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Stadtwerke Dorfen erschließen

Schnellstes Internet kommt: Über 200 Kilometer Glasfaserleitung für St. Wolfgang

Symbolischer Spatenstich mit (von links) Zweitem Bürgermeister Konrad Bernhard, Bürgermeister Ullrich Gaigl, Daniel Artmann (Regionalleiter Atene KOM), Landrat Martin Bayerstorfer, Laura Lutz (Ingenieurbüro Ledermann), Ulrike Scharf (MdL), Marius Regler (Geschäftsführer Stadtwerke Haag), Andreas Lenz (MdB), Klaus Steiner (Geschäftsführer Stadtwerke Dorfen) und Oliver Weinberger (Geschäftsführer Bauunternehmen RKE).
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Symbolischer Spatenstich mit (von links) Zweitem Bürgermeister Konrad Bernhard, Bürgermeister Ullrich Gaigl, Daniel Artmann (Regionalleiter Atene KOM), Landrat Martin Bayerstorfer, Laura Lutz (Ingenieurbüro Ledermann), Ulrike Scharf (MdL), Marius Regler (Geschäftsführer Stadtwerke Haag), Andreas Lenz (MdB), Klaus Steiner (Geschäftsführer Stadtwerke Dorfen) und Oliver Weinberger (Geschäftsführer Bauunternehmen RKE).

Die zweite Welle des Breitbandausbaus versorgt weiße Flecken in St. Wolfgang. Die Stadtwerke Dorfen übernehmen die Erschließung und sind damit erstmals außerhalb ihres eigenen Gebiets aktiv.

St. Wolfgang – Schnelles Internet ist schon lange nicht mehr nur für reibungsloses Streamen wichtig. Homeoffice, Homeschooling oder vernetztes Produzieren aus Gewerbegebieten heraus hat innerhalb kurzer Zeit größte Wichtigkeit erlangt.

Meilenstein und Spatenstich

Von einem „Meilenstein“ sprach daher Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf beim symbolischen Spatenstich für die zweite Welle des Breitbandausbaus in der Gemeinde St. Wolfgang. Nach Verzögerungen durch eine fehlerhafte Ausschreibung können nun die „weißen Flecken“, die vor allem im Außenbereich noch bestehen, durch die Erschließung über die Stadtwerke Dorfen, verschwinden.

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Bayern sei bei der Breitbandversorgung Vorreiter in der EU, sagte Scharf und blickte in die Zukunft: „Wenn alle laufenden Maßnahmen abgeschlossen sind, werden 99 Prozent mit schnellem Internet versorgt sein. 2013 waren wir noch bei 61 Prozent.“

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Landrat Martin Bayerstorfer ging auf die schnelle Entwicklung dieser Technologie ein und erinnerte an die „Breitbandmesse“ vor 14 Jahren, bei der Netzanbieter Funklösungen für die ländlichen Bereiche vorgeschlagen haben, da ein Leitungsnetz „unbezahlbar“ wäre. Diese Aussage sei ebenso von der Entwicklung überholt worden wie die damaligen Aussagen über die benötigten Bandbreiten.

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Vom aktuellen Ausbauprojekt profitieren in erster Linie die Dörfer Jeßling, Pyramoos und Lappach sowie bisher unterversorgte Teile des Hauptorts.

Unverzichtbar für die zweite Stufe des Ausbaus sind die Fördergelder vom Bund. 1,8 Millionen Euro aus dieser Hand füllen die Wirtschaftlichkeitslücke von 3,7 Millionen Euro fast zur Hälfte. Ein weiteres Drittel bezuschusst der Freistaat, für die Kommune verbleibt eine Beteiligung von circa 750.000 Euro.

Schnelles Netz für die Einödhöfe

„In unserer Gemeinde gibt es etwa 150 Weiler und Einöden. Das bringt es mit sich, dass eine Infrastrukturmaßnahme wie der Glasfaserausbau sehr kostenintensiv ist“, kommentierte dies Bürgermeister Ullrich Gaigl und umriss die Umsetzung: Etwa 64 Kilometer wird die beauftragte Baufirma RKE aus Hohenthann erschließen, größtenteils werden die Leitungen eingepflügt. Durch die Genehmigung eines vorzeitigen Baubeginns über den Projektträger Atene KOM GmbH sind die Baumaschinen bereits seit einigen Wochen im Einsatz.

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Gaigl dankte dabei den Grundstücksbesitzern, die „Behinderungen, Lärm und Schmutz zum Wohle der Allgemeinheit in Kauf nehmen“.

Kraftwerke Haag arbeiten an der Erschließung mit

Knapp 200 Kilometer Glasfaserleitung werden insgesamt verlegt, die am Ende – nach derzeitigem Stand im Frühjahr 2023 – 340 Gebäude mit schnellem Internet versorgen, also mit mindestens 50 MBit/Sekunde. Individuelle Verträge für die Nutzung werden dann mit dem Netzbetreiber, den Stadtwerken Dorfen, abgeschlossen. Am Rande beteiligt sind auch die Kraftwerke Haag, die an wirtschaftlich sinnvollen Stellen mit den Stadtwerken zusammenarbeiten.

„Sie haben das Vertrauen und den Mut gefunden, ein kleines Stadtwerk mit dieser doch gewaltigen Aufgabe zu betrauen“, dankte Geschäftsführer Klaus Steiner den Verantwortlichen. Für sein Unternehmen sei dieser Auftrag auch besonders wichtig, da die Stadtwerke erstmals außerhalb von Dorfen tätig würden.

Kooperation zwischen den Gemeinden

Im eigenen Gebiet hätten die Stadtwerke die Erschließung innerhalb des Zeit- und Kostenrahmens abgeschlossen, so Steiner. Und auch in Lengdorf werde Glasfaserausbau betrieben: „Ein Musterbeispiel interkommunaler Kooperation“, so Steiner.

An die anwesenden Politiker von Landes- und Bundesebene richtete er den Appell, ein Augenmerk auf die bürokratischen Hürden, die sein Unternehmen zu bewältigen hatte, zu richten: „Wir wollen Netze bauen und nicht die Aktenordner der Behörden füllen.“

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Auf planerischer und organisatorischer Ebene begleiten das Freisinger Ingenieurbüro Ledermann und die Berliner Agentur Atene KOM die Baumaßnahme. Bundestagsmitglied Andreas Lenz lobte in seinem Grußwort, dass St. Wolfgang die Bedeutung des Breitbandausbaus rechtzeitig erkannt habe, und verwies auf die 35 Millionen Euro Bundesfördermittel, die der Landkreis Erding in den vergangenen Jahren für diese Maßnahmen verwenden konnte.

„Letztlich setzen wir uns damit für gleichwertige Lebensverhältnisse ein“, so der Wahlkreisabgeordnete.

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