Zeugnisausgabe in Corona-Zeiten: So machen es die Rosenheimer Schulen

Die Zeugnisübergabe findet aufgrund der Corona-Krise unter besonderen Umständen statt. Abschlussfeiern gibt es – wenn überhaupt – nur unter strengen Hygienevorschriften.
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Die Zeugnisübergabe findet aufgrund der Corona-Krise unter besonderen Umständen statt. Abschlussfeiern gibt es – wenn überhaupt – nur unter strengen Hygienevorschriften.

Rosenheim - Die Zeugnisverleihungen in den Schulen in der Stadt Rosenheim stehen vor der Tür. Doch wegen der Corona-Pandemie wird einiges anders ablaufen als normalerweise. Die Verantwortlichen der Schulen mussten sich neue Konzepte überlegen und einiges umgestalten. Fünf Beispiele.

von Alexandra Schöne und Anna Heise

Städtische Realschule für Mädchen, Schulleiterin Magdalena Ramm:„Pro Abschlussklasse gibt es am letzen Schultag eine Feierstunde. Die laufen streng nach Plan ab. Zehn Minuten besinnen wir uns mit Musik. Dann halten Vertreter der Schülermitverantwortung, des Elternbeirats und ich kurze Reden. Anschließend werden die Zeugnisse vergeben.

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Die erste Feierstunde beginnt um neun Uhr. Die letzte endet um 16 Uhr. Nach jeder Stunde lüften wir den Raum 30 Minuten lang und desinfizieren Tische und Stühle. Die Zeugnisse übergeben wir mit Maske und Einmalhandschuhen an die Schülerinnen.

Pro Feierstunde 100 Personen

Pro Feierstunde dürfen nach der neuen Regelung in Bayern 100 Personen kommen. Wir legen viel Wert auf einen feierlichen Rahmen bei der Abschlussfeier. Kein Mädchen sollte die Schule ohne Feier verlassen. Unser Ball, den wir jedes Jahr zusammen mit der Johann-Rieder-Realschule im Kuko ausrichten, kann leider nicht stattfinden. Eine Abschlussklasse hat sich dafür eine Abschlussparty in einem Café organisiert.“

Dezentrale Abschlussfeier

Staatliche Berufsschule 1, Schulleiterin Bärbel Marx: „Wir haben keine große, offizielle Abschlussfeier, sondern eine dezentrale. ‚Feier‘ ist in Zeiten von Corona auch nicht das richtige Wort. Wir übergeben den einzelnen Gruppen ihr Zeugnis separat. Es ist sehr schade, dass es dieses Jahr so laufen muss. Deshalb versuchen wir, die Übergabe so würdig wie möglich zu gestalten. Bälle oder Partys wird es aber nicht geben.“

Zwei Schichten mit je 60 Abiturienten

Ignaz-Günther-Gymnasium, Schulleiter Dieter Friedel:

„Die Verleihung der Abiturzeugnisse findet am 17. Juli statt. Bei schönem Wetter gehen wir auf dem Schulhof, in zwei Schichten mit je 60 Abiturienten. Bei jedem Schüler dürfen Mama und Papa mitkommen.

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Wir bilden aus den Stühlen Dreiergruppen und lassen zwischen jeder Gruppe 1,50 Meter Abstand. Die Plätze werden ausgelost. Sollte das Wetter schlecht sein, müssen wir in die Aula ausweichen. Hier würden es in vier Schichten geben.

„Alles was Verleihung persönlich macht, fällt weg“

Alles, was die Verleihung schön und persönlich macht, fällt weg. Das tut natürlich allen Beteiligten weh. Musik und Reden werden wir trotzdem haben. Die Zeugnisverleihung ist ein großer, schöner Tag im Leben. Die Schüler haben acht Jahre darauf hingezielt. Das Abizeugnis vom Postboten zu bekommen wäre nicht schön. Darum ist eine Feier so wichtig.“

Tische und Stühle werden desinfiziert

Astrid-Lindgren-Grundschule, Schulleiterin Inge Thaler:„Die Zeugnisübergabe findet in diesem Jahr in zwei Gruppen statt. Die erste Übergabe ist von um 8 Uhr bis um 9 Uhr. Danach müssen wir die Tische und Stühle desinfizieren. Dann kommt die zweite Gruppe von halb 10 bis halb elf.

Verabschiedung auf dem Pausenhof

Im Anschluss gibt es eine große Verabschiedung auf dem Pausenhof für die Viertklässler, die daran teilnehmen wollen. Wir rechnen mit rund 15 Schülern. Da bekommen wir das mit dem Abstand auch gut hin. Hier sollen die Schüler die Möglichkeit haben, ihre Freunde noch mal zu sehen und sich voneinander zu verabschieden – natürlich ohne die Umarmung.

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Die Schüler werden dann durch ein Tor entlassen. Ich überreiche ihnen Freundschaftsbänder und eine Karte mit einem Spruch. Außerdem werden einige Reden gehalten. Ich finde es schade, dass die Kinder am Schluss nicht alle noch einmal beieinander sein können.“

Das Beste machen aus der Situation

Freie Waldorfschule Rosenheim, Geschäftsführerin Susanne Zeisig: „Bei uns gibt es 14 Abiturienten. Wir haben für die Zeugnisübergabe und die Abschlussfeier extra ein Hygienekonzept ausgearbeitet. Ein großes Fest wie in den vergangenen Jahren wird es nicht geben, aber wir wollen die Zeugnisse natürlich trotzdem feierlich übergeben. Bei gutem Wetter wird die Feier in unserem Garten stattfinden, damit auch die Eltern dabei sein können. Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen.

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