbH. Er trat als Geschäftsführer auf, die Betriebsleitung überließ er aber erfahrenen Clubbetreibern. Es lief. Bis 2015 dann plötzlich die Pforten geschlossen werden mussten. Der Brandschutz spielte nicht mehr mit.

Wegen Brandschutz: Schließung für vier Jahre

„Die Treppe wurde damals versetzt“, erklärt Enzinger, „daraufhin kam das Landratsamt zur Brandschutzbegehung und die Vorgaben waren natürlich ganz anders als in den frühen Neunzigern.“ Nach einigem Überlegen entschied sich Enzinger aber trotzdem, in den Brandschutz zu investieren. „Ich habe das Uni lieben gelernt“, meint er.

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2019 war es dann endlich soweit: Nach einer Investition von 200.000 Euro gaben die Behörden ihr „Okay“, das Uni konnte wieder öffnen. Enzinger holte sich Sandra Nikolic (23) als Betriebsleiterin an seine Seite. Tobias Rauer übernahm die Technik. Das Uni füllte sich wieder, es wurde getanzt und gefeiert. Und dann kam Corona.

Corona machte dem neuen Team schwer zu schaffen

Knapp zwei Jahre ging nichts mehr. „Wir haben versucht, etwas zu bieten“, sagt Nikolic. „Zum Beispiel hatten wir im Sommer den Beach Club.“ Aber es war eine schwere Zeit, Tanzverbot, Masken- und Testpflicht. Das alles machte dem Uni schwer zu schaffen. Aufgeben wollten sie aber trotzdem nicht. „Ich stehe hinter dem Universum“, erklärt Enzinger, Geld verdiene er zwar kaum damit, „aber es ist wichtig, dass es eine solche Institution in Wasserburg gibt.“ Schließlich gehe es um die Sozialisation von jungen Menschen.

Bürgermeister von Notwendigkeit überzeugt

Bürgermeister Michael Kölbl sieht dies ähnlich. „Ich weiß, um die Notwendigkeit des Universums für die Jugend“, so Kölbl, „vor allem jetzt mit und nach Corona. Eine solche Einrichtung braucht es in einem Mittelzentrum und in einer Schulstadt.“ Er selbst sehe immer gern die Beiträge auf Instagram. „Da sieht man, der Laden ist voll.“ Ähnlich sieht Wasserburgs Kulturreferentin Edith Stürmlinger die Situation. „Das Uni st wichtig“, sagt sie, das sehe sie auch an ihrer Enkelin, die derzeit regelmäßig den Club besuche.

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Dass es mit dem Universum noch lange nicht vorbei ist, zeigen auch Enzingers Pläne. „Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir unter der Woche noch weitere und andere Kultur anbieten.“ Theater, Klavierkonzerte, alles sei möglich, meint Enzinger. Samstags werde aber weiterhin gefeiert, getanzt, geknutscht und geflirtet – so viel stehe fest.

30 Jahre Uni feierten (von links) Tobias Rauer, zuständig für die Technik, Betriebsleiterin Sandra Nikolic, Robert Berer, bis 2015 Geschätsleiter des Universums, Inhaber Hans Enzinger, Bürgermeister Michael Kölbl und Kulturreferentin Edith Stürmlinger.

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