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30 Jahre Kindergarten

„Sternzeichen Feuerwehrmann“ und „Fruchtblase geplatzt“: Die besten Sprüche der Unterreiter Kids

stellvertretende Kindergartenleiterin Petra Brunner spielt in der Schaukel mit den Kindern (von links): Johanna Huber, Anna Köbinger, felix Heigl, Johanna Himmüller.
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Es wird viel gelacht im Unterreiter Kindergarten: Pädagogische Fachkraft und stellvertretende Kindergartenleiterin Petra Brunner spielt in der Schaukel mit den Kindern (von links): Johanna Huber, Anna Köbinger, Felix Heigl, Johanna Himmüller.
  • Kirsten Meier
    VonKirsten Meier
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30 Jahre gibt es den kommunalen Kindergarten Unterreit. Hier packt der Bürgermeister mit an, wenn es was zu reparieren gibt. Warum die Einrichtung außerdem noch etwas ganz Besonderes ist und sich die Kinder hier so wohl fühlen.

Unterreit – Eine Weisheit von dem libanesisch-US-amerikanischen Dichter und Philosoph Khalil Gibran lautet „Was man als Kind geliebt hat, bleibt im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter“. Dies trifft perfekt auf den Kindergarten St. Elisabeth zu. Hier dürfen Kinder eine glückliche und unbeschwerte Kindergartenzeit erleben.

Ein großen Rasen für die kleine Fußballer (von links) Simon Köbinger, Leo Fichter, Johanna Himmüller gibt es in Unterreit.

Blickt man auf die Anfänge der kommunalen Einrichtung zurück, möchte man fast schon an Schicksal glauben. Ein heftiges Unwetter in der Region legte einst für Leiterin Judith Weber-Sarcher (53) die beruflichen Weichen. „Ich war damals auf dem Heimweg und musste aufgrund des starken Regens einen Umweg über Unterreit fahren. Diesen Weg fuhr ich normalerweise nie, doch weil die Straßen überschwemmt waren musste ich hierher ausweichen. Unterwegs fiel mir eine große Baugrube auf, die voller Wasser war“, erinnert sich Weber-Sarcher. „Ich dachte zuerst, dass die hier ein Schwimmbad bauen, doch dann sah ich ein großes Schild auf dem stand ´Bau eines kommunalen Kindergartens`. Das war anfangs 1992“, setzt sie fort.

Gründungsteam immer noch vor Ort

Sie war bereits ausgebildete Erzieherin und wollte sich beruflich neu orientieren. Ein Studium hatte sie ins Auge gefasst, doch stattdessen führte das Schicksal sie in den Kindergarten Unterreit, den sie seit der ersten Stunde leitet. Das neun Personen starke Kindergarten-Team ist viel mehr als nur ein Kreis von Kolleginnen. Sie sind beste Freunde und das schon seit mehr als 30 Jahre. Es herrscht Vertrautheit und Zusammenhalt. Das Personal ist noch das Gleiche wie am ersten Tag, auch zwei der insgesamt drei Reinigungskräfte sind schon seit der ersten Stunde mit dabei und sorgen fleißig für Sauberkeit und Ordnung. In den Jahren kam und ging mal vereinzelt jemand, doch das Gründungs-Team hält an seiner Einrichtung fest. Dazu zählt ganz besonders auch Silvia „Livia“ Lenders. Sie ging heuer in Rente. Eigentlich könnte sie ihren wohlverdienten Ruhestand genießen, doch stattdessen besucht sie ihre Kindergartenfamilie nach wie vor und nimmt sich Zeit für die Kleinen.

Als vor 30 Jahren der Kindergarten erstmalig seine Türen öffnete, wurden 25 Kinder ab dem vierten Lebensjahr betreut. Heute sind es 46 Kinder im Kindergarten und 12 in der Krippe. Die Krippe wurde 2012 angebaut. Ein Jahr später wurde sie eingeweiht. Ab dem ersten Lebensjahr dürfen die Jüngsten die Einrichtung besuchen.

Freundinnen unter sich (von links): Theresa Hauner, Katharina Hauner, Isabella Neumaier, Marie Gerzer, Laura Köhler, Emma Schenk.

Blickt Weber-Sarcher auf die vergangenen Jahre zurück, kommt sie fast schon ins Schwärmen, denn Fakt ist, dass sie zu den Anfängen noch ein recht junges Team waren, sie aber trotz allem eine ganze Menge Vertrauen von der Gemeinde und den Menschen im Ort entgegengebracht bekamen. Das ist noch heute ungebrochen. „Wir waren von Anfang an mit dabei und durften auch mitbestimmen, wie der Kindergarten ausgestattet wurde. Unser Hauskonzept ist 1992 entstanden. An dem halten wir noch heute fest. Dazu kommt, dass wir ein hervorragendes Netzwerk haben. Unter anderem sind wir mit KoKi, dem Netzwerk für frühe Kindheit verbunden. Und klar, wir bilden uns stetig fort. Das Schöne ist, dass wir immer so sein durften wie wir sind und auch unsere Ideen verwirklichen konnten. Natürlich hatten wir Rahmenbedingungen, aber die hatte keiner ausgenutzt“, erinnert sich die Leiterin.

