20-jährige Partnerschaft wird mit einer Ausstellung gefeiert

Bürgermeisterin Sissi Schätz und Hermann Jäger bei der Eröffnung der Ausstellung.
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Bürgermeisterin Sissi Schätz und Hermann Jäger bei der Eröffnung der Ausstellung.

Haag – Die Partnerschaft der Gemeinde Haag mit dem ungarischen Lajoskomarom wurde letzten Sommer anlässlich des 20-jährigen Bestehens mit der Ausstellung einer ungarischen Künstlerin in Ungarn gefeiert.

Nun kommen die Exponate nach Haag. Sie sollen an das Bestehen der ungarisch-deutschen Freundschaft erinnern.

„Die Ausstellung war eigentlich schon im Frühjahr geplant“, teilt Bürgermeisterin Sissi Schätz mit. Doch da musste das Rathaus wegen der Krisenlage geschlossen werden. Hermann Jäger, Gemeinderat und Förderer der Haag-Ungarn-Partnerschaft, bewahrte die Bilder inzwischen auf. Jetzt wurden sie im Rathauses aufgehängt und zu den normalen Öffnungszeiten der Haager Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Auswahl reicht von farbenfrohen Motiven wie „Paprika“ über Porträts bis zu Zeichnungen in Schwarz-Weiß. Die Künstlerin heißt Bianka Brici Kerekes. Sie ist in Siebenbürgen geboren und besuchte nach dem Studium von Wirtschaftsinformatik und Management in Klausenburg die Kunstschule in Bistritz. Ausstellungen hatte sie schon an mehreren Orten gehabt. Die Brücke zur Partnerschaft von Haag und Lajoskomarom schlägt Bianka Brici Kerekes aber auch damit, dass sie eine Nichte von Peter Marikusa ist. „Er war eine treibende Kraft für die Begründung der Partnerschaft zwischen dem ungarischen Lajoskomarom und dem Markt Haag“, sagte Bürgermeisterin Sissi Schätz bei der Eröffnung der Ausstellung. Peter Marikusa hatte 1995 „ganz unkonventionell“ in der Zeitung die Annonce aufgegeben: „Ungarische Gemeinde sucht bayerischen Partner.“ Daraufhin hatte sich der frisch gewählte Bürgermeister Hermann Dumbs aus Haag gemeldet. Die ersten Verbindungen knüpften dann die beiden Haager Gründungsväter der Partnerschaft, Erwin Kohl und Hans Kürzeder, mit dem damaligen ungarischen Bürgermeister Paul Macher.

Zahlreiche Treffen über zwei Jahrzehnte

Für die zahlreichen Treffen zwischen Haagern und Ungarn stand stets Peter Marikusa als Dolmetscher zur Verfügung. Die Sprache bildete über die zwei Jahrzehnte auch die größte Hürde. Die Ungarn wurden in Gastfamilien Haags vor allem zu offiziellen Anlässen wie Straßenfeste und Feiern willkommen geheißen. Sie bestachen die Haager mit ihren qualifizierten musikalischen Darbietungen von Chorgesängen bis zum Fol kloretanz. Die von den Bürgermeister Hermann Dumbs und Paul Macher besiegelte Partnerschaft wurde von ihren Nachfolgern Bürgermeisterin Sissi Schätz und Rirtyak Zsolt 2014 erneuert. Sie unterhielten sich nun nicht mehr auf Deutsch, sondern in Englisch.

Die Partnerschaft war von einem Auf und Ab gezeichnet, auch der Kinder- und Jugendaustausch geriet einmal ins Stocken, da es an erwachsenen Begleitpersonen mangelte. Eines blieb seit Beginn der Brecher der Sprachbarriere: die gegenseitige Verständigung in den ungarischen Weinkellern. re

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