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Planungen für Nordzulauf in der Region

Verspätung am Brenner-Basistunnel: Ludwig sieht Deutschland „nicht unter Zeitdruck“

Unter dem Berg und den Flüssen hindurch: Arbeiten an der Eisackunterquerung. Foto: BBT SE/Davide Ronggador
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Unter dem Berg und den Flüssen hindurch: Arbeiten an der Eisackunterquerung.
  • Michael Weiser
    VonMichael Weiser
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Was machen schon zwei Jahre mehr beim Jahrhundertprojekt Brenner-Basistunnel? Eine ganze Menge Ärger auf österreichscher Seite – und Gelassenheit auf deutscher. Auf den Brenner-Nordzulauf habe die Bauverzögerung keinen Einfluss.

Rosenheim – Die eben bekannt gewordene Verspätung von zwei Jahren beim Jahrhundert-Projekt Brenner-Basistunnel sorgt für verärgerte Reaktionen in Tirol. Gelassenheit dagegen auf bayerischer Seite: Man gehe nicht davon aus, dass die aktuellen Meldungen zum Brenner-Basistunnel einen Einfluss auf den Fortgang des Brenner-Nordzulaufes haben werden, hieß es vonseiten der Deutschen Bahn.

Brenner-Nordzulauf: Gelassenheit auf bayerischer Seite

Die Verzögerung beim Bau der längsten unterirdischen Eisenbahn-Verbindung der Welt sei ohnehin keine Überraschung, sagt die Rosenheimer CSU-Bundestagesabgeordnete Daniela Ludwig. Man wisse seit Längerem, dass ein Baulos neu ausgeschrieben werden müsse, sagte sie auf Anfragen der OVB-Heimatzeitungen. „Auf die Planungen in Deutschland hat das keinen Einfluss.“

Verärgerte Reaktionen in Tirol

Harsch fallen dagegen die Reaktionen in Tirol und Südtirol aus. Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter und sein italienischer Kollege Arno Kompatscher zeigten keinerlei Verständnis für die Verspätung. „Die Bevölkerung entlang des Brennerkorridors setzt viel Hoffnung in den Brenner Basistunnel, damit die Lebensqualität gesteigert werden kann.

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Warum die Reaktionen so unterschiedlich ausfallen, dafür hat Thomas Riedrich von der Bürgerinitiative Brennerdialog eine Erklärung. „Die Österreicher versuchen in einer Tour, uns vorzumachen, dass das ganze Projekt eilig ist und es pressiert.“

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Er könne verstehen, dass es bei den Hauptbeteiligten am Brennerbasistunnel nicht ins Konzept passe, dass nicht die deutsche, sondern die österreichisch-italienische Tunnelgesellschaft BBT für Verzögerungen sorge. „Das macht nur deutlich, dass der Zeitdruck gar nicht da ist, sondern vielmehr künstlich erzeugt wird“, meint Riedrich. Wie Daniela Ludwig auch weist er darauf hin, dass die Verzögerung eine Vorgeschichte hat und keinesfalls aus heiterem Himmel komme.

Zwangspause im Herzstück des Brenner-Tunnels

Der Baustopp betrifft ausgerechnet das Herzstück des Projekts, den Abschnitt „Pfons-Brenner“, ein Auftrag im Umfang von 966 Millionen Euro. Zwischen der Brennerbasistunnelgesellschaft BBT SE und der Arbeitsgemeinschaft rund um den österreichischen Baukonzern Porr sollen unterschiedliche Auffassungen um die Dicke der Tunnelschalungen gegangen sein. Schließlich kündigte die BBT SE den Vertrag mit der Arbeitsgemeinschaft. Mit dem Ergebnis, dass das Los für den 15 Kilometer langen Abschnitt neu vergeben werden muss.

Daniela Ludwig: Lassen uns nicht unter Druck setzen

Daniela Ludwig unterstrich, dass man sich auf deutscher Seite auch ungeachtet der Schwierigkeiten auf österreichisch-italienischer Seite nicht unter Druck setzen lassen werde, sondern „unabhängig“ nach der besten Variante für den Brennernordzulauf suche. „Die bestmögliche Lösung für die Menschen in der Region und für die Umwelt hat oberste Priorität“, sagt sie.

Vorzugsstrecke zu zwei Dritteln unter der Erde

Die Bahn hatte im April die so genannte violette Variante als Vorschlagsvariante präsentiert. Die Besonderheit: Über 30 Kilometer von insgesamt 54 Kilometern sollen unterirdisch verlaufen. Die geplante Strecke führt von Ostermünchen aus nördlich an Rosenheim vorbei über den Inn, um Stephanskirchen in einem Bogen unterirdisch zu umfahren. Westlich von Riedering wird die Trasse möglicherweise oberirdisch geführt, um dann auf Höhe von Rohrdorf wieder unter der Erde zu verschwinden.

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Westlich von Samerberg und östlich von Nußdorf eilt die Strecke unterirdisch dem Inn zu, den sie kurz vor Oberaudorf unterquert. Geprüft wird noch, ob die Verknüpfungsstelle von Neubau- und Bestandsstrecke bei Oberaudorf in den Berg verlegt werden kann. Schließlich verschwindet die Strecke ein drittes Mal in einem Tunnel, um dann hinter Kufstein auf österreichischer Seite wieder aufzutauchen.

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Derzeit ist die Bahn damit beschäftigt, den Boden für den nördlichen Teil des Brenner-Nordzulaufs zu sondieren, Dazu entnehmen die Ingenieure zwischen Grafing und Ostermünchen bei fünf Erkundungsbohrungen bis 20 Meter Tiefe und 15 Rammkernsondierungen bis zehn Meter Tiefe Bodenproben. Die Bahn zieht daraus Rückschlüsse über die Beschaffenheit des Baugrunds und die Grundwasserverhältnisse.

Weitere Nachrichten rund um das Thema finden Sie auf unserer Themenseite „Brenner-Nordzulauf“.

Was den Brenner-Nordzulauf im Landkreis Rosenheim betrifft: Da sind die Aufträge für Bohrungen zur Baugrunderkundung bereits vergeben. „Heuer und nächstes Jahr werden wir die Grundlagen schaffen, um die Vorplanung 2024 abzuschließen zu können“, sagte Chefplaner Matthias Neumeier den OVB-Heimatzeitungen. 2030 sollen dort die Bauarbeiten beginnen.

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