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Letzte Hoffnung Therapie

Zurück in den Maßregelvollzug: Rosenheimer Schöffengericht verurteilt Drogenabhängigen

Unter anderem Cannabis konsumierte ein 34-Jähriger regelmäßig, der sich jüngst vor dem Schöffengericht Rosenheim verantworten musste. Seinen Konsum finanzierte der Arbeitslose unter anderem durch Diebstähle.
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Unter anderem Cannabis konsumierte ein 34-Jähriger regelmäßig, der sich jüngst vor dem Schöffengericht Rosenheim verantworten musste. Seinen Konsum finanzierte der Arbeitslose unter anderem durch Diebstähle.
  • VonTheo Auer
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Weil er mit Diebstählen seine Drogensucht finanzierte, hat das Rosenheimer Schöffengericht einen 34-Jährigen zu einer Haftstrafe nebst Therapie verurteilt. Der Angeklagte war strafrechtlich kein unbeschriebenes Blatt, deswegen drohte ihm ein langer Gefängnisaufenthalt.

Rosenheim – Seit zehn Jahren hängt er an der Nadel, seinen Drogenkonsum finanzierte er unter anderem durch Diebstähle. Davon zeugen auch die 14 Einträge von ihm im Bundeszentralregister. Drogenvergehen und Diebstähle zogen sich von 2002 bis heute durch das Leben eines 34-Jährigen, der sich vor dem Rosenheimer Schöffengericht verantworten musste.

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Zuletzt wurde er 2020 wegen vieler Diebstähle und verbotenen Drogenbesitzes zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der psychiatrische Gutachter erläuterte beim damaligen Verfahren, einzig eine geschlossene Langzeittherapie im Maßregelvollzug könne den Angeklagten möglicherweise von weiteren Straftaten abhalten.

Berufung zurückgezogen

Allerdings dauerte es bis März 2021, bis der Mann begriff, dass er nicht mehr viele Möglichkeiten hat, dem Teufelskreis aus Drogen und Gefängnis zu entfliehen. Damals entschied er sich nach intensiver Beratung mit seinem Verteidiger Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull, die Berufung gegen das Verfahren zurückzunehmen und freiwillig die angeordnete geschlossene Therapie anzutreten.

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Seit Anfang März dieses Jahres befindet er sich im Maßregelvollzug. Von dort berichtete der forensische Psychiater und Oberarzt beim Inn-Salzach-Klinikum, dass der Angeklagte seine Probleme aktiv angehe und es keine Klagen über ihn gebe.

Fahrräder aus Kellern gestohlen

Dennoch: Heuer stand er erneut vor Gericht und musste sich für mehrere Einbrüche verantworten. Unter anderem hatte er Fahrräder aus Kellern gestohlen. Hierfür verurteilte ihn das Schöffengericht Rosenheim unter dem Vorsitz von Richter Matthias Knoblauch zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Zudem muss der Mittdreißiger zurück in die geschlossene Drogentherapie.

Steinmetz-Lehre geschmissen

Die Jahre zuvor waren von seinem Drogenkonsum geprägt. Einer Arbeit war er, nachdem er wegen seiner Drogensucht seine Steinmetz-Lehre geschmissen hatte, nicht mehr nachgegangen und bezog stattdessen Sozialleistungen, die freilich nicht reichten, um sein Leben und seine Drogensucht zu finanzieren.

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Deswegen seine Beutezüge. Insbesondere eine Tat erboste den Staatsanwalt: Nur wenige Tage nach der Verurteilung 2020 war der 34-Jährige wieder eingebrochen. Dennoch warnte der psychiatrische Gutachter vor einer allzu hohen Freiheitsstrafe, die über vier Jahre liegen könnte.

Unterbrechung der Therapie drohte

Das wäre wohl mit einem „Zwischenvollzug“ verbunden gewesen, der die Therapie unterbrochen hätte, was deren Erfolg infrage stellen würde. In der Sache selbst war der Angeklagte umfassend geständig. Die Umstände und Folgen seiner Taten wurden durch die Zeugen durchweg bestätigt. In der Summe beantragte der Staatsanwalt eine Haft von vier Jahren, was dem Angeklagten ermögliche, seine Therapie erfolgreich abzuschließen, deren Fortführung ebenfalls beantragte.

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Der Verteidiger des Angeklagten bat das Gericht, seinem Mandanten zu ermöglichen, die angetretene Therapie erfolgreich zu beenden. Das Schöffengericht entschied, dass eine Strafe von drei Jahren und zehn Monaten nötig sei und ordnete den weiteren Vollzug der geschlossenen Therapie an. Dazu wünschte ihm Richter Matthias Knoblauch trotz einer Rest-Skepsis, „nachhaltigen Erfolg“.

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