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Wissen die Mieter von den Plänen nichts?

Wohnraum statt Gewerbe: Das sind die Pläne für das Gebäude am Esbaum 5 in Rosenheim

Das Haus Am Esbaum 5 soll – laut Verwaltung – abgerissen werden, um Platz für ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohneinheiten zu schaffen.
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Das Haus Am Esbaum 5 soll – laut Verwaltung – abgerissen werden, um Platz für ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohneinheiten zu schaffen.
  • Anna Heise
    VonAnna Heise
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Große Pläne für das Esbaum-Viertel: In dem Bereich zwischen Samer- und Gillitzerstraße soll ein neues Mehrfamilienhaus gebaut werden. Während sich die Stadträte im Bauausschuss für das Vorhaben aussprachen, fühlen sich die derzeitigen Mieter vor den Kopf gestoßen. Nachvollziehen kann das zumindest der Eigentümer nicht.

Rosenheim – Daniela Zellner hat den Absprung gerade noch geschafft. Die Inhaberin des Concept-Stores „Hello Baby“ hat ihren Mietvertrag Am Esbaum 5 zum März gekündigt. „Ich habe schon eine ganze Weile nach einer neuen Immobilie gesucht, da mein Sortiment stetig wächst und größere Räume nötig sind“, sagt Zellner.

Umzug ab April

Spätestens ab April wird Daniela Zellner also Spielzeug, Strampler und Schnuller in der Gillitzerstraße 2 verkaufen. Von den Plänen des Eigentümers – der „F1rst Choice AG“ mit Sitz in Grünwald – habe sie bis dahin noch nichts gewusst. „Wir haben mit Frau Zellner nicht gesprochen, weil es sie nicht mehr betrifft“, bestätigt Gregor Frisch, Geschäftsleiter der Immobilienfirma, die Am Esbaum 5 neuen Wohnraum schaffen will. Die anderen beiden Mieter – das Dentallabor „Bavaria Dental Technik“ und ein Afroshop – wüssten aber Bescheid.

Zehn-Jahres-Mietvertrag läuft aus

So habe die Inhaberin des Afroshops ohnehin einen jährlich befristeten Vertrag. Mit dem Dentallabor habe es Frisch zufolge „immer mal wieder Gespräche gegeben“, in denen man den Betreiber auch darauf hingewiesen habe, dass sein Zehn-Jahres-Mietvertrag bald auslaufe. „Wir haben ihm angeboten, eine vorübergehende Lösung zu finden beziehungsweise dabei zu helfen, eine neue Bleibe zu finden“, sagt Frisch.

Geht es nach dem Geschäftsleiter, sollen die Bauarbeiten beginnen, „sobald das Haus mietfrei ist, eine Genehmigung vorliegt und die entsprechenden Vorarbeiten abgeschlossen sind“. Das dürfte – Stand jetzt – vermutlich nicht vor 2024 der Fall sein. „Geplant ist die Neuerrichtung eines Mehrfamilienhauses mit 14 Wohneinheiten und fünf Tiefgaragenstellplätzen“, so die Verwaltung. Ein Großteil der Wohnungen ist laut Geschäftsleiter Frisch zwischen 60 und 80 Quadratmeter groß. Aber es soll auch Einzimmerwohnungen geben. „Es ist für jeden etwas dabei“, meint er.

Seit 2020 Eigentümer der Immobilie

Seit 2020 ist die „F1rst Choice AG“ Eigentümer der Immobilie Am Esbaum. Ob das Gebäude tatsächlich abgerissen werden muss – wie im Bauausschuss angedeutet – steht im Moment noch nicht fest. „Auch eine Aufstockung ist vorstellbar. Je nachdem was wirtschaftlicher ist“, sagt Gregor Frisch.

Entscheidung ohne Gegenstimme

Ohne Gegenstimme haben sich die Stadträte während der Sitzung für die Pläne des Inhabers ausgesprochen. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass die Verwaltung noch einmal darauf hinwies, dass der Neubau mit den sechs geplanten Geschossen „um einiges höher wird, als der Bestand“.

Weil sich in der näheren Umgebung aber sowohl das Kaufhaus „Galeria Karstadt Kaufhof“ als auch der Gillitzer befinden, passe sich das geplante Vorhaben gemäß Paragraf 34 des Baugesetzbuches auch weiterhin in die nähere Umgebung ein. Dieser Paragraf regelt, wie innerorts gebaut werden darf, wenn es keinen Bebauungsplan gibt.

1,25 Meter über der Grundstücksgrenze

Kritik gab es lediglich an einem Punkt. So plant die „F1rst Choice AG“ Balkone, die laut Verwaltung um 1,25 Meter über die zur Straße hin gelegene Grundstücksgrenze ragen.

Aufgrund der geringen Breite der öffentlichen Verkehrsfläche und der „negativen Vorbildwirkung auf die Umgebungsbebauung“ forderte die Verwaltung den Antragsteller auf, Umplanungen vorzunehmen. So würde der Bau der vorgeschlagenen Balkone auch dazu führen, dass es in der Gasse Am Esbaum sehr dunkel werden würde. Wie eine mögliche Alternative aussehen könnte, scheint noch offen.

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