„Wirtschaftshilfe“ mit Keyboard und Gitarre: So unterstützt ein Rosenheimer Duo die Gastronomie

Das Rosenheimer Duo „Da Fiddler und I“: Das sind Max Breu (links) und Martin Roscher. Die beiden wollen mit ihrer Aktion „Wirtschafts-Hilfe“ heimische Gastronomen unterstützen. Privat
  • vonAlexandra Schöne
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Bars und Restaurants kämpfen in der Corona-Krise um ihre Existenz. Das Rosenheimer Musik-Duo „Da Fiddler und I“ möchte sie mit der Aktion „Wirtschafts-Hilfe“ unterstützen: Bands treten in Gaststätten kostenlos auf, das „Hutgeld“ soll den Wirten gespendet werden. Die Gema jedoch stellt sich quer.

Rosenheim –- „Die Wirtschaften sind im Moment nicht zu beneiden“, sagt Max Breu vom Rosenheimer Musik-Duo „Da Fiddler und I“. Deshalb wolle er die Gastronomen unterstützen. So kam er auf die Idee, die Aktion „Wirtschafts-Hilfe“ ins Leben zu rufen. Der Name spricht für sich. Denn, so erklärt es Breu, wird bei der Initiative zum einen die Wirtschaft vor Ort angekurbelt und gleichzeitig den Wirtschaften, also Bars und Restaurants, geholfen.

Bands treten ohne Gage auf

Die Idee dafür habe er schon Anfang März gehabt, als die Sache mit dem Coronavirus langsam ins Rollen geriet. Nachdem sein Bandkollege Martin Roscher von der Idee auf Anhieb überzeugt war, starteten die beiden mit der Umsetzung des Projekts. Die Idee ist, dass Bands und Kapellen in Gaststätten auftreten – ohne Gage. Das sogenannte „Hutgeld“, das während des Auftritts gesammelt wird, soll komplett den Wirten zugutekommen.

Um sich für die Aktion anzumelden, sollen Bands und Gastronomen die Webseite von „Da Fiddler und I“ besuchen. „Hier können sie sich bewerben‘“, erklärt Breu. „Restaurants melden ihren Bedarf an, die gewünschte Größe der Musikgruppe und die Stilrichtung. Die Musiker sollen Infos über ihre Gruppe angeben.“ Er selbst wird mit seinem Musik-Duo, das von Country über Rock und Oldies so ziemlich alles im Repertoire hat, auch bei der „Wirtschafts-Hilfe“ mitmachen. Vor allem aber fungiert er als zentrale Schaltstelle zwischen den Bands und den Gastronomen. Das bedeutet: „Ich bringe die beiden Komponenten zusammen. Da schaue ich, welche Bands oder Kapellen dabei sind und welche Stilrichtungen die Restaurants wünschen“, sagt Breu. Den Auftrittstermin sollen laut dem Rosenheimer die Bands und Restaurantbesitzer zusammen koordinieren.

Zusagen binnen weniger Tage

Vor einigen Wochen habe Breu verschiedene Kapellen und Musikgruppen angeschrieben und diesen seine Idee unterbreitet. Die Resonanz sei durchweg positiv gewesen. Innerhalb weniger Tage hätten zehn Bands zugesagt, berichtet er. Die „Tacos“ aus Rosenheim, „A bissl a Musi“, die „Rosenkrainer“, das „Grünwalder Gitarrenduo“ und „innflagranti“ aus Schechen und die „Pfeffer-Brie-Musi“ waren schnell mit an Bord. Monika Fackeldey, Leiterin der „Pfeffer-Brie-Musi“, ist Feuer und Flamme. „Zum einen können wir unsere Musik wieder unter die Leute bringen und ihnen damit eine Freude machen können. Zum anderen freuen wir uns, als Gruppe wieder miteinander zu musizieren“, sagt Fackeldey. „Wir stehen in den Startlöchern.“

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Außerdem gaben „Saitenblech“, die „Stoabuckl-Musi“ und die Oberroaner-Musi“ ihre Zusage. Die meisten der Gruppen kennt Breu vom Radio Charivari Frühschoppen in Maxlrain, dem er vor acht Jahren ein neues Konzept verpasst hat. „Das sind alles gute, bodenständige Musiker“, sagt er.

Auftritte in Lokalen derzeit noch nicht zulässig

Wann soll die Aktion also starten? Das sei noch nicht gewiss, sagt Breu. „Im Moment ist durch Corona noch so viel los, sodass wir nicht anfangen wollen.“ Man müsse erst noch ein bisschen warten, bis die Gastronomie weiter hochfährt und in den Gaststätten mehr Leute bewirtet werden können. Abgesehen davon ist der Auftritt von Musikgruppen in Biergärten oder Speiselokalen derzeit noch nicht zulässig, wie die Stadt Rosenheim mitteilt. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 29. Mai.

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Einen kleinen Wermutstropfen gibt es jedoch bei aller Vorfreude auf den Beginn der „Wirtschaftshilfe“. Die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, spielt laut Breu nicht mit. Er habe die Organisation, die für ihre Mitglieder Gebühren für die sogenannte „Zweitverwertung“ von deren künstlerischen Werken einsammelt, angeschrieben und über seine Idee unterrichtet. Das Ziel sei gewesen, die Gebühren für die Lieder abzuwenden, die bei den Auftritten der Bands anfallen werden. „Leider habe ich eine Absage von der Gema erhalten“, sagt Breu. Die Gema sagt, dass sie zur Gleichbehandlung aller Musiknutzer verpflichtet ist. Deshalb könne man auf die Lizenzgebühren nicht verzichten, so die Antwort des Kundencenters auf Breus Anfrage.

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