Sie machen sich auch für die kleinen Unterreiter Bürger stark: das Pädagogische Fachkräfte Team des Kindergartens und das Gemeindeoberhaupt (vorne von links) Beatrix Mang, Ulla Brehm, Livia Lenders, (hinten Reihe von links) Tanja Richter, Petra Brunner, Christine Depner, erster Bürgermeister Christian Seidl, Judith Weber-Sarcher, Serena Platörke.

Seit der Gründung haben im St. Elisabeth etwa 30 Pädagogische Fachkräfte und 25 Kinderpflegerinnen erfolgreich ihre Ausbildung absolviert. Dazu kommt eine große Zahl von Praktikanten. „Was uns auszeichnet ist das Ländliche und das Miteinander. Und ganz wichtig ist, wir leben Tradition. Bei uns werd´ Boarisch dach´d, g´redet und g´handelt. Die Kinder, die wir vor 30 Jahren betreut haben, sind heute selbst Eltern und bringen ihre Kinder zu uns. Wenn wir ein Fest machen und eine Liste aushängen, wer was macht oder mitbringt, ist die Liste ruckzuck ausgefüllt. Jeder hilft mit“, setzt sie stolz fort. Und auch auf die Ideen und Wünsche der Eltern wird eingegangen.

Bürgermeister repariert selbst

Was das Kindergarten-Team noch auszeichnet: jeder bringt seine eigenen Stärken und Fähigkeiten mit ein. Sei es Sport, Kreativität, musikalische Erziehung oder sonstige für die Entwicklung der Kinder wertvolle Beschäftigungen. Das Angebot ist vielseitig, abwechslungsreich und pädagogisch wertvoll. Davon profitieren die Erzieher, Kinder und Eltern. Die Kids sollen eine glückliche und schöne Kindergartenzeit erleben, bei dem sie viel fürs Leben lernen und mitnehmen. Sehr dankbar ist das Kindergarten-Team vor allem auch der Gemeinde. „Unsere Bürgermeister hatten schon immer ein sehr großes Herz für Kinder. Auf sie konnten wir immer zählen. Unser Bürgermeister Christian Seidl legt sogar selbst Hand an, wenn es im Kindergarten etwas zum Reparieren gibt“, erzählt die Leiterin stolz.

Die Gemeinde, Vereine, Gemeindemitarbeiter, Familien, der ganze Ort hält zusammen. „Wir leben hier keine Hierarchie. Jeder darf sich selbst sein. Niemand wird ausgegrenzt. Alle sind gleich. Wir lachen viel und haben Spaß. Hier kann man einfach mal alles Schlechte ausblenden“, setzt sie fort. Das ist wohl das Erfolgsrezept, weshalb im Unterreiter Kindergarten diese Unbeschwertheit herrscht und man gerne hierherkommt.

Die schönsten Sprüche der Unterreiter Kinder

Das Kindergarten-Team schreibt die einen oder anderen amüsanten Sprüche der Kinder in ein Tagebuch. Der Wasserburger Zeitung verrieten sie einige nette Geschichten:

  • Bei der Brotzeit. Michael will wissen, was für ein Sternzeichen das andere Kind ist. Michael überlegt kurz und sagt: „Ich weiß, was für ein Sternzeichen Jakob ist. Widder“. Darauf Jakob: „Nein, sowas bin ich nicht. Ich bin Feuerwehrmann“.
  • Die Kinder bewundern die Halskette von Elias. Jakob: „Ich habe keine Halskette. Ich habe nur einen Hals und einen Kopf“.
  • Im Stuhlkreis. Gespräch über den Herbst. In einem Buch gibt es verschiedene Pilze. Erzieherin Christine: „Seht ihr, das ist ein Steinpilz“. Kind (schüttelt energisch den Kopf) und sagt: „Na na, des is a Schwammerl und koa Steinpilz“.
  • Ein Kind erzählt: „Ein Marder hat bei unserem neuen Auto das Kabel durchgebissen, aber der Papa richtet das wieder“. Darauf fragt Erzieherin Christine: „Ist der Papa Automechaniker?“ Das Kind: „Nein, der ist Wassermann“.
  • Während der Spielzeit passierts. Kind: „Plötzlich war die Hose nass. Ich glaube meine Fruchtblase ist geplatzt“.

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