Am 5. Dezember Tag des Ehrenamtes

Zeit, Danke zu sagen: Die vielen Gesichter des Rosenheimer Ehrenamtes

Florian Kink unterstützt die Feuerwehr.
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Florian Kink unterstützt die Feuerwehr.
  • vonKilian Schroeder
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Sicherheitswacht, Feuerwehr, Pfadfinder oder beim Stadtjugendring: Viele Bürger in Rosenheim engagieren sich ehrenamtlich. Zum Tag des Ehrenamts (5. Dezember) stellen die OVB-Heimatzeitungen einige von ihnen vor.

Rosenheim –  „Es ist einfach ein gutes Gefühl, einen Beitrag zu leisten“, sagt Alexander Stieglitz. Hauptberuflich arbeitet der 25-jährige bei einem Drogeriemarkt, in seiner Freizeit engagiert er sich bei der Rosenheimer Sicherheitswacht und den „Quali-Paten“. Dort hilft er Schülern aus der Mittelschule den Unterrichtsstoff zu verstehen, oder eine Bewerbung zu schreiben. „Manche Schüler können sich vielleicht die Nachhilfe nicht leisten. Wenn sie keine Unterstützung bekommen haben sie später im Leben viel weniger Möglichkeiten.“

Alexander Stieglitz hilft bei der Sicherheitswacht.

Es ist die Zivilcourage, die Stieglitz auch für die Sicherheitswacht begeistert: „Vielleicht vermittelt es den Leuten ein Sicherheitsgefühl, wenn sie sehen, dass da wer ist, an den sie sich wenden können. Wir wollen ein bisschen Unterstützung bieten“, sagt Stieglitz.

Regelmäßige Fortbildungen

Unterstützen, das möchte auch Florian Kink. „Ich will den Menschen helfen und dem Ort etwas zurückgeben“, sagt Kink. Das macht der 23-jährige auf zwei Arten: Einmal im „Turmcafe“ des Stadtjugendrings Rosenheim, und einmal in der Feuerwehr Großkarolinenfeld. Der Zeitaufwand ist nicht gerade gering.

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Für die Feuerwehr muss er regelmäßig zu Übungen und Fortbildungen und auch das Turmcafe hat – wenn nicht gerade Pandemie ist – jedes Wochenende offen. Was ihn trotzdem antreibt, sich immer wieder unentgeltlich einzubringen? „Mir gibt die Gemeinschaft unglaublich viel, die Menschen, mit denen ich mich zusammen engagiere.“

Zuständig für die Freikirche „Brothaus“

Schon seit 20 Jahren im Ehrenamt ist Desiree Greger. Zusammen mit ihrem Mann Hans ist sie in der Freikirche „Brothaus“ im Aicher-Park für die Jugendarbeit zuständig. In Zeiten ohne Corona treffen sie sich alle zwei Wochen mit Jugendlichen, um über Themen aus christlicher Perspektive zu sprechen.

Hans und Desiree Greger engagieren sich bereits seit 20 Jahren in der Freikirche „Brothaus“.

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„Es ist uns wichtig, den Bezug zu Gott weiterzugeben“, sagt die 44-jährige. Ganz verschiedene Aktionen gehören zu Gregers Repertoire: Von Freizeitwochenenden über Fahrradtouren bis hin zu Diskussionen über ernste Themen wie den Holocaust ist alles dabei. „Ich glaube, das ist ganz wichtig, Kindern und Jugendlichen da ein Zuhause zu bieten“, sagt Greger.

70 Jugendverbände gehören zum Stadtjugendring

Greger ist Teil der über 70 Jugendverbände, die zum Stadtjugendring Rosenheim gehören. Mehrere hundert Ehrenamtliche engagieren sich dabei. Ohne die würde es nicht gehen, sagt Markus Bundil. Er ist als Fachreferent für Grundsatzfragen und politische Bildung für die Ehrenamtlichen im Stadtjugendring zuständig. „Für viele Jugendliche, vor allem auch Einzelkinder, sind die Ehrenamtlichen oft eine Art ,großer Bruder‘ oder ,große Schwester‘. Sie sind viel näher an den Jugendlichen dran als wir Hauptamtliche“, sagt Bundil.

