Viele Redner beim Bad Feilnbacher Bürgerstammtisch

„Wir fahren gerade einen ganzen Mittelstand an die Wand“

Corona Demo und Mahnwache in Bad Feilnbach mit Bürgerstammtisch
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Viele Bad Feilnbacher und auch Menschen von Außerhalb sind am Montagabend vor dem Rathaus zusammengekommen
  • Jennifer Bretz
    vonJennifer Bretz
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Am Montagabend fand in der Gemeinde Bad Feilnbach der „5. Bürgerstammtisch unter freiem Himmel“ statt. Es ging um die Corona-Maßnahmen. Viele Gegner der Maßnahmen, aber auch ein Befürworter ergriffen das Mikrofon.

Bad Feilnbach - Rund 200 Menschen waren am Montagabend auf dem Rathausplatz in Bad Feilnbach zusammen gekommen, um friedlich ein Zeichen gegen die von der Bundesregierung eingeführten Corona-Maßnahmen zu setzen. Rund zehn Redner nutzten die Gelegenheit am offenen Mikrofon, um ihre Sichtweise der Dinge darzulegen.

260 Euro für Coronastrafe gesammelt

Ein Redner berichtete beispielsweise von dem Vorfall, bei dem einige Jugendliche in Dettendorf trotz Verbot zusammengekommen waren und dafür ein Bußgeld sowie eine Anzeige wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte kassierten. „Wenn ein junger Bursche die Courage hat und sich vor die Beamten stellt, um seine Kumpels zu schützen, der hat meinen größten Respekt. Ihr Eltern könnt mega stolz sein auf euer Kind.“ Der Redner rief auf, für die Strafe Geld zu sammeln. 260 Euro kamen schließlich zusammen.

Ein Anderer erzählte von seiner durch Contergan geschädigten Cousine und zog Parallelen zur Corona-Impfung: „Sie sagte zu mir ich soll beobachten, was hier gerade für ein Verbrechen abgeht. Sie erzählte mir viel von ihrem Leid. Hier laufen gerade Menschenversuche ab. Wir sehen ja, wie viele Menschen von der Impfung schwerste Nebenwirkungen haben und sogar sterben können.“

„Was wir mit unseren Kindern gerade machen, ist die wirkliche Tragödie.“

Zahnarzt Georg Kustermann aus Kolbermoor, der auch Artikel und Leserbriefe zum Thema Corona-Lockdown schreibt (Paid-Artikel rosenheim24.de), berichtete von seinem Alltag in der Praxis, was seine Patienten bewegt und zieht ein Résumé über das vergangene Jahr. „Seit dem ersten Lockdown sind etwa 5.500 Patienten durch unsere Praxis gegangen. In diesem Jahr ist von unserem elfköpfigen Team keiner krank geworden. Es ist ja nicht zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit, dass ein ansteckender Keim unterwegs ist. Man muss vor Corona, wenn es einen ernsthaften Verlauf hat, absolut Respekt haben, das kann man überhaupt nicht leugnen, aber es ist nicht zum ersten Mal, dass eine Infektionskrankheit unterwegs ist.“ Nach einem Jahr merke er, dass die Sorgen und Ängste der Menschen sich geändert haben. „Noch vor einem Jahr war die Sorge vor einer Ansteckung groß, heute nach einem Jahr ist es ein „Corona-Burnout“. Wir fahren gerade einen ganzen Mittelstand an die Wand. Und was wir mit unseren Kindern gerade machen, ist die wirkliche Tragödie in dem Land.“

„Wir wollen wissen, warum das so mit uns gemacht wird und wir wollen die Ursachen wissen, warum die Politik in dieser Art und Weise so handelt und wir werden diejenigen, die diese Misere verursacht haben, vor Gericht bringen“, sagt der letzte Redner des Abends.

„Reißt euch zusammen, nehmt Rücksicht“

Es gab auch Stimmen, die sich für die Maßnahmen aussprachen. Ein Mann, der in einem Pflegeheim und nun auf einer Covid-Station arbeitet sagte: „Ich kann euch sagen, von 80 Bewohnern sind 20 gestorben. Die habe ich persönlich gekannt, lang und gut. Erst letzte Woche sind zwei gestorben. Dauernd sterben mir die Leute unter den Händen weg. Wer sich nicht impfen lässt, das kann ich nicht verstehen. Du schützt deine Oma und andere. Es tut mir auch leid, dass die alten Menschen eingesperrt werden, aber es gibt oft keine andere Möglichkeit. Also reißt euch zusammen, tragt eure Masken und nehmt Rücksicht.“ Von einigen erntete er dafür Buh-Rufe, von anderen Respekt, seine Meinung so klar darzulegen.

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