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Teresa Jancso berichtet über geplante Events

„Den Zahn der Zeit treffen“ – Warum die Stadtbibliothek Rosenheim auf Tanz, Konzerte und Märkte setzt

Unter dem Motto „Asta goes city“ veranstaltet die Stadtbibliothek mit Projektkoordinatorin Teresa Jancso und in Kooperation mit der Asta-Kneipe auch in diesem Jahr wieder Konzerte am Salzstadel.
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Unter dem Motto „Asta goes city“ veranstaltet die Stadtbibliothek mit Projektkoordinatorin Teresa Jancso und in Kooperation mit der Asta-Kneipe auch in diesem Jahr wieder Konzerte am Salzstadel.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Rosenheim – Im Rahmen des Projektes „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ will die Stadtbibliothek ihre Rolle als Dritten Ort in der Stadt noch weiter ausbauen und verstärkt im Stadtgeschehen sichtbar werden. Ein Gespräch mit Projektkoordinatorin Teresa Jancso über den Start in die neue Saison am 14. Mai, Höhepunkte und die Resonanz aus der Bevölkerung.

Wie groß ist die Vorfreude?

Teresa Jancso: „Riesig. Wir haben in diesem Jahr deutlich früher mit den Vorbereitungen begonnen. Wir haben das vergangene Jahr Revue passieren lassen und genau überlegt, welche Veranstaltungen bei den Rosenheimern gut angekommen sind. Da ist die Vorfreude natürlich immer mehr gestiegen.“

Projektkoordinatorin Teresa Jancso.

Welche Veranstaltungen sind gut angekommen?

Jancso: „Die Feierabendmusik war für uns ein Aha-Erlebnis. Während im vergangenen Jahr schon um 20 Uhr Schluss war, haben wir beschlossen, dieses Jahr eine Stunde dranzuhängen. Ein weiterer Höhepunkt war der kulinarische Herbst, das Speeddating ins Ehrenamt und das Punkkonzert, das in Kooperation mit der Asta-Kneipe stattgefunden hat. Zudem die beiden Ausstellungen „Länger leben“ und „Gesichter am Salzstadel“.“

Punkkonzerte und Feierabendmusik hören sich nach viel Lärm an. Hat es nie Beschwerden von Seiten der Anwohner gegeben?

Jancso: „Nein. Wir waren von Anfang an sehr transparent mit den Anwohnern und haben ihnen beispielsweise Flyer von den Veranstaltungen in den Briefkasten geworfen. Außerdem einen Zeitplan, auf dem genau aufgelistet gewesen ist, was geplant ist und wie lange die jeweiligen Veranstaltungen dauern. Bei der Feierabendmusik werden wir auch sicher stellen, dass um 21 Uhr Schluss ist. Das ist uns sehr wichtig.“

Welche Höhepunkte sind für diesen Sommer geplant?

Jancso: „In Kooperation mit der Asta-Kneipe werden wieder drei Veranstaltungen unter dem Motto „Asta goes city“ stattfinden. Im Juni „Punkstadel“, im Juli „Salty Indie“ und im August eine „Hip Hop Lesung“. Zudem planen wir vom 18. bis zum 21. Mai die Dokumentarfilmtage in Kooperation mit dem Kulturclub Rosenheim. Wir werden sechs Monitore aufstellen und kleine Inseln schaffen. Quasi ein Wohnzimmer im Grünen. Zum Auftakt am kommenden Samstag planen wir einen Frühlingsmarkt in Kooperation mit den „Marktschwärmern“. Die Musikschule wird die Veranstaltung musikalisch begleiten, der Kaffeewagen „Innspiraija – das Kreativ-Café“ und die Cocktailbar „Alpentrunk“ sind vor Ort und wir bieten Weidenflechten an. Nach dem kulinarischen Herbst haben immer wieder Leute bei uns nachfragt, wann es wieder einen Markt in der Innenstadt geben wird.“

Unter dem Motto „Asta goes city“ veranstaltet die Stadtbibliothek in Kooperation mit der Asta-Kneipe auch in diesem Jahr wieder Konzerte am Salzstadel.

Und das obwohl es ja eigentlich den Grünen Markt am Ludwigsplatz gibt.

Jancso: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz. Wir legen viel Wert auf ein großes Miteinander. Besucher wünschen sich immer wieder eine Ausweitung des Grünen Marktes zum Salzstadel. Das haben wir in zahlreichen Gesprächen immer wieder festgestellt.“

Man munkelt, dass dieses Jahr auch viel getanzt werden soll.

