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Wo die Späne fliegen

Die neuen Sicherheitsvorkehrungen im Sägewerk der TH Rosenheim sind das Ergebnis der Bachelorarbeit von Sebastian Linhuber, die Prof. Andreas Heinzmann betreut hat.
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Die neuen Sicherheitsvorkehrungen im Sägewerk der TH Rosenheim sind das Ergebnis der Bachelorarbeit von Sebastian Linhuber, die Prof. Andreas Heinzmann betreut hat.

Eine industrielle Bandsäge an einer Hochschule – das gibt es nur an der TH Rosenheim. Die Studierenden lernen dadurch das Thema Sägewerkstechnik nicht nur im Hörsaal kennen, sondern auch ganz anschaulich im Labor. Sie sind direkt dabei, wo die Späne fliegen.

Die Nähe zur Praxis gehört zum Wesenskern eines Studiums an der TH Rosenheim. Theorie aus Vorlesungen und Seminaren ist das Fundament für den späteren Berufsweg, aber erst mit der Verbindung zur Anwendung in der Realität entfaltet das theoretische Wissen seine volle Wirkung. Das gilt auch – oder gerade – für die technischen Studiengänge.

Modernste Maschinen in den Laboren

Allein im Holzbereich verfügt die Hochschule über mehr als 20 hervorragend ausgestattete Labore, darunter das für Sägewerkstechnik und industrielle Massivholzbearbeitung. „Hier stehen modernste Maschinen und Anlagen aus dem Bereich der industriellen Holzbearbeitung und Holzverarbeitung, die in dieser Form in der europäischen Lehr- und Forschungslandschaft einmalig sind“, sagt Laborleiter Prof. Andreas Heinzmann. Besonders eindrucksvoll ist die Blockbandsäge, die gleich hinter dem Eingang zur Werkshalle zu finden ist.

Sicherheit wurde deutlich verbessert

Schon seit fast 100 Jahren werden in Rosenheim für die Ausbildung von Holztechnikern fachmännisch Stämme zersägt. Die aktuelle Bandsägenanlage verrichtet seit vielen Jahren einwandfrei ihren Dienst, weiß Heinzmann zu berichten. Mit seinem Antritt als Laborleiter vor etwa zwei Jahren ging der Entschluss einher, die Maschine zu überholen und vor allem die Sicherheit zu verbessern.

„Wir betreiben die Maschine zwar nicht im industriellen Umfeld, bei uns gelten andere Vorschriften. Dennoch war es wichtig, die Sicherheitsvorkehrungen auf den neuesten Stand zu bringen“, erläutert der Experte. Also ging er auf die Suche nach einem Studenten oder einer Studentin, der bzw. die ihn dabei im Rahmen einer Bachelorarbeit unterstützen könnte.

Mit Sebastian Linhuber fand Heinzmann schließlich genau den Richtigen für diese Aufgabe. Der Student der Holztechnik stammt aus einer „Sägewerks-Familie“ in Amerang, er kennt sich also bestens mit der Materie aus. „Wir haben zunächst eine detaillierte Gefahrenanalyse gemacht und geschaut, wie wir die einzelnen Schwachstellen reduzieren oder ganz eliminieren können“, erläutert Heinzmann.

„Außerdem habe ich mich bei der Berufsgenossenschaft informiert und die entsprechenden DIN-Normen studiert“, ergänzt Linhuber. Die Erfahrungen aus dem heimischen Betrieb seien dabei von großem Vorteil gewesen, so der 25-Jährige, der inzwischen im Masterstudiengang Holztechnik eingeschrieben ist.

Neue Teile und auch neue Optik

Nachdem das Konzept fertiggestellt war, ging es an die Umsetzung. Sperrgitter wurden angebracht und die Säge so programmiert, dass sie nur in Betrieb genommen werden kann, wenn alle Zugänge von außen verriegelt worden sind. Außerdem wurden diverse kleinere Bestandteile der Anlage wie etwa Schläuche und Dichtungen erneuert. Nicht zuletzt bekam sie auch eine neue, zeitgemäße Optik mit einer grauen Lackierung und einem neuen Boden. „Bis alles fertig war, hat es schon ein paar Monate gedauert“, erzählt Linhuber, schließlich habe man für die speziellen Anforderungen des Labors individuelle Lösungen finden und umsetzen müssen.

Holzbau wird immer wichtiger

Etwa 30 000 Euro haben die Überholung und Umgestaltung der Bandsägenanlage gekostet. Gut angelegtes Geld, findet Laborleiter Heinzmann. „Es wird auch künftig wichtig sein, dass die Studierenden nicht nur in der Theorie lernen, wie ein Sägewerk funktioniert. Sie profitieren davon, wenn sie solch eine industrielle Anlage von Grund auf kennenlernen können. Nicht zuletzt, weil das Thema Holzbau auch in der Region immer bedeutsamer wird.“

Die Faszination ist unverkennbar: Selbst Linhuber, von klein auf mit Sägewerksarbeit vertraut, schaut bei einer Demonstration der Anlage aufmerksam zu, wie das Sägeblatt den Stamm zerteilt.