LESERBRIEF AN DIE REDAKTION

In der Zukunft rücksichtsvoller vorgehen

Zur Berichterstattung über die Baumfällungen in der Kastenau:

Wir sehen natürlich die Notwendigkeit von Baumfällungen – etwa aus Gründen der Verkehrssicherheit, für einen naturgemäßen Waldumbau und zur nachhaltigen forstlichen Nutzung. Allerdings sind wir erstaunt und entsetzt darüber, wie rigoros und teilweise auch konzeptlos vorgegangen wurde.

Durch die massiven Eingriffe in den Baumbestand, aber auch durch die Verbreiterung und Befestigung von Wegen und Lagerflächen wird der Schutzzweck in diesem Bereich des Landschaftsschutzgebiets Innauen-Süd für Jahre und Jahrzehnte gefährdet.

Eine Schonung von gesunden oder weniger angegriffenen Eschen, basierend auf einer Beurteilung im Sommer, gab es offensichtlich nicht, ebenso wenig eine Untersuchung auf Biotopbäume. Die flächendeckende Abholzung unterstützt leider auch die Verbreitung von Neophyten wie Springkraut und Japanischer Staudenknöterich.

Der Wald stellte einen natürlichen Schutz des Stadtteils Kastenau vor Lärm und Abgasen insbesondere aus der stark befahrenen Miesbacher Straße dar. Für lange Zeit ist diese wichtige Funktion nun zumindest deutlich eingeschränkt.

Im Vorfeld gab es keine Information der Bürger. Auch die Untere Naturschutzbehörde war nicht eingeschaltet. Ohne das laut Schutzgebietsverordnung notwendige Einverständnis einzuholen, wurden ein Kahlhieb durchgeführt und bestehende Wege wesentlich verändert.

Zu fällende Risikobäume wie vom Straßenbauamt im Bereich der Miesbacher Straße angemahnt stehen immer noch. Im Inneren des Waldes wurden dagegen viele gesunde Bäume geschlagen. Was vom Wald übrig geblieben ist, ist nun schlechter gegen Windwurf geschützt.

Aus diesen Gründen bitten wir die Forstdirektion in der Erzbischöflichen Finanzkammer, die Wege zurückzubauen, Bodenverdichtungen zu beseitigen, das Gebiet so schnell wie möglich naturgemäß aufzuforsten und wenigstens in Zukunft rücksichtsvoller vorzugehen.

Steffen Storandt Bund Naturschutz Ortsgruppe Rosenheim

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