Unternehmer und Mäzen Willi März verstorben

Willi März † März

Rosenheim – Er war Kaufmann durch und durch, großzügiger Sport-Sponsor und Mäzen, leidenschaftlicher Freund der Kunst und Musik, engagiertes Familienoberhaupt: Mit Willi März, der am 1. September im Alter von 90 Jahren verstorben ist, hat die Region Rosenheim eine bekannte Persönlichkeit verloren.

Nach einem Sturz vor eineinhalb Jahren war es mit Willi März gesundheitlich bergab gegangen. Bis zum Schluss zeigte er trotzdem großes Interesse am politischen, gesellschaftlichen und sportlichen Leben in seiner Heimatstadt Rosenheim. Für seine Familie, zu der neben Ehefrau Eva, mit der er 60 Jahre lang eine sehr gute Ehe führte, die Söhne Willi junior und Florian sowie drei Enkel gehören, war er bis zuletzt ein wichtiger Ansprechpartner.

Mit dem Namen März verbinden die Rosenheimer vor allem zwei Aspekte: die Förderung des Eishockeys während der Blütezeit in den 80er Jahren, als es drei Mal gelang, Deutscher Meister zu werden, und die jahrzehntelang sehr erfolgreiche Unternehmensgruppe März.

Den Grundstein hatte der Vater des Verstorbenen gelegt. Unter der Leitung seiner drei Söhne Willi, Josef und Andreas entwickelte sich aus einer kleinen Molkerei mit Geschäft ein Großhandel mit Milchprodukten. In den 60er Jahren übernahmen die Gebrüder den Rosenheimer Schlachthof – der Einstieg in die Fleischverarbeitung (Marox). In den 80er-Jahren kamen Brauereien hinzu. Außerdem wurden internationale Geschäftsbeziehungen unter anderem nach Afrika und ein Viehhandel mit der damaligen DDR aufgebaut.

Nach dem Tod von Josef März, bekannt auch als enger Freund von Franz-Josef Strauß, im Jahr 1988 brachten Willi März und sein Bruder Andreas den Konzern an die Börse. Zur Blütezeit beschäftigte dieser über 6000 Mitarbeiter. 1996 folgte die Zerschlagung der Unternehmensgruppe im Zuge von Sanierungsbemühungen.

Die Märzgruppe beendete 1993/1994 ihr finanzielles Engagement für das Rosenheimer Spitzeneishockey, nachdem es zu Unstimmigkeiten zwischen der Stadt und dem Hauptsponsor bezüglich eines neuen Eisstadions gekommen war. Dieses hatte bis dahin den Namen „Marox“ getragen.

Willi März war nicht nur als großzügiger Mäzen bekannt, er galt auch als Kunstkenner und Musikfreund. Trotz häufiger Sieben-Tage-Arbeitswochen stand die Familie für ihn immer an erster Stelle. Intensiv förderte er die Talente seiner Kinder.

Das Requiem zu seinem Tod findet am Freitag, 14. September, um 11 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus statt. duc

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