Jancso: „Das stimmt. Ab dem 26. Mai findet alle zwei Wochen die Veranstaltung „Rosenheim tanzt – Eine Stadt im Tanzfieber“ in Kooperation mit dem „Quest Dance Club“ und Christian Anetsberger alias „High-Knee“ statt. Geplant ist, dass zwei Stunden lang getanzt wird. Zu jeder vollen Stunde gibt es eine Einführung – es gibt Tango, Salsa, Boogie-Woogie oder Hip-Hop. Wir werden sogar extra einen Tanzboden ausrollen.“

Und auch Klassikfans kommen auf ihre Kosten.

Jancso: „Ja, eine unserer neuen Veranstaltungen heißt „Klassik am Salzstadel“. Am 5. Juli kommt das Orchester der Technischen Hochschule. Der Ausweichtermin ist der 6. Juli.“

Ein Wunsch der Bürger ist zudem die Möglichkeit, eines Büchertauschs.

Jancso : „Im vergangenen Jahr hatten wir den Büchertausch-Container. Den mussten wir zurückgeben. Aber auch da haben wir bemerkt, wie gut das Konzept angenommen wurde. Aus diesem Grund hat unser Hauptkooperationspartner – die Studierenden der Technische Hochschule – ein Büchermodul entworfen, das an unsere Hochbeete angepasst ist. Es bietet Platz für 300 Bücher und wird am 14. Mai am Salzstadel stehen. Der Büchertausch ist nicht dafür gedacht, dass die Menschen ihre Bücher aus dem Keller holen und bei uns abladen. Vielmehr sollen dort Bücher stehen, von denen man unbedingt will, dass sie jemand Anderes auch liest.“

Neben dem Büchertausch war auch das Urban Gardening für viele ein Höhepunkt.

Jancso : „Das kann man wohl sagen. Wobei ich mir wünschen würde, dass sich die Leute noch mehr trauen, Gemüse zu pflücken oder die Beete zu pflegen. Wir sind der erste Ort in der Stadt, wo es ausschließlich Gemüse und Kräuter gibt. Ein essbarer Platz quasi. Heuer bieten wir in Zusammenarbeit mit der Gemüseakademie einen Workshop für zwei Schulen an, die sich ein Jahr lang um die Hochbeete kümmern dürfen. Die Klasse 3c der Astrid-Lindgren Schule hat zehn Beete, die Private Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer hat zwei Beete. Die Schüler kommen einmal in der Woche und lernen gleichzeitig auch noch alles rund um das Thema Ernährung und Bepflanzung.“

Dieses Jahr endet das Projekt „Hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“. Wie geht es dann weiter?

Jancso: „Ziel soll sein, dass der Platz genauso toll bleibt, wie er im Moment ist. Mit dem Projekt haben wir definitiv den Zahn der Zeit getroffen. Glauben Sie es oder nicht, viele wussten vor dem Start des Projektes noch nicht einmal, dass sich die Stadtbibliothek am Salzstadel befindet. Durch die Platzgestaltung hat sich das extrem verändert. Wir haben es geschafft, die Stadtbibliothek als „Dritten Ort“ zu stärken.“

Wie sehr hat die Pandemie Ihre Arbeit und die Ihrer Kollegen erschwert?

Jancso : „Wir waren sehr vorsichtig, auch was die Planungen anging. Aber ich glaube, dass uns die Pandemie hat kreativer werden lassen. Wir haben einen konsumfreien Platz geschaffen, an dem man sich wohlfühlen kann. Auch die Anwohner schätzen das sehr, vor allem diejenigen, die vielleicht keinen Balkon haben und durch das Projekt jetzt dennoch die Möglichkeit, sich am Abend gemütlich nach draußen zu setzen. In den kommenden Tagen ziehen auch noch weitere Loungemöbel auf den Platz ein, die die Stadtgärtnerei extra für uns gefertigt haben.“

Ein Thema ist immer wieder Vandalismus. Wie sind Ihre Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre?

Jancso : „Das war bei uns durchaus kein Thema. Wir müssen eher die Müllversorgung verbessern. Wir brauchen größere Mülleimer, die auch geschlossen werden können. Auch Behälter für Zigarettenstummel und Kronkorken sind gefragt. Zudem gibt es einen Wunsch nach Toiletten.“

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