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VOR 25 JAHREN IN DER WASSERBURGER ZEITUNG

1996: Landwirte wollen streiken – Universum eröffnet als „Blu“

Discofieber, das war einmal: Seit dem ersten Lockdown ist das Universum geschlossen. 1996 hießt es – übergangsweise – Blu.
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Discofieber, das war einmal: Seit dem ersten Lockdown ist das Universum geschlossen. 1996 hießt es – übergangsweise – Blu.

Die Milcherzeugergemeinschaft sorgt sich wegen Vorbehalten der Bevölkerung gegenüber Rindfleisch und wegen fallender Milchpreise. Das Wasserburger „Universum“ startet nach einem Umbau mit neuem Namen in das Nachtleben. Das waren die Top-Nachrichten im Lokalteil der Wasserburger Zeitung vor 25 Jahren.

Wasserburg – „Man muss den Verbrauchern nahebringen, dass unsere Nahrungsmittel sauber sind“, betont Josef Andres bei der Vertreterversammlung der Milcherzeugergemeinschaft Wasserburg-Ebersberg. Die Angstwelle, die durch den Rinderwahnsinn (BSE) ausgelöst worden sei, mache den Bauern ebenso zu schaffen wie die stark abfallenden Milchpreise. In Deutschland sei kein einziger Fall von Rinderwahnsinn bekannt, meinte dazu der Landtagsabgeordnete Sepp Ranner. Die Milchmarktordnung wird sich nach den von Dr. Helmut Hoffmann präsentierten Modellen aber in Zukunft auch so schrittweise verändern. „In der Zukunft werden wohl noch viele Betriebe ausfallen“, betonte der Referent von der Fachhochschule Weihenstephan. Nach Schätzungen wird die Anzahl der Milchviehbetriebe in Bayern bis zum Jahr 2000 um weitere 38 Prozent auf etwa 55 000 Betriebe absinken. In der Diskussion wurden von mehreren Seiten die Möglichkeit eines Bauernstreiks angesprochen. „Man muss auf sich aufmerksam machen“, stimmte Ranner zu – „allerdings bestreiken wir Bauern uns ja selbst.“

Weitere Artikel und Nachrichten aus der Region Wasserburg finden Sie hier.

Eine neue Innendekoration, ein frisches Team, geänderte Öffnungszeiten, ein neues Wochenprogramm und ein neuer Name. „Blu“ heißt seit Ende März die Großraumdiskothek an der Alkorstraße. In den Innenräumen stechen die vielen verschiedenen Blautöne ins Auge – vielleicht sucht man aber auch danach, denn schließlich denkt man bei dem Namen der Diskothek irgendwie an die Farbe Blau. Damit habe es aber überhaupt nichts zu tun, behauptet der Besitzer. „Blu“ sei einfach nur ein Fantasiename, kurz und einprägsam. Es sei jeder, der gut drauf sei, willkommen, betont Gottfried Mesner, der Geschäftsführer. Er steht auch gerne selbst mit an der Tür und sieht sich seine Gäste an – „um dem Discjockey Tipps zu geben“. Die meisten Gäste sind aber ohnehin alte Bekannte, die das „Universum“ zu Anfangszeiten besucht haben und nun voll Neugierde zurückgekommen sind.

Weitere Meldungen in der Woche vom 5. bis zum 11. April 1996:

München – Mit dem Bau des atomaren Forschungsreaktors in Garching kann begonnen werden. Das bayerische Umweltministerium hat der Technischen Universität München die erste atomrechtliche Teilgenehmigung und damit grünes Licht für das rund 720 Millionen Mark teure Projekt erteilt. Der neue Reaktor ist vor allem wegen des geplanten Einsatzes von hoch angereichertem und damit atomwaffenfähigen Uran umstritten.

Konflikte und Bürgerkriege

New York – Durch Bürgerkriege ist die Zahl der von humanitärer Hilfe abhängigen Menschen in den vergangenen zehn Jahren um fast 60 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr hätten 41,5 Millionen Menschen nicht ohne die Unterstützung von Hilfsorganisationen überleben können. Eine Studie bei den Vereinten Nationen weist darauf hin, dass umfangreiche Konflikte in Ex-Jugoslawien, Irak, Liberia, Ruanda und Somalia die Bilanz in den letzten Jahren negativ verändert hätten.

Fischabsatz steigt

Bonn – Fischhändler in ganz Deutschland profitieren von der Rinderwahnsinn-Problematik in Großbritannien. Allein im Bundesland Baden-Württemberg stieg der Absatz von Fisch in der vergangenen Woche um bis zu 35 Prozent. US-Forscher haben zwischenzeitlich einen Test für die Krankheit entwickelt, der noch in diesem Jahr verfügbar sein könnte.

Bukarest – Auf den Straßen der rumänischen Hauptstadt Bukarest türmen sich 400 000 Kubikmeter Müll. Jetzt soll das Militär zur Reinigung eingesetzt werden. Der Abfall bleibt in der Hauptstadt liegen, weil die Straßenreinigung unterbesetzt ist. Die Bewohner reagieren verärgert und fatalistisch: „Bitte werfen Sie den Müll einfach vom Balkon, wenn die Tonne voll sein sollte. Danke, die Verwaltung“, hieß es jüngst auf einem Plakat an einer Mietskaserne.

München – Viel Vergnügen bereitet im Tierpark Hellabrunn die neue Fütterungsmethode per Lift, die gleichzeitig den Jagdinstinkt der Tiere wecken soll. Die Geoparden, die in fünf Sekunden auf 100 Stundenkilometer beschleunigen können, jagen ein Stück Fleisch, das an einem Lift über das Gehege gezogen wird.

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