„Er wollte mich gleich heiraten“: Ehepaar Zhivoder aus Rosenheim feiert Diamantene Hochzeit

Blumen zum Ehejubiläum: Der Zweite Bürgermeister der Stadt, Anton Heindl (rechts) überbrachte die Glückwünsche der Stadt an Irma und Alexej Zhivoder.

Irma und Alexej Zhivoder haben schon viel erlebt. Jeder für sich, aber vor allem gemeinsam. Seit 60 Jahren ist das Paar verheiratet, jetzt feierten sie ihre Diamantene Hochzeit.

von Anna Heise

Rosenheim – Alexej Zhivoder (86) ist kein Mann vieler Worte. Er hört zu, lässt seine Frau Irma (82) reden. Ab und zu nickt er, lächelt. Wenn seine Frau nicht weiterweiß, spricht er beruhigend auf sie ein. In Russisch. Deutsch versteht er, sprechen tut er es nur selten. Umso fließender spricht seine Frau.

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Ab uns zu mischen sich russische Wörter in ihre Sätze. Zu merken scheint es die 82-Jährige nicht. Sie redet viel und ohne Pausen. Über ihre Eltern, ihre Zeit in Wolgograd, den Umzug nach Deutschland vor 13 Jahren. Und über die Zeit, als sie ihren Alexej kennenlernte.

Sie arbeitete als Melkerin, er als Traktorfahrer

„Es war nach der Arbeit“, sagt sie. Damals sei es üblich gewesen, die Feierabende gemeinsam zu verbringen. In einer Art Aufenthaltszimmer trafen sich Freunde, Bekannte und Leute, die man nur flüchtig kannte. Es wurde geredet, gesungen und getanzt. Auch Alexej und Irma verbrachten ihre Abende hier. Sie nach einem langen Arbeitstag als Melkerin, er nach seiner Tätigkeit als Traktorfahrer.

Hochzeit nach zwei Jahren als Paar

Es sei ein Abend wie jeder anderer gewesen. Bis zu dem Moment, als ihr zukünftiger Mann sie ansprach. „Er hat mir gesagt, dass ich schön bin und er mich heiraten möchte“, sagt sie und lacht.

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Die Direktheit gefiel ihr. Die beiden kamen ins Gespräch, sie tanzten, verbrachten viel Zeit zusammen. Nach zwei Jahren dann die Hochzeit mit 40 Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern.

Auch 60 Jahre später noch keine Eheringe

Geld für Ringe hatten sie damals nicht. Und auch 60 Jahre später sind die Ringfinger der beiden leer. Zu stören scheint es sie nicht. Sie gehören zusammen, das wissen sie –  auch ohne Ringe. Eingelebt hat sich das Paar in Rosenheim schnell. Das Leben hier sei einfacher und unkomplizierter als in Russland, sagt Irma Zhivoder. Sie gehen spazieren, backen für Nachbarn und Freunde.

Unterstützung durch Familie

Ab und zu besuchen sie ihren Sohn, die zwei Enkel und die beiden Urenkel in Kolbermoor. „Wir haben eine gute Familie. Wir unterstützen uns gegenseitig, helfen uns, wenn jemand krank ist“, sagt sie. Wie an ihrem Hochzeitstag. Den musste Irma Zhivoder im Krankenhaus verbringen. Des hohen Blutdrucks wegen.

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Immer an ihrer Seite: Alexej. Er hielt ihre Hand, kümmerte sich um seine Frau und flüsterte ihr Aufmunterungen in russisch zu. Wie schon damals vor 60 Jahren.

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