GEDENKEN

Stolpersteine für Opfer des Naziregimes

Stephanskirchen/Prutting – Sechs Stolpersteine wird der Kölner Künstler Gunter Demnig am Montag, 16. Juli, in Stephanskirchen und Niedernburg verlegen.

Es sind die ersten im Landkreis Rosenheim. Sie sollen das Gedenken an Opfer des Nazi-Regimes wachhalten, die hier gelebt haben. Auf einer zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatte sind jeweils ihre Namen, Geburtsjahr, Zeitpunkt und Ort von Deportation und Tod eingraviert. Über 67 000 dieser Steine gibt es in 21 Ländern Europas, verlegt in 1600 Städten und Gemeinden.

In Stephanskirchen wird an Johann Vogl erinnert, der den Kiosk an der Schloßberg-Auffahrt betrieb. Er wurde wegen seiner politischen Überzeugung nach Dachau verschleppt und dort vor 80 Jahren ermordet. Sein Erinnerungsstein wird um 9 Uhr in der Salzburger Straße 7 in Stephanskirchen verlegt. Dort steht noch immer das Gebäude, in dem er einst seinen Kiosk hatte.

In Niedernburg werden fünf Steine für die jüdische Familie Block verlegt. Mirjam und Fritz Block betrieben dort eine Gärtnerei, bis sie mit ihren drei Kindern Elisabeth, Gertrud und Arno im April 1942 nach Piaski deportiert und ermordet wurden. Elisabeth Blocks Tagebuch blieb erhalten und wurde nach seiner Veröffentlichung 1993 auch überregional bekannt. Ihre Steine werden um 10.30 Uhr an der Staatsstraße 2359/ Ecke Elisabeth-Bock-Straße in Niedernburg verlegt.

Am Nachmittag des selben Tages findet ab 15 Uhr eine Gedenkveranstaltung im Rathaus Stephanskirchen statt, bei der auch Angehörige der Opfer anwesend sein werden. Dort werden auch Biografien vorgestellt, die in ehrenamtlicher Arbeit verfasst wurden. Für die musikalische Umrahmung sorgen die „Neurosenheimer“.

Zu den Verlegungen sind alle Interessierten eingeladen. Für die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung im Rathaus ist wegen des begrenzten Platzangebots eine Anmeldung bei der Gemeinde erbeten unter Telefon 0 80 31/72  23 12 oder per E-Mail an poststelle@stephanskirchen.de. pm

Kommentare