100 Tage im Amt: Start kostet Ramerbergs Bürgermeister viel Mühe, Zeit und Nerven

Eine seiner liebsten Aufgaben sind Trauungen: Ramerbergs Bürgermeister Manfred Reithmeier strahlt bei seiner jüngsten Hochzeit mit dem Brautpaar um die Wette.
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Eine seiner liebsten Aufgaben sind Trauungen: Ramerbergs Bürgermeister Manfred Reithmeier strahlt bei seiner jüngsten Hochzeit mit dem Brautpaar um die Wette.

Ramerbergs Bürgermeister Manfred Reithmeier hatte einen schweren Start, sagt er. Denn eine Übergabe habe nicht stattgefunden.

Von Petra Maier und Heike Duczek

Ramerberg – Er hatte einen schwierigen Start: Ramerbergs neuer Bürgermeister Manfred Reithmeier setzte sich bei der Kommunalwahl knapp gegen den vorherigen Amtsinhaber Georg Gäch durch. Die Scherben, die ein heftiger Wahlkampf hinterlassen hat, sind noch nicht gekittet.

Herr Reithmeier, wie fühlen Sie sich nach 100 Tagen im Amt?

Manfred Reithmeier: Der Start war wie ein Sprung ins kalte Wasser, da es von meinem Vorgänger Georg Gäch weder eine Übergabe gab noch eine Einweisung. Selbst den Schlüssel für das Gemeindehaus musste ich mir erst in der Verwaltung Rott abholen. Eine große Hilfe und Erleichterung war, dass die Gemeindemitarbeiter Kinzner, Käsweber und Schuster sowie die Verwaltung Rott mich best möglichst mit Rat und Tat unterstützt haben. Es haben sehr viele informative und klärende Gespräche in der Zeit stattgefunden. Auch der Gemeinderat hat sich langsam miteinander eingependelt. Am meisten freut es mich, dass ein Großteil der Ramerberger Bürger mich sehr freundlich und herzlich aufgenommen hat und ich viel positiven Zuspruch bekomme.

Dafür bin ich sehr dankbar. Denn in der ersten Zeit steckt schon sehr viel Mühe, Zeit und Nerven drin. Nicht nur um einen Überblick zu bekommen und Projekte zum Laufen zu bringen, sondern auch um vieles Liegengebliebendes aus den vergangenen Jahren in Angriff zu nehmen.

Ist das Amt so, wie Sie es sich vorgestellt haben?

‚Reithmeier: Das ehrenamtliche Amt des Bürgermeisters an sich ist sehr interessant und ich mache die Arbeit gerne. Allerdings ist es schwierig, da manche Personen sich fest vorgenommen haben, gegen mich zu arbeiten. Das blockiert oft die eigentliche und wichtige Arbeit für die Gemeinde. Ich persönlich hatte am meisten Respekt vor der Aufgabe, Trauungen durchzuführen, da es schon etwas sehr Besonderes ist und auch für das Brautpaar sein soll. Nach meinen ersten zwei Trauungen wurden mir die eigenen Bedenken genommen. Es waren entspannte und lustige Momente.

Was hat Sie in der Einarbeitungszeit besonders beschäftigt?

Reithmeier: Das Traurige war, dass es viele Anliegen der Ramerberger Bürger gab, von denen ich noch nichts wusste, die aber schon sehr lange auf eine Lösung gewartet haben. Nach und nach werde ich ins Bild gesetzt und kann nun einzelne Themen bearbeiten. So war es nicht nur schwierig für mich, auf dem Laufenden zu sein, sondern Ramerberger Bürger wurden auch durch die fehlende Übergabe belastet. Aber wie bereits erwähnt, hatte ich viele hilfsbereite Menschen um mich herum.

Was waren Ihre ersten Schritte in Sachen Kommunalpolitik, die Sie in die Wege geleitet haben?

Reithmeier: Gemeinsam mit dem Gemeinderat haben wir folgendes in die Wege geleitet: Das Thema Kinderspielplatz in Sendling ist nun beschlossen, die Anlage kann bald realisiert werden. Für die ausgeschriebene Stelle eines Wasserwarts haben wir nun eine geeignete Person gefunden und freuen uns auf den Arbeitsstart am 15. September. Das Büro im Gemeindehaus Ramerberg ist nun mit festgelegten Öffnungszeiten fest besetzt. Wir haben zwei Arbeitskreise gegründet, die sich zu einem um die neue Internetseite Ramerberg kümmern und zum andern um die Beschaffung des Bauhofschleppers.

Können Sie schon Schwerpunkte benennen, die in Ramerberg anliegen?

Reithmeier: Für folgende Projekte haben wir schon einiges in die Wege geleitet: Kindergarten Umbau/Neubau. Das jahrelange Streitthema in Bezug auf den Obersendlinger Weg und auf die Attelfeldstraße ist nun in der Klärungsphase.

Gibt es ein Thema, das Sie persönlich bewegt?

Reithmeier: Bewegend war für mich, zu erleben, dass sich in der Anfangszeit von Corona unmittelbar ein Helferkreis entwickelt hat, der den Risikogruppen regelmäßig Essen brachte und Einkäufe erledigt hat. Später haben die Helfer in Akkordarbeit hunderte von Behelfsmasken in Handarbeit angefertigt und an die Bürger verteilt.

Wo sehen Sie – abseits der Corona-Krise – die größte Herausforderung für Ihre Gemeinde?

Reithmeier: Die Themen Grundstückserwerb für die Gemeinde, sowie die Trinkwasserversorgung. Ein großer Teil der Wasserleitungen ist schon über 60 Jahre alt und gehörtin naher Zukunft erneuert.

Reithmeier: Momentan werden alle Fakten zusammengetragen. Im September werden – in einer nicht öffentlichen Sitzung – die Gemeinderäte über den aktuellen Sachstand informiert. Geplant ist ein Treffen zum Austausch mit dem SV Ramerberg Mitte September.

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