Vier Beispiele aus der Stadt

Zurück zum Online-Verkauf: So trotzen Rosenheimer Einzelhändler dem coronabedingten Lockdown

Erlebt ihren ersten Lockdown: Claudia Pytlarz vom Geschäft „C Drei concept store“ am Ludwigsplatz.
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Erlebt ihren ersten Lockdown: Claudia Pytlarz vom Geschäft „C Drei concept store“ am Ludwigsplatz.
  • Anna Heise
    vonAnna Heise
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Der Einzelhandel muss ab Mittwoch, 16. Dezember, weitgehend dicht machen. Für viele eine Katastrophe. Doch mit Online-Angeboten wollen die Händler auch weiterhin für ihre Kunden da sein. Vier Beispiele.

Rosenheim – Es ist Claudia Pytlarz erster Lockdown. Erst im Mai hat sie ihren Laden „C Drei concept store“ am Ludwigsplatz 15 eröffnet. Seitdem verkauft sie – gemeinsam mit ihren drei Mitarbeitern – skandinavische Mode, Schmuck und Wohnaccessoires. „Es ist gut angelaufen. Wir haben schon viele Stammkunden“, sagt Claudia Pylarz. Ihre gute Laune will sie sich auch durch den Lockdown nicht verderben lassen. Sie sei nach wie vor optimistisch, will positiv bleiben. Und hofft jetzt, dass ihr Online-Shop gut angenommen wird. Die Kunden können sich hier ein Outfit zusammenstellen, und sich die Bestellung direkt nach Hause liefern lassen. Die Lieferung übernehmen Pytlarz und ihre Mitarbeiter persönlich.

Videos in den sozialen Medien über verschiedene Angebote

„Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass die Kunden ihre Bestellung direkt vor dem Laden am Ludwigsplatz abholen können“, sagt Pytlarz. Außerdem will sie Videos drehen und diese in den sozialen Medien hochladen, um ihren Laden und besondere Aktionen auch während des Lockdowns zu bewerben. „Wir schauen jetzt einfach mal, wie es angenommen wird“, sagt sie.

Die Ware direkt vor die Haustür

Eine ähnliche Einstellung hat Helmut Quitt. Gemeinsam mit seiner Frau leitet er den Jack Wolfskin Store in der Hafnerstraße 3. Schon an der Tür weist ein Schild daraufhin, dass der Laden ab sofort geschlossen hat. Weiterhin erreichbar sei man trotzdem. Unter anderem über die Homepage, auf der alle Angebote zu finden sind. „Dort ist es ersichtlich, was wir haben“, sagt Helmut Quitt. Auch er liefert die bestellte Ware direkt vor die Haustür seiner Kunden – wie bereits im Frühjahr.

Liefert bis vor die Haustür: Helmut Quitt vom Jack Wolfskin Store in der Hafnerstraße.

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„Es ist ein Service, der ab und zu genutzt wird. Aber dadurch machen wir keine nennenswerten Umsätze“, sagt er. Trotzdem hofft er, gerade während der Vorweihnachtszeit, auf den ein oder anderen zusätzlichen Verkauf. In den vergangenen Tagen habe er seine Kunden über das Angebot informiert, außerdem kleine Ausdrucke mit den wichtigsten Informationen verteilt. „Es ist wichtig, dass die Kunden auch weiterhin die regionalen Geschäften unterstützen“, sagt Helmut Quitt.

„Bücher to go“ und zur Lieferung

Auf eben diese Unterstützung hofft auch Tina Schmidt. Sie arbeitet in der Buchhandlung Beer in der Heilig-Geist-Straße. „Wir machen es wie im ersten Lockdown“, sagt die gelernte Buchhändlerin. Schon damals habe man „Bücher to go“ angeboten. Die Kunden können ihre Bestellung online oder telefonisch durchgeben und die Bücher – sobald sie da sind – bis 13 Uhr vor der Buchhandlung abholen.

Bietet Bücher zum Abholen an: Tina Schmidt von der Buchhandlung Beer.

Kontaktlose Übergabe

„Die Leute müssen nur klopfen und wir stellen die Bücher vor die Tür. Natürlich kontaktlos“, sagt Schmidt. Zudem gebe es ab 13 Uhr die Möglichkeit, sich die Bücher direkt nach Hause liefern zu lassen. „Das Angebot wurde bereits im ersten Lockdown gut angenommen.“ Eben auch, weil die Menschen seit der Corona-Krise mehr lesen. Das jedenfalls sagt Tina Schmidt. Sie lobt ihre Stammkunden, hofft, dass diese auch weiterhin statt bei Amazon zu bestellen, auf die lokalen Buchhändler setzen.

Video- und Telefonberatung

Etwas anders ist die Situation für Christopher Preisinger. Seit einem Jahr leitet er gemeinsam mit zwei Mitarbeitern das Geschäft „Handybörse Rosenheim“ in der Heilig-Geist-Straße. Kunden können hier nicht nur neue Handys kaufen, sondern sich auch über verschiedene Internetanbieter informieren. Doch ob seine Branche als systemrelevant eingestuft wird, weiß er bis heute nicht. „Es ist sehr schlecht definiert“, sagt Preisinger.

Weiß immer noch nicht, ob seine Branche systemrelevant ist: Christopher Preisinger von der „Handybörse“.

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Er habe E-Mails geschrieben, darum gebeten, die Regeln genauer festzulegen. Doch eine klare Antwort habe es bis jetzt noch nicht gegeben. Also sperrt er ab heute erst einmal zu. Angeboten werden soll dafür eine Telefon- und Videoberatung sowie ein Lieferservice. Auch die Installation vor Ort könne weiterhin stattfinden – unter Einhaltung der Hygieneauflagen.

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Auf regional setzen

Wie die jeweiligen Online-Angebote genutzt werden, wird sich zeigen. Sabrina Obermoser, Geschäftsführerin des City-Managements, jedenfalls richtet sich schon jetzt mit einem Appell an die Bürger: „Wenn schon online, dann wenigstens regional.“

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