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Vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung

1997 in Wasserburg im Fokus: Märzenbier wie Champagner und Milchpreise im Keller

Der heutige Geschäftsführer und stellvertretende Vorstand Georg Lettl in jugendlichem Elan an einem der Braukessel.
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Der heutige Geschäftsführer und stellvertretende Vorstand Georg Lettl in jugendlichem Elan an einem der Braukessel.

Das Märzenbier für das diesjährige Frühlingsfest besteht seine Probe mit einem champagnerhaften Charakter. Die Wasserburger Bauern kaufen die Regale der Supermärkte leer, um auf die niedrigen Milchpreise aufmerksam zu machen. Das waren die Schlagzeilen in der Wasserburger Zeitung vor 25 Jahren.

Wasserburg – „Wir wollen keinen verärgern, wir wollen die Leute nur auf die Ungerechtigkeit hinweisen“, so Josef Andres, der Vorsitzende der Vereinigung der bayerischen Milcherzeugergenossenschaft. Die Landwirte hatten einen „Demonstrationskauf“ in Wasserburger Supermärkten organisiert, um gegen die Preispolitik der Nahrungsmittelkonzerte zu protestieren. Wenn mit Lockangeboten bei landwirtschaftlichen Produkten der Herstellungspreis weit unterschritten werde, „so ruiniert das und das sollte verboten werden“, meinte Andres. Dumpingpreise wie acht Pfennig für einen Joghurt seien unverantwortlich. Die Bauern hatten sich vor „Aldi“ und dem „Singermarkt“ platziert und Flugblätter verteilt, auf denen die Kunden aufgerufen wurden, einen fairen Preis für Milchprodukte zu akzeptieren. Alles werde teurer, die Erzeugerpreise für Milch seien dagegen um 20 Pfenning seit acht Jahren gesunken, erklärte Andres. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, kauften die Bäuerinnen und Bauern sämtliche Milcherzeugnisse in den Supermärkten auf. Die Artikel sollen nun an Bedürftige verteilt werden. Die Marktleiter der Filialen wollten sich zur Aktion nicht äußern.

Forsting – In großer Runde bestand im Brauerei-Gasthof Forsting das Forstinger Märzenbier, eigens gebraut für das Wasserburger Frühlingsfest, die Probe. Nicht nur die 13,2 Prozent Stammwürze des Gerstensafts wurden gelobt, man fand sogar, es habe einen leicht champagnerhaften Charakter.

Zum zweiten Mal liefert damit die Brauerei Forsting das Bier beim Wasserburger Frühlingsfest. Gebraut wurden heuer etwas mehr als beim ersten Mal, den das Fest dauert drei Tage länger als in den vergangenen Jahren. Grund dafür ist die Feier der Raiffeisenbank anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens. Auch das Festzelt ist in diesem Jahr größer. Mit zehn Metern mehr Länge bietet es 800 zusätzliche Plätze, damit passen nun 3800 Festbesucher ins Bierzelt.

Weitere Meldungen in der Woche des Jahres 1997

Berlin – Tausende dubiose Firmen nutzen offenbar die Angst vieler Bürger vor dem Euro für krumme Geschäfte aus. „Eine noch nie da gewesene Flut unseriöser Geldanlageangebote schwappt über das ganze Land“, so die Verbraucherzentrale Berlin. Finanzexperten warnen insbesondere vor Investitionen ins Diamantengeschäft.

München – Viele Münchner satteln um. Der Anteil der Radfahrer im Alltagsverkehr ist seit zwei Jahren rückläufig, berichtet das Institut „Sozialdata“. Im Spitzenjahr 1992 traten täglich 100 000 Radler in die Pedale, das entspricht einem Verkehrsanteil von 15 Prozent. Inzwischen beträgt der jährliche Verlust ein Prozent. Die Absteiger wechseln fast durchweg zum Auto.

Nürnberg – Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt spitzt sich dramatisch zu. Nach der neuen Bilanz der Bundesanstalt für Arbeit suchten bei den Arbeitsämtern Ende April bundesweit noch 348 500 Jugendliche eine Lehrstelle. Ihnen stand ein Angebot von nur 162 300 freien Plätzen gegenüber. Bildungsminister Jürgen Rüttgers sagte, die Lage sei „ernst wie nie zuvor“. Dies gelte besonders für den Osten. Dort gibt es nur 24 230 freie betriebliche Plätze für rund 131 500 unversorgte Jugendliche.

Markt Schwaben – Die CSU ist sauer auf die C.S.U. Weil sie ihren Namen als „besonders schützenswert“ einstuft, will die Regierungspartei einem kleinen Verein in Markt Schwaben den Namen verbieten. Den Pünktchen-Namen C.S.U. hatte sich die „Car-Sharing Union“ als Witz einfallen lassen, deren Humor die CSU offenbar nicht teilt. An sich haben die Mitglieder des Vereins nichts mit Politik am Hut, sie teilen sich lediglich Autos.

München – „Wir wollen das Amerikahaus als Forum des bayerisch-amerikanischen Austauschs – wenn auch in anderer Form – erhalten“, versprach Ministerpräsident Stoiber zur Eröffnung der 43. Deutsch-Amerikanischen Freundschaftswoche. Die Amerikaner werden die Kulturinstitution am Karolinenplatz, die 1948 eröffnet wurde, im Juni verlassen.

Der Freistaat als Eigner will nun gemeinsam mit der Stadt München ein neues Konzept erarbeiten.