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Erfolgsgeschichte des Rosenheimer Gründerpreises

„Wir waren kurz davor, zu scheitern“: Die bewegende Geschichte eines Rosenheimer Gründers

Badmodule Lukas Schiffer Geschäftsführer von Tjiko
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Links im Bild wird geliefert: Die fertigen Badmodule müssen beim Hausbau nur noch eingepasst werden. Rechts im Bild: Lukas Schiffer, Geschäftsführer von Tjiko.
  • Korbinian Sautter
    VonKorbinian Sautter
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Der Rosenheimer Lukas Schiffer hat mit seiner Firma Tjiko in den vergangenen vier Jahren wohl schon alles erlebt. Seit der Gründung im Jahr 2018 kämpfte er sich durch die Startschwierigkeiten, errang schnell die ersten Erfolge und stand beinahe vor dem Aus. Wie es der Badhersteller dennoch geschafft hat.

Rosenheim – Mittlerweile hat sich Lukas Schiffer mit seinen in Schechen produzierten Badmodulen in der Baubranche etabliert. Der 31-jährige Geschäftsführer erinnert sich dabei noch genau an seine Anfänge im Jahr 2018, bei denen auch der Rosenheimer Gründerpreis eine Rolle spielte.

Mit Badmodulen zum Erfolg

„Ich habe damals schon während meines Studiums gemerkt, dass sich die Abläufe in der Baubranche im Kreis drehen.“ Mit der Idee das zu ändern und alles „leichter und digitaler“ werden zu lassen, gründete Schiffer, damals noch zusammen mit seinem Studienkollegen Markus Hoos, das Start-up Tjiko. Noch „ziemlich naiv und grün hinter den Ohren“ erfuhren die beiden über das Rosenheimer Gründernetzwerk Stellwerk 18 vom Rosenheimer Gründerpreis und nutzten die Gelegenheit, um die Idee kritisch zu durchleuchten.

Der 31-Jährige ging dabei von Anfang an ein hohes Risiko ein. Wenn es einmal knapp wurde, habe er sich als Baumpfleger etwas dazu verdient. Ansonsten lag sein Fokus komplett auf seinem Geschäftsmodell, dass er zunächst mit eigenen Ersparnissen sowie über Freunde und Eltern finanzierte.

Schon kurz nach dem durchlaufen des Gründerpreises kam der erste Erfolg. Mit der BayWa stieg im Jahr 2019 ein großer Investor ein, der bis heute auf das Konzept von Tjiko vertraut. „Auf einmal hatten wir einen Partner, der einen mittleren sechsstelligen Betrag investiert hat“, berichtet Schiffer von der unerwarteten Zusammenarbeit mit dem millionenschweren Unternehmen.

Doch das Ganze hatte einen Haken „Wir sind rückblickend betrachtet zu schnell gewachsen.“ Während Schiffer eigentlich noch damit beschäftigt war, sich einen Markt aufzubauen, habe er plötzlich schon ein Großprojekt mit über 60 Bädern vor der Brust gehabt.

„Wir standen Ende 2019 kurz davor, zu scheitern, weil die Fertigungskosten zu hoch waren. Das Geld drohte zur Neige zu gehen und wir mussten wieder schrumpfen“, sagt der Rosenheimer. Das größte Problem war laut Schiffer, dass er mit seinem Produkt noch nicht den richtigen Abnehmer gefunden hatte.

Das änderte sich erst im Februar 2020 nach einer Messe in Stuttgart. Nach dem Motto „whatever it takes“ riskierte Schiffer damals laut eigener Aussage alles. Er mietete sich eine Halle in Schechen, in der Tjiko die Bäder nun selbst produzieren konnte, um sich die zahlreichen Subunternehmer und die dadurch höheren Kosten zu sparen.

Hier wird produziert: Die Module für die Bäder werden in einer Halle in Schechen gebaut.

Und die Idee funktionierte: Mittlerweile ist das Unternehmen fest etabliert und hat rund 50 Mitarbeiter, die circa zehn Bäder pro Woche produzieren. In diesem Jahr sollen somit bis zu 600 Bäder gebaut werden können.

„Tjiko ist schon nach knapp fünf Jahren längst an der Schwelle vom Start-up zu einem soliden, mittelständischen Betrieb“, sagt Florian Wiesböck, der Geschäftsführer des Gründernetzwerks Stellwerk 18. Er hat das Modell von Schiffer von Anfang an mitverfolgt und ist längst überzeugt von der innovativen Idee. „Egal wie sich Tjiko noch entwickelt, man wird im Stellwerk noch lange von der Firma erzählen“, meint Wiesböck.

Auch die Zukunft scheint für den Holzbau-Studenten gesichert. Noch in diesem Jahr solle das Unternehmen nach Flintsbach in eine neue Halle mit 3600 Quadratmeter Fläche umziehen. Dort plane Schiffer, künftig bis zu 2000 Bäder im Jahr produzieren zu können. „Wir wissen aktuell für die kommenden drei Monate im Voraus, welches Modul in welcher Woche fertig wird und können so unsere Arbeit optimal planen“, meint er.

Mit der Zeit wichtige Erfahrung gesammelt

Seine Erfahrungen will Schiffer trotz der schweren Zeiten nicht missen: „Wir haben immer gedacht, das Richtige zu tun. Man muss diese Lernschleifen eben gehen.“ Dementsprechend voll ist auch die „Emotionsbox“, die er mit der Zeit rund um den Rosenheimer Gründerpreis verbindet.

Für die neuen potenziellen Gründer hat er daraus folgenden Tipp: „Du musst immer aktiv sein und Risiken eingehen, ohne gleichzeitig den Kopf zu verlieren. Es braucht ein gewisses Bauchgefühl, dass man aber erst über die Zeit hinweg bekommen kann.“

Der Rosenheimer Gründerpreis kehrt zurück: Die wichtigsten Fakten im Überblick

Wer darf mitmachen? Jeder, der eine neue Geschäftsidee hat oder mit seinem Unternehmen noch nicht länger als drei Jahre am Markt ist.

Wo kann man sich anmelden? Auf der Webseite mit Namen, E-Mail-Adresse und kurzer Beschreibung.

Bis wann läuft die Anmeldung? Ab sofort bis zum 16. September 2022.

Wie ist der Ablauf? Ab der Auftaktveranstaltung am 4. Oktober findet neun Wochen lang jeden Dienstag ein Workshop statt. Bis zum 8. Januar 2023 haben die Teilnehmer Zeit, einen Businessplan zu erstellen, den sie am 10. Februar vor den Juroren präsentieren. Am 16. März werden die Gewinner ausgezeichnet.

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