Spaß am Engagement trotz Corona-Krise

Corona hat viele Ehrenamtliche, gerade in der Jugendarbeit, ausgebremst. Aktionen, Fahrten oder Gruppenstunden können gerade nicht stattfinden. Zum Beispiel die Weihnachtsfeier, die Florian und Tobias Krug vom Spielmannszug Rosenheim organisieren.

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+++ Mit der diesjährigen Weihnachtsaktion unterstützten die OVB-Heimatzeitungen das Haus Christophorus in Brannenburg. Hier finden Sie unsere Themenseite zur OVB-Weihnachtsaktion. Alle Informationen zur Aktion gibt es hier. Sie wollen für die OVB-Weihnachtsaktion spenden? Hier geht‘s zum Spendenformular. +++

Die beiden sind dort ehrenamtliche Ausbilder, Florian für die Fanfaren, Tobias für das Schlagwerk. Den Spaß an ihrem Engagement lassen sie sich von der Pandemie nicht verderben. „Es macht mich einfach glücklich, wenn die Kinder glücklich sind“, sagt Florian Krug. Sein Bruder Tobias fügt hinzu: „Viele Jugendliche lernen keine Instrumente mehr, und hier hat man die Gelegenheit dazu. Wir können zeigen, wie viel Spaß das macht.“

Tobias Krug ist beim Spielmannszug Rosenheim.
... gemeinsam mit seinem Bruder Florian Krug.

Die Natur steht im Vordergrund

Etwas ganz ähnliches treibt auch Carlos Wetjen von den Rosenheimer Pfadfindern an – aber bei ihm steht nicht die Musik im Vordergrund, sondern die Natur. „Der Alltag ist sehr computerlastig, aber wenn wir auf Lager sind, ist das Handy mal weg“, sagt der 22-jährige, der Leiter und Vorsitzende bei den Pfadfindern ist. Auch nach 16 Jahren freut er sich noch auf die gemeinsamen Aktionen. „Ich mag das immer wieder gern, so nah an der Natur zu sein. Ich habe bei den Lagern viele Freunde gefunden“, sagt Wetjen. Da ist auch der Zeitaufwand der Organisation entschuldigt.

Carlos Wetjen ist bei den Pfadfindern.

Ehrenamt kann auch negative Seiten haben

Doch nicht immer hat ehrenamtliches Engagement nur positive Seiten. Davon kann eine Person berichten, die anonym bleiben möchte – sie wird immer wieder angefeindet, weil sie sich für Geflüchtete in Rosenheim einsetzt. „Es ist nicht immer leicht, aber ich lasse mich nicht unterkriegen“, sagt sie.

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„Wenn ich in ein fremdes Land kommen würde wäre ich auch auf Hilfe angewiesen.“ Sie hilft Geflüchteten bei der Wohnungssuche, unterstützt bei Anträgen oder bringt manchmal auch nur Süßigkeiten vorbei. Von sich selbst sagt die Person, sie sei keine, die gern zu Hause Däumchen drehe. „Außerdem bekommt man so viel Dankbarkeit von den Menschen, wenn eine Wohnung oder ein Kindergartenplatz vermittelt ist. Ich mache es wirklich sehr gerne.“

Hoffnung auf mehr Nachwuchs

Und das sei sehr wichtig, sagt die Ehrenamtskoordinatorin der Caritas, Juliana Spindler: „Die Ehrenamtlichen sind das Bindeglied zwischen Behörden und Alltag, sie können vermitteln und dabei Stereotype abbauen.“ Spindler hofft, dass sich mehr junge Menschen ehrenamtlich engagieren. „Der Nachwuchs fehlt ein bisschen“, sagt sie.

Einfach Danke sagen

Der Tag des Ehrenamtes ist dazu gedacht, den vielen Menschen zu danken, die sich ehrenamtlich engagieren. Und vielleicht den ein oder anderen dafür neu zu begeistern.

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