10,5 Millionen D-Mark für 256 Stellplätze – Wasserburg weiht Parkhaus ein

Ist inzwischen 25 Jahre alt: das Parkaus Kellerstraße.
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Ist inzwischen 25 Jahre alt: das Parkaus Kellerstraße.

Was vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung stand: Für 256 Stellplätze gab die Stadt 10,5 Millionen Mark aus – für die Benutzer werden sie kostenlos sein. Das Parkhaus soll die Altstadt soweit als möglich von parkplatzsuchenden Autofahrern entlasten.Und: Die Biber sind zurück am Inn.

Von Laura Hofner

Wasserburg– Der erste Bewohner, eine Schwalbe, hat schon vor einigen Monaten den Blick vom obersten Stockwerk auf die Altstadt-Fassade entdeckt. Die eigentlichen Nutzer dürfen in wenigen Tagen einziehen: Dann wird das neue Parkhaus an der Kellerstraße seiner Bestimmung übergeben.

256 Stellplätze

Für 256 Stellplätze gab die Stadt 10,5 Millionen Mark aus – für die Benutzer werden sie kostenlos sein. Das Parkhaus soll die Altstadt soweit als möglich von parkplatzsuchenden Autofahrern entlasten. Zwei Jahre lang wurde gebaut: Zuerst musste der Innhang durch eine Pfahlbohrwand abgesichert werden. 17 Meter ist sie hoch, die Anker gehen bis zu 29 Meter in den Hang hinein – „eine sehr anspruchsvolle Technik“, so der bauleitende Ingenieur. 2650 Kubikmeter Beton und 350 Tonnen Stahl waren letztlich erforderlich, um die auf fünf Halbgeschossen verteilten Stellplätze und den Vorbau zu erstellen.

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Dieser setzt in seiner modernen Gestaltung einen anspruchsvollen Kontrastpunkt zur historischen Innfront der Altstadt.

Es gibt wieder Biber am Inn – dicke, abgenagte Baumstämme zeugen davon. Lange Jahre galten sie in Bayern als ausgestorben; vor 29 Jahren setzte der Bund Naturschutz eine Population der possierlichen und gefürchteten Nager an der Donau aus. Seither haben sie sich auch in anderen Flüssen verbreitet – zur Sorge mancher Landwirte. Schon Ende des 19. Jahrhunderts war der Biber in Bayern so gut wie ausgerottet. Der Mensch jagte ihn nicht nur seines dichten Felles wegen. Mit seinem flachen, schuppigen Schwanz wurde er zum Fisch erklärt und war ein begehrtes Mahl in der Fastenzeit. Außerdem galt das Bibergail als Allheil- und Potenzmittel. Dass die Aussetzaktion nun so erfolgreich war, freut die Naturschützer: Wenn die Innauen erhalten bleiben, wird es auch weiterhin keinen Ärger mit dem Biber geben, so ein Mitarbeiter: „Schuld ist immer Mensch“.

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Meldungen vom 26. Oktober bis zum 1. November 1995:

Bonn – Bis zu 4000 deutsche Soldaten werden sich in den nächsten Wochen auf Anweisung von Verteidigungsminister Rühe auf die Beteiligung an der internationalen Friedenstruppe für Bosnien-Herzegowina vorbereiten. Das Kontingent soll sich unter anderem aus bereits im Bosnien-Konflikt eingesetzten Sanitätern sowie aus Marine- und Luftwaffeneinheiten zusammensetzen.

Peking – Rund 100 Millionen Junggesellen in China werden im nächsten Jahrhundert keine Frau abbekommen. Immer mehr Paare ließen unter Chinas strenger Ein-Kind-Politik weibliche Föten abtreiben, um einen Sohn zu bekommen, der die Familiennachfolge sichert. Auf 100 neugeborene Mädchen sind nach der letzten Volkszählung 118,5 Buben geboren worden.

Frankfurt/Main – Ihren Dienstzeiten von bis zu 32 Stunden am Stück wollen die im Marbuger Bund zusammengeschlossenen Krankenhausärzte ein Ende machen. Der hessische Landesvorsitzende des Verbundes angestellter und beamteter Ärzte, Roland Wönne, befürwortete Stechuhren in Kliniken, weil damit Dienstzeiten an vielen Krankenhäusern erstmals offenbar würden. Der Marburger Bund rief seine rund 67 000 Mitglieder auf, Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz der Ärztevertretung zu melden.

Arequipa – Ein Vulkanausbruch hat in den peruanischen Anden die mumifizierten Leichen von drei Menschen freigegeben, die vor 500 Jahren bei einem Inka-Ritual als Opfer für den Gott des Berges getötet wurden. Die Forscher erhoffen sich von dieser bisher einmaligen Entdeckung neue Erkenntnisse zum Verständnis der Inka-Kultur. Zwei der Leichen sind gefroren und könnten noch lebende Organismen aus dem 15. Jahrhundert enthalten.

Berlin – Immer mehr Autofahrer missbrauchen ihr Handy als direktes Beschwerde-Telefon zur Polizei: Wenn sie sich über das Fahrverhalten anderer ärgern, wählen sie einfach die 110